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10.06.14

Kairos: Luxus-Smartwatch mit mechanischem Uhrwerk

Die Macher der Luxus-Smartwatch Kairos wollen das Beste zweier Welten verbinden.

Die Funktionalität einer Smartwatch mit der Eleganz einer mechanischen Uhr. Der Trick: Über dem traditionellen physischen Ziffernblatt wollen sie ein transparentes Display positionieren.

Der große Hype um Smartwatches schien schon wieder abgeflaut, da kam Google mit Android Wear um die Ecke. Vor allem ein im Zuge dessen angekündigtes Modell erregte Aufmerksamkeit: Motorolas Moto 360.

Und warum? Ganz einfach: Sie könnte vielleicht die erste Smartwatch sein, die nicht nach einer Smartwatch aussieht. Wie schick sie in Wirklichkeit ist, wie gut sie funktioniert und was sie eigentlich kosten soll, werden wir in den nächsten Monaten erfahren.

Die Macher der Luxus-Smartwatch Kairos gehen nun noch einen Schritt weiter: Sie wollen gar Interessenten gewinnen, die sich ansonsten bei höherpreisigen Uhren umsehen. Es handelt sich um ein Rendering aus dem Computer, nicht um Aufnahmen des tatsächlichen Produkts. So geben die Macher auf der Website beispielsweise zu, dass das Glas über der Uhr nicht so durchsichtig sein wird wie hier dargestellt.

Denn bei diesem Glas handelt es sich in Wirklichkeit um ein durchsichtiges Display, ein so genanntes TOLED. Die Technik dafür ist nicht neu, es gibt allerdings bislang nicht viele sinnvolle Anwendungsfälle. Entsprechend teuer dürften die Displays für die Kairos-Macher sein – ein Grund mehr, ihre Uhr preislich in Richtung Luxussortiment zu rücken.

Dafür sorgt auch die Mechanik im Innern, denn die soll ebenso wie die Materialien und die Verarbeitung des Gehäuses hochwertig sein. Zwei Modelle soll es geben: eines mit einem japanischen, eines mit einem schweizer Uhrwerk. Und das gehört zu den Dingen, die mich bei der Unternehmung skeptisch werden lassen: Das Startup hat so schon genug technische Probleme zu lösen, warum steigern sie die Komplexität des Projekts und das Kostenrisiko noch dadurch, dass sie zwei Modelle und diverse Farben anbieten?

Die Modelle unterscheiden sich dabei auch durch die Displaytypen: Das einfachere Modell kann nur vorgegebene Symbole und Zahlen anzeigen (im Grunde wie eine althergebrachte Digitaluhr), das andere ist jenes aus dem Werbevideo oben. Allerdings stellt sich beim Durchlesen der FAQs heraus: Ausgerechnet das hochwertige Display ist bei Sonnenlicht nicht abzulesen. Ist die Kairos also eine Luxus-Smartwatch für drinnen?

Weitere Unterscheidung der beiden Modelle: Eines soll auf Android Wear setzen, sobald das verfügbar wird. Das andere auf ein hausgestricktes „Kairos OS“. Android Wear wird dabei voraussichtlich und zumindest vorläufig nur mit Android-Geräten zusammenarbeiten (mir ist jedenfalls nichts Gegenteiliges bekannt). Kairos OS soll hingegen auch mit iOS und Windows Phone funktionieren.

Die Macher hinter den Kulissen bezeichnen sich ja selbst als ein „all-star team“ . Aber da haben sie sich doch ganz schön was vorgenommen. Und wie ich meine: unnötigerweise. Ein Modell in einer Farbe herauszubringen wäre schon komplex genug. Selbst große Hersteller wie Apple oder Samsung gehen bei neuartigen Produkten so vor.

Vorbestellung als Crowdfunding

Liest man sich weiter durch die FAQ, stellt sich heraus, dass die jetzige Vorbestellmöglichkeit eher ein Crowdfunding ist. Wörtlich zitiert: "By making a pre-order purchase, you are helping us make this into a reality. Every order helps us to speed up the process and put this together piece by piece." Ein paar Fragen darunter heißt es, sie hätten ihr Finanzierungsziel bereits erreicht. Zugleich aber kann man seine Vorbestellungen nicht zurücknehmen – das Risiko sei für sie als Startup zu groß.

Insofern ist es schlichtweg eine Vertrauensfrage, ob man seine Uhr blind vorbestellt oder nicht. Wer das bejaht, ist ab umgerechnet rund 370 Euro dabei. Die Preise reichen bis 880 Euro. Ohne Vorbestellrabatt sollen sie später von 880 bis 1.580 Euro reichen. Die Preise verstehen sich dabei u.a. zuzüglich der entsprechenden Steuern des Ziellandes (in Deutschland z.B. 19 Prozent Mehrwertsteuer). Schon im Dezember 2014 wollen die Macher liefern können.

Eines ist dabei klar: Die Idee ist gut und das Rendering sieht schick aus (wenn man auf so ornamentlastiges Design steht). Aber mir persönlich wären da zu viele Fragezeichen offen, um da so viel Geld vorzuschießen.

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