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17.07.14Leser-Kommentare

Jibo: Diesen verblüffenden „Familienroboter“ muss man in Aktion gesehen haben

Unter dem Namen „Jibo“ haben eine Professorin des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und ihr Team einen interaktiven Assistenten vorgestellt – oder wie sie sagen: den ersten „Familienroboter“ der Welt. Die ersten Exemplare sollen Ende 2015 ausgeliefert werden, via Indiegogo kann man jetzt zum Sonderpreis vorbestellen.

Gestatten: Jibo Gestatten: Jibo

Technologie allein ist nichts ohne die richtige Verpackung und die passende Schnittstelle zum Nutzer – das ist einer der Punkte, die beispielsweise Unternehmen wie Apple oder Nest von ihren Konkurrenten unterscheidet. Und Jibo möchte in diesem Sinne den Durchbruch für den Haushaltsroboter schaffen. Die Macher um die MIT-Professorin und „Social Robotics“-Spezialistin Cynthia Breazeal verzichten dabei u.a. auf den Versuch, optisch einen Menschen nachzuahmen. Das führt schließlich sehr viel schneller zu Grusel vor der Maschine als zum erhofften emotionalen Bund. Stattdessen ist Jibo ein Gerät mit ganz eigenem, dabei freundlichem Charakter. Das folgende Video zeigt ihn in Aktion:

www.youtube.com/watch

Funktional kann Jibo nicht wirklich viel mehr, als beispielsweise ein Smartphone oder Tablet bereits kann. Auch diese Geräte sind mit dem Internet verbunden, reagieren auf Sprachbefehle und lernen aus dem Verhalten des Nutzers. Was Jibo besonders macht, ist die veränderte Schnittstelle. So sollen zwei Kameras beispielsweise sicherstellen, dass Jibo von allein erkennt, wer zu ihm spricht. Dank 360-Grad-Mikrofonen weiß er, aus welcher Richtung er angesprochen wird und reagiert entsprechend.

Man kann ihn Fotos schießen lassen oder für Videokonferenzen benutzen. Er erinnert an Termine oder übernimmt wie im Video gezeigt, die Essensbestellung beim Lieferdienst. Und Entwickler können ihm künftig noch sehr viel mehr beibringen, wenn sie denn wollen.

Dabei ist Jibo allerdings nicht mobil. Der Roboter hat einen Akku integriert, so dass man ihn beispielsweise von einem Raum zum anderen tragen kann. Aber an sich ist er für den stationären Einsatz gedacht.

Persönlichkeit fürs Smart Home

Full of love... Full of love...

Stellt sich natürlich noch die Frage, ob das Video mehr verspricht als das finale Gerät am Ende leisten kann. Wir haben schließlich alle schon genug solcher Clips gesehen, um vor einer oftmals entscheidenden Differenz zwischen Werbung und Wirklichkeit gewarnt zu sein... Die Kollegen von Wired konnten sich bereits einen Prototypen ansehen. Und auch wenn der in einigen Details noch klar als solcher erkennbar war, scheint das Grundversprechen des Jibo durchaus eingehalten zu werden. Sie sehen „Potenzial“. Cynthia Breazeal jedenfalls ist überzeugt: Das Smart Home braucht in Zukunft Persönlichkeit.

Die Grundidee finde ich dabei in jedem Fall interessant. Denn Spracherkennung ist gut und schön, aber eine Konversation schöner und wenn die Maschine noch mitdenkt, kann man wohl kaum etwas dagegen haben. Ein bisschen frage ich mich nur, ob ich so ein mit Kameras und Mikrofonen ausgestattetes, Daten sammelndes Gerät tatsächlich in meinem Zuhause haben möchte. Die Informationen werden nämlich außerdem in der „Jibo Cloud“ gespeichert und nicht auf dem Gerät selbst. Natürlich betont das Unternehmen in der Selbstdarstellung, wie ernst man das Thema Datenschutz nehme. Aber was von solchen Aussagen zu halten ist, wissen wir ja nun wohl inzwischen alle...

Wie sicher sind die eigenen Daten wohl in der „Jibo Cloud“? Wie sicher sind die eigenen Daten wohl in der „Jibo Cloud“?

Wer sich davon nicht abhalten lässt und das Projekt spannend findet, kann es jetzt via Indiegogo unterstützen. Umgerechnet knapp 410 Euro soll man für einen Jibo plus internationalem Versand vorstrecken. Ein Wermutstropfen bleibt da allerdings noch: Bei der für Ende 2015 geplanten Auslieferung wird Jibo zunächst nur US-Englisch sprechen und verstehen.

Weitere Informationen dazu auf der Indiegogo-Projektseite sowie der offiziellen Website. Lesenswert zu Jibo sind auch die Berichte bei Wired und Gizmodo.

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Kommentare

  • ctn

    17.07.14 (12:23:00)

    Was ich mich viel mehr frage, ist, warum man für all das ein extra Gerät braucht. Das Geheimnis dieses "Familienroboters" liegt eindeutig in der Software. Ein "mit Kameras und Mikrofonen ausgestattetes, Daten sammelndes Gerät", der Sprachausgabe mächtig, mit Cloud-Anbindung und mit einigem an Rechenpower ausgestattet um schöne Anwendungen darzustellen, tragen die meisten Leute schließlich in der Hosentasche mit sich herum. Warum, frage ich mich, tut es nicht auch eine App?

  • Lutz

    18.07.14 (07:50:44)

    mmmh, verteilt die NSA das Teil kostenlos an jeden Erdenbürger?

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