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29.06.13

Test Jawbone Up: Fitnessarmband im Alltagseinsatz

Das Fitnessarmband Jawbone gibt es seit Anfang des Jahres auch in Deutschland. Aber ob es auch hält was es verspricht, soll es im neuerdings-Test unter Beweis stellen.

Jawbone Up in Farbe

Nachdem das Fintessarmband Jawbone Up bereits 2011 vorgestellt und ausgeliefert wurde, sorgten Probleme mit der ersten Version für verärgerte Kunden. Aufgrund dessen verzichtete der Hersteller sogar zunächst darauf, das Gerät in Europa anzubieten. Seit Anfang des Jahres gibt es das Fitnessarmband von Jawbone nun aber auch in Deutschland zu kaufen.

Tragekomfort

Das Setup des Jawbone Up ist schnell erledigt: Kappe abziehen, Smartphone-App (iOS oder Android) herunterladen und installieren und den Anweisungen der App folgen - in wenigen Minuten ist alles erledigt und man kann das Armband anlegen. Dabei fällt auf, dass der, die oder auch das Jawbone Up etwas dicker ist als erwartet. Vor allem jener Teil des Armbandes, welcher die eigentlichen Sensoren enthält, ist rund ein Zentimeter breit und acht Milimeter dick. Damit ist er dick genug, um auch unter Jacken noch störend aufzufallen. Auch in Verbindung mit Hemden kommt das Fitnessband ab und an den Manschetten in die Quere. Aber man gewöhnt sich schnell daran - nach einigen Tagen fühlt es sich sogar ungewohnt an, wenn man das Armband zum Aufladen nicht am Arm trägt.

Apropos Tragen: Obwohl ich die größte Version des Jawbone Ups zum Test vorliegen habe, sitzt es sehr satt am Arm, gerade noch so fest ohne umher zu rutschen und dabei trotzdem nicht unangenehm eng ist. Kräftigere Handgelenke könnte hier aber ein Problem haben, denn die Enden des offenen Bandes richten sich dann etwas auf und stehen vom Handgelenk ab.

Bedienung

Bedienelemente sind beim Jawbone Up dünn gesät: Ein einzelner Button am Ende des Bandes reicht aus, um alle Funktionen zu steuern. Auch mit den Anzeigeelementen geht man beim Jawbone nicht gerade verschwenderischer um: Eine mehrfarbige LED in Blüten- und eine in Mondform müssen ausreichen, um seinen Benutzer auf dem Laufenden zu halten. So lassen sich damit auch tatsächlich die vielen Funktionen im Blick behalten und steuern: Umschalten zwischen dem aktiven Tag-Modus oder dem Schlafmodus, das Steuern der Stoppuhr oder das Quittieren des Wecksignals. Trotzdem stünde dem Jawbone Up ein kleines Display sicher gut, um z.B. die tagesaktuellen Werte, wie die gelaufenen Schritte oder verbrauchte Kalorien, am Band selbst darzustellen. Stattdessen ist man jedoch auf ein Smartphone als "externes Display" angewiesen und so empfiehlt die Bedienungsanleitung auch, zweimal täglich die Daten mit eben diesem Smartphone zu synchronisieren.

Daten erfassen

Dieses Smartphone ist dann auch die einzige Möglichkeit, die vom Jawbone Up erfassten Daten einzusehen. Die App stellt diese Werte in einem übersichtlichen Interface attraktiv aufbereitet dar. Die am Tag gelaufenen Schritte werden auf aktive und inaktive Phasen verteilt, man erfährt wie viele Kalorien man verbraucht hat oder wie lange man jeden Tag aktiv oder passiv verbracht hat.

Leider gibt es für diese Daten derzeit noch kein Webinterface. Das können Konkurrenten, wie zum Beispiel die Geräte von Fitbit, besser. Die Vorteile dessen liegen auf der Hand: Daten im Web lassen sich über beliebige Endgeräte einsehen und zudem an weitere Web-Services weiterreichen, um sie mit Daten aus anderer Quellen in Relation zu setzen (z. B. auf www.tictrac.com). Eine kleine Auswahl solcher Web-Services ist jedoch über die Smartphone-App integriert und so lassen sich sogar Aktionen aufgrund überschrittener Schwellwerte auslösen (über ifttt.com). Immerhin bietet Jawbone über die eigene Webseite die Möglichkeit, eine Zusammenfassung der erfassten Daten herunter zu laden: Im Excel-kompatiblen CSV-Format erhält man hier eine Tabelle mit den auf Tagesbasis zusammengefassten Messwerten.

Kritik

Während sich die angebotene Phone-App im derzeit so angesagten "Flat Design" präsentiert und entsprechend aufgeräumt daher kommt, ist eine eigene iPad-App noch nicht verfügbar. Die aktuelle Android-App scheint, wenn man den Bewertung auf play.google.com Glauben schenkt, noch einige Bugs zu haben.

Kritik muss Jawbone aber vor allem hinsichtlich der Genauigkeit des Jawbone Up hinnehmen: In Vergleichen zu anderen Trackern und einem herkömmlichen Schrittzähler, ergaben sich teilweise deutliche Abweichungen hinsichtlich der erfassten und auch der errechneten Werte: So erbrachte zum Beispiel ein Lauf über eine Stunde erhebliche Differenzen sowohl bei den gemessenen Schritten, als auch bei der daraus errechneten Distanz und dem abgeleiteten Kalorien-Verbrauch. Teilweise gab der Jawbone Up bis zu 40 Prozent mehr Schritte an, als tatsächlich gelaufen oder gegangen wurden. Dies mag prinzipbedingt sein und die Ursache könnte darin liegen, dass man den Jawbone Up am Arm trägt. Ein Schrittzähler am Hosenbund erfasst Schritte offenbar exakter.

Ein wirkliches Übel ist leider auch das proprietäre Ladekäbelchen. Dieses ist grundsätzlich nie dort zu finden, wo man es gerade braucht. Wer in der Beziehung noch nachlässiger ist als ich, sollte sich gleich einen größeren Vorrat dieser kleine USB-Adapter bestellen und an allen in Frage kommenden Ladeplätzen zwischenlagern.

Fazit

Schade, dass man das Band zum Sync abnehmen und ans Smartphone anstecken muss. Für die nächste Evolutionsstufe des Jawbone Up wünsche ich mir den drahtlosen Sync zu meinem Smartphone und ein kleines Display. Davon abgesehen ist dieses Armband aber der Personal Trainer, der einen ständig im Blick hat und bei zu langen Ruhephasen auch schon mal mit einer dezenten Vibration ans Aufstehen erinnert. Vielleicht reicht dies für manch einen couch potatoe, ihm die nötige Motivation zu geben, damit er in Bewegung bleibt.

PlusMinus
Sieht gut aus Messwerte ungenau
Unempfindliches Material Kein Bluetooth
Schnittstelle zu IFTTT und anderen Web Apps Kein Display
Schlafanalyse Kein Webinterface


Bezugsquellen

Unter anderem gibt es das Jawbone Up hier zu kaufen:

129,90 Euro bei amazon.de

129,00 Euro im Shop der Telekom

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