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18.09.12 06:30

, von Kai Zantke

Kamera-Smartphones im Vergleich (2): Hier zählt nur die Bildqualität

Im zweiten Teil nehmen wir uns weitere Smartphones vor und schauen nochmals ganz genau hin, welche Modelle gute Bilder schießen.

Kamera-Smartphones im Vergleich, Teil 2 (Bild: kaz)Im ersten Teil haben wir die Bedeutung einer guten Smartphone-Kamera erklärt und dargelegt, nach welchen Kriterien die Bilder begutachtet werden. Nachdem wir nun die ersten drei Kandidaten ins Feld geschickt haben, warten die restlichen schon auf ihren Auftritt. Begrüßen wir die heutigen Kandidaten:

  • LG P880 aka Optimus 4X HD
  • Nokia 808 PureView
  • Nokia Lumia 900
  • Samsung GT-I9300 aka Galaxy S3
  • Sony LT26i aka Xperia S

LG P880

LG P880 (Bild: kai zantke)Diesen Quad-Core-Boliden bringt so schnell nichts ins Schwitzen, schon gar nicht die Aufgabe einer Kameraaufnahme. Allerdings benötigt das Starten der Kamera bis zu zwei Sekunden, weitere zwei können vergehen, bis ein Objekt scharfgestellt wurde. Schnappschüsse sind damit eher Glücksaufnahmen. Ist die Linse aber bereit, gibt es kein Halten mehr: Der ausgewogene Weißabgleich kommt selbst mit schwierigeren Lichtsituationen zurecht, die Farben sind neutral und kräftig und Details werden rauscharm wiedergegeben. Bei näherem Hinsehen hat man das Gefühl, die Fotos seien auf einer Leinwand aufgemalt, denn sie zeigen eine leichte Texturierung wie bei gewebtem Stoff. Anstatt dann den Digitalzoom zu bemühen, sollte man sich an die alte Fotografen-Weisheit erinnern: „Zoomen sollte man mit den Beinen”. Mehr Tipps zur Smartphone-Fotografie gibt übrigens Barbara Hess in diesem Post auf unserem Schwesterblog fokussiert.com. Aber so genau wollten wir gar nicht hinschauen und alles in allem bietet das LG herausragende Bildqualität für Ausdrucke, Facebook und die heimische Fotosession.

Nokia 808 PureView

Nokia 808 PureView (Bild: kai zantke)Über solche Kleinigkeiten kann das Nokia 808 PureView nur müde lächeln, denn wo andere Smartphones aufgeben, da legt das Nokia erst los. Selbst die Bildauflösung mit 8 Megapixel stellt für das 808 eine Marginalität dar, wieso nicht in 38 Megapixel aufnehmen? Der große Sensor gepaart mit der Carl-Zeiss-Linse liefert Bilder, die selbst bei schlechten Bedingungen und hohen ISO-Zahlen noch Rauscharmut verheißen. Das sieht man auch gut in den Beispielfotos. Sogar die schönen Bokeh-Effekte, bei denen der Vordergrund scharf und der Hintergrund unscharf ist, wird rein physikalisch und nicht durch irgendwelche Digitalfilter erreicht. Die Brennweite der Linse beträgt ungefähr 8 mm, das ist unglaublich lang für ein Smartphone und zusammen mit der Apertur von f/2.4 ist eine klare Tiefenschärfe zu sehen. Doch so schön der Effekt bei dem Bild mit den beiden Rosen zu sehen ist, es gibt dabei auch einen kleinen Nachteil: Eine korrekte Fokussierung ist wichtiger. Die meisten Smartphones bieten einen großen Tiefenschärfebereich, ein paar Zentimeter näher oder weiter fallen bei der Fokussierung nicht auf, große Teile des Bildes werden trotzdem scharfgestellt. Hat man jedoch ein gestaffeltes Motiv, wo Objekte im Vorder- und Hintergrund zu sehen sind, muss man sich genau entscheiden, was man scharf sehen will oder in den vielfältigen Einstellungen die gewünschten Werte festlegen. Denn als einziges Smartphone im Test gibt es auch noch andere Einstellungsmöglichkeiten außer „Szenenmodus” und „Belichtungsmessung”. Und wenn das Licht ausgeht, bringt es als einziges mit einem extrem hellen Xenon-Blitz Licht ins Dunkel. Wem es um reine Bildqualität geht, der braucht ein Nokia 808 PureView. Mit 520 Euro ist es jedoch nicht ganz billig. Eine gute Alternative wäre in diesem Fall das Nokia 808 PureView.

Nokia Lumia 900

Nokia Lumia 900 (Bild: kai zantke)Nokia schickt gleich zwei Kameras ins Rennen. Der zweite Anwärter verhält sich unauffällig und passt sich mit seiner 8 Megapixel-Kamera ins Testfeld ein. Die Kamera wird schon nach weniger als 1,5 Sekunden aktiv und schießt gute Fotos - so lange man Außenaufnahmen bei Sonnenschein macht. Unter schwierigen Lichtverhältnissen, bei bewölktem Himmel oder in Inneräumen mit künstlicher Beleuchtung, kommt es immer wieder vor, dass ein leichter Blauschleier die Bilder überzieht oder der Weißabgleich fehl schlägt. Hinzu gesellt sich ein Fokussierungsproblem: Obwohl die Sonnenblume in den angedeuteten Fokusklammern liegt, stellt die Kamera trotzdem den Hintergrund scharf. Das lässt sich zwar über die Einstellungen ändern und nachjustieren, doch die anderen können das automatisch. Selbst der Makromodus muss extra aktiviert werden. Dadurch eignet sich die Kamera im Lumia 900 zwar gut für gestellte Bilder, Panoramen und ähnliches, doch bei Schnappschüssen darf man nicht die gleiche Qualität erwarten. Und wer so viel Zeit für ein Motiv hat, der sollte gleich den Tipp von fokussiert.com beherzigen: Das „Smartphone mit beiden Händen stabilisieren” - noch mehr Antiverwackeltipps gibt es im oben schon erwähnten Beitrag der Kollegin auf fokussiert.com.

Samsung GT-I9300

Samsung Galaxy S3 (Bild: kai zantke)Widmen wir uns wieder der „normalen” Klasse von Smartphones. Ein weiterer Quad-Core-Vertreter betritt die Bühne und dieser heißt Samsung Galaxy S3. Hier finden wir keine Megapixel-Schlacht, 8 MP sollen genügen, hier gibt es auch keine Carl-Zeiss-Linse und doch bringt das Samsung beeindruckende Bilder. Kein anderes Smartphone zeigt eindrücklicher, wie wichtig die richtigen Filter-Algorithmen sind: Selbst bei schlechten Lichtverhältnissen bleibt das Rauschen auf ein Minimum reduziert, große Farbflächen sind nur selten von Rauschen (Farbsprenkeln) durchzogen, trotzdem bleiben viele Details erhalten, während die Bilder sehr natürlich wirken. In manchen Fällen überzieht das Galaxy S3 seine Bilder mit einem leichten Blaustich, der aber nur in Extremfällen auffällt. Insgesamt bietet das Samsung Galaxy S3 erstaunlich gute Fotoergebnisse.

Sony Xperia S

Sony Xperia S (Bild: kai zantke)Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, und bevor wir ein letztes Urteil sprechen, müssen wir uns auch dem letzten Kandidaten widmen. Müssen? Nein, beim Sony Xperia S ist es eine Freude hinzuschauen, denn wenn es stimmt, „viel hilft viel”, dann sind 12 Megapixel gerade gut genug! Lassen wir die Katze gleich aus dem Sack: Sony hat nicht nur eine größere Zahl auf die Verpackung geschrieben, die Detailvielfalt ist auch größer als bei jedem anderen Teilnehmer (vom Nokia 808 einmal abgesehen). Selbst feinste Konturen bildet der Sensor noch ab. Im Bild mit den vielen rosa-farbenen Blüten sind nicht nur die feinen Härchen zu erkennen, selbst die Spinnweben im oberen Drittel lassen sich noch erahnen - und das bei einem Abstand von ca. 50 cm. Möglich wird das jedoch nur durch einen äußerst behutsamen Entrauschungsfilter. In der Folge sieht man um so mehr Farbrauschen, um so stärker man ins Bild hineinzoomt. Für unsere Zwecke ist es jedoch das beste Kamerasmartphone im Androidbereich zur Zeit.

Fazit

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Dieser Test sollte die Schnappschuss-Tauglichkeit bewerten, deshalb wurden Farbwiedergabe oder Weißabgleich höher bewertet als die Detailschärfe. Wider Erwarten gibt es eigentlich keinen echten Gewinner, sämtliche getesteten Geräte bieten ausreichend Qualitätsreserven für den heimischen Fernseher oder das schnelle Teilen über soziale Netzwerke. Die klaren Favoriten, das Nokia 808 PureView und das Sony Xperia S, liefern darüber hinaus Bilder, die auch für ernsthafteres Fotografieren in Betracht kommen könnten. Müsste ich eine Empfehlung abgeben, so gehörte auch der Preis in die Überlegung hinein. Die magische Grenze ziehe ich bei 400 Euro und dafür bekommt man sowohl schnelle Hardware, als auch gute Bilder: Das HTC One S steht ganz vorne, da es neben einer guten Kameraleistung mit kurzer Auslöseverzögerung auch potente Hardware liefert. Dicht dahinter folgt das pfeilschnelle LG Optimus 4X HD, auch hier stimmt das Preis-Leistungsverhältnis und der Quad-Core garantiert für zukünftige Android-Versionen genug Reserven. Eventuell muss sich LG den zweiten Platz mit Huawei teilen, denn die Kamera liefert bessere Bilder, doch die CPU gehört schon der etwas älteren Generation an - auch wenn das im Alltag nicht spürbar ist. Und als dritten Platz kann nur das Sony Xperia S folgen, das mit seiner feinen Auflösung von Details, dem außergewöhnlichen Design und dem stimmigen Hardware-Paket punkten kann.

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Kommentare: Kamera-Smartphones im Vergleich (2): Hier zählt nur die Bildqualität

Und`s 5er ? ;-(... LG Flo

Diese Nachricht wurde von Florian am 24.09.12 (22:55:36) kommentiert.
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