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22.01.12Leser-Kommentare

Jabra Pro 930: PC-Headset mit hoher Reichweite und langem Atem

Das Headset Jabra Pro 930 buhlt um einen Platz auf dem Schreibtisch und wirft Reichweite und Ausdauer in die Wagschale.

Jabra Pro 930 (pd GN Netcom)«Home Office», ein tolles Wort: es steht für uneingeschränkte Gleitzeit, null Anfahrtszeiten zum Büro sowie frei einteilbare Pausen. Der Arbeitgeber spart Büroflächen, Mobiliar und technische Ausstattung - ein Gewinn für beide Seiten. Allerdings häufen sich in einem solchen Arbeitsumfeld auch die Video- und Telefonkonferenzen. Letzten Endes kommt man nicht umhin sich professionelles Equipment zu besorgen, wenn man sich seine Freiheit erhalten will.

Anfangs hatte ich mich auf Bluetooth-Headsets eingeschossen: Klein, leicht, mit dem Smartphone kompatibel. Doch unter Linux ist die Sprachqualität über HSP grausig. Hinzu kommt die kurze Reichweite. Also musste eine richtige Lösung her: Das Jabra Pro 930.

Schmucklos und aufgabenorientiert

Jabra Pro 930 -Besser als ein Bluetooth-Headset (Bild: kaz)Das Jabra Pro 930 gehört in die Riege der professionellen Einsteiger-Headsets. Beim Auspacken wünscht man sich durchaus ein paar Kollegen her, denn die Lade- und Dockingstation macht sich gut auf meinem Tisch.

Die fehlende Bewunderung scheint dem Pro 930 nicht zu schmecken, denn ein markantes Fanfarenjingle ertönt, sobald ich den Stecker im Netzanschluss versenke. Über USB verbindet sich das Headset mit dem Computer und wird ohne Treiberinstallation als externe Soundkarte erkannt. Drei LEDs zeigen am unteren Rand der Dockingstation den Betriebszustand an: Akkustand, Mikrofonaktivität und die Verbindung.

Ein Headset eben

Jabra Pro 930 -Bequemer Sitz und ein große Reichweite (Bild: kaz)Das Kopfteil erscheint unspektakulär: Auf einer Seite ein Ohrhörer mit Mikrofonarm, auf der anderen ein Gummipolster. Durch das leichte Gewicht wurde der umlaufende Metallrahmen dünn ausgeführt - gut für die Frisur. Auch nach mehreren Stunden war es komfortabel zu tragen. Am Headset erlaubt die grosse Taste die Annahme von Gesprächen, über die drei seitlichen Tasten verändert man die Lautstärke und schaltet das Mikrofon stumm. Ein zweites Mikro soll Umgebungsgeräusche herausfiltern.

Praxiseinsatz

Jabra Pro 930 -Eine Akkuladung reicht für gute acht Stunden (Bild: kaz)Die Basisfunktionen sind auf jedem OS verfügbar und so legt man nach der USB-Verbindung sofort los. Über das Headset kann sprachgeführt noch die Reichweite angepasst werden. Doch für die Rufannahme über den Headset-Taster muss zwingend die Windows Jabra PC Suite her. Die erlaubt auch Firmware-Updates, eine Veränderung der Tonhöhe oder die Tasten-Integration mit Skype, Avaya und Konsorten. Auch als Musikkopfhörer soll das Jabra missbraucht werden können – dafür ist es zwar nicht konzipiert worden, macht dabei aber dennoch keine schlechte Figur. Egal wie man das Headset einsetzt, die versprochenen acht Stunden erreicht es spielend.

Die Geräuschunterdrückung beschränkt sich auf die unteren Frequenzbereiche. Wenn die Frau mitten in der Konferenz ins Zimmer platzt, wird ihre Stimme nur abgeschwächt übertragen. Schade, denn durch das zweite Mikro und die Nähe zum Mund sollte eine vollständige Auslöschung eigentlich kein Problem sein. Ein Firmware-Update kann dies beheben.

Die Reichweite dagegen erreicht mühelos die versprochenen 60 m. Während ich mit dem Ding auf dem Kopf auf der Strasse herumirrte und einen merkwürdigen Eindruck erwecken musste, drang das Gespräch vom Keller sogar durch zwei Nachbarshäuser, beziehungsweise vom Keller in den dritten Stock. Zur Reduzierung des Funkfeuers auf ein Minimum eignet sich die «very low»-Einstellung. Hernach reicht die Verbindung nur noch knapp über ein Stockwerk.

Fazit

Beim 930 steht «pro» drauf und das ist auch drin: Die Verständlichkeit des Jabra Pro 930 liegt auf hohem Niveau, der Tragekomfort ist ausgezeichnet und die Reichweite enorm. Als Linuxnutzer büsst man etwas Bedienkomfort ein, mit Windows im Einsatz akzeptiert man das Gespräch direkt am Hörer. Bleibt die Frage: Bluetooth- oder Profiheadset? In den meisten Fällen wird der Weg wohl über ein BT-Headset gehen, das man für das Smartphone gekauft hat. Ab dem Moment, bei dem Akku oder Reichweite unangenehm auffallen, sollte der Blick zum Jabra Pro 930 schweifen. In meinen Augen eine gute Wahl, aber mit rund EUR 130 nicht unbedingt billig.

Weitere Infos bei GN Netcom.

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Kommentare

  • Leo

    22.01.12 (10:19:04)

    Schöner Test! Welchen Funkstandard verwendet das Headset denn? DECT? WiFi?

  • Kai Zantke

    22.01.12 (23:29:42)

    Weder noch, das Headset funkt im 1,8GHz-Netz, arbeitet aber weder nach dem Dect- noch WLAN-Standard. Deshalb benötigt es eine eigene Basisstation. Es gibt jedoch eine Version, die mit der Telefonleitung verbunden werden kann. Man muss sich jedoch für eine Version entscheiden.

  • Phonet

    23.01.12 (10:30:27)

    das PRO930 funkt im DECT. Allerdings ist es nicht DECT Gap fähig und benötigt deshalb eine eigene Basis Station.

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