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10.06.08

iPhone 3G: Mit Vertrag umsonst?

Die Mobilfunkanbieter schweigen eisern: Auf den Websites der Telcos gibts statt Preisen für das neue iPhone höchstens Anmeldeformulare für Informationen zu einem späteren Zeitpunkt. Könnte das iPhone mit Vertrag gar voll subventioniert werden?

Steve Jobs über das iPhone 3G: "Der Preis wird weltweit bei maximal 199 Dollar liegen."

Update: Das Wall Street Journal meldet, At&T werde das iPhone (offenbar zum Preis von 199$ für die 8-GB-Version) subventionieren, dafür aber den Basis-Preis für ein Daten-Abo von 20 auf 30 Dollar erhöhen. Den Sturz des Börsenkurses von Apple erklärt das WJS mit Bekanntwerden des Umstands, dass Apple auf eine Beteiligung an den Umsätzen der Telcos verzichte.

Die Kontrolle aus Cuppertino scheint zu greifen: Anders ist nicht zu erklären, warum T-Mobile Deutschland, Swisscom und Orange Schweiz zum iPhone 3G, nach dem offensichtlich grade die halbe Welt googelt, fast identische, spärliche zwei Sätze und ein Formular zum Anfordern von mehr Informationen vorzuweisen haben. Apple scheint ihnen einen Maulkorb umgehängt zu haben. Die mögliche Erklärung:

Der Preis von 199 respektive 299 Dollar, der schätzungsweise eins zu eins in Euro umgerechnet werden wird, ist nicht mehr sakrosankt - bereits letzte Woche machte unter den vielen Gerüchten auch die Behauptung die Runde, Apple verbiete den Telcos die Subventionierung des iPhones nicht mehr:


Rot: Apples Aktienkurs während der Präsentation des iPhone 3G - blau: RIM (Blackberry)

Das könnte bedeuten, dass ab 11. Juli iPhones ohne Vertrag im Apple-Shop zum offiziellen Preis und bei den Telekom-Anbietern mit 24-Monats-Verträgen zum Nulltarif angeboten werden.

Darauf deutet neben dem Maulkorb für die Telkos auch anderes hin:

  • Apples aggressive Preispolitik zielt offensichtlich darauf ab, den Marktum jeden Preis zu erobern;
  • Die Abwendung von der Exklusiv-Partner-Strategie soll den Wettbewerb der Wiederverkäufer ankurbeln und für noch mehr Druck im Markt sorgen;
  • Der Vorstoss in den Bereich der Business-Smartphones kann nur mit einer offenen Verkaufspolitik und ohne jegliche Bindung an Telekomanbieter gelingen.

Einzelne Analysten und Fachblogger sehen deshalb jetzt schon den Untergang von RIM voraus, obwohl die Kanadier mit ihren Blackberrys nicht nur in Nordamerika den Smartphone-Markt beherrschen. Demgegenüber scheint die Börse von der Strategie nicht vollständig überzeugt -Der Apple-Kurs sackte nach Beginn der Keynote ab und blieb auch nach der Präsentation des iPhone 3G deutlich unter dem Vortageswert, während dem die RIM-Aktien interessanterweise einen Sprung um ungefähr den gleichen Prozentsatz nach oben machte. Der TV-Anlageguru Jim Cramer riet gar zum Verkauf von Apple-Aktien, während sie noch heiss seien - er hätte seine Meinung geändert, wenn das iPhone 3G ein Videophone wäre - und plädierte umgekehrt dazu, RIM-Aktien zu behalten.


iPhone 3G: Mehr als "vormerken!" gibts noch nicht.

Während in Deutschland und in der Schweiz noch gerätselt werden darf, wie sich die Preise für das iPhone gestalten werden, ist auf der T-Mobile-Site Deutschland noch die Aktion von 99 Euro für das alte Modell präsent; in Österreich wird es gar weiterhin für 199 Euro angeboten, und es findet sich noch nicht einmal ein Anmeldeformular für mehr Infos zum iPhone 3G.

Ob T-Mobile Austria hofft, die Österreicher merken nicht, dass ein neues Modell auf den Markt kommt?

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