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08.11.12

iPad mini: Jetzt kaufen oder auf das iPad mini 2 warten?

Vorausgesetzt, es soll überhaupt ein iPad sein, stellt sich die Frage nach dem Modell und dem Kaufzeitpunkt. Beim nagelneuen iPad mini gibt es bereits die ersten Spekulationen über den Nachfolger. Wir versuchen hier einige Einschätzungen dazu zu geben.

Bei Apple-Geräten hat sich in den vergangenen Jahren eine Geschichte sehr häufig wiederholt: übersteigerte Erwartungen im Vorfeld der Keynote, Enttäuschung über das vorgestellte Produkt, Begeisterung nach dem ersten Test. Ebenso lief es nun beim iPad mini, das zunächst viel kritisiert wurde und nun nach den ersten Testbericht als "das bessere iPad" gelobt wird. Dabei ist klar, dass man ein kleines Tablet bei der Konkurrenz auch schon für sehr viel weniger Geld bekommt. Aber darum soll es hier nicht gehen. Denn selbst wenn man in Richtung eines iPad mini tendiert bleibt derzeit eine Frage offen: Werde ich mich als Käufer der ersten Generation schon bald ärgern, weil in wenigen Monaten ein wesentlich verbessertes Nachfolgemodell herauskommt? Einige Berichte scheinen das nahezulegen.

Sinkt der Preis?

Mit dem Einstiegspreis von 329 Euro hat Apple vor allem eines deutlich gemacht: Das Billigsegment ohne Gewinnmarge überlassen sie gern Amazon und Google. Sollen die mit ihren Geräten Verluste machen, Apple macht entweder seinen gewohnten Profit oder lässt es ganz bleiben. Trotzdem hat es auch die Experten überrascht, dass Apple nicht wenigstens den psychologisch wichtigen Preis 299 Euro anvisiert hat. Es erscheint dementsprechend als eine sehr bewusste Entscheidung, auf 329 Euro zu setzen, denn auch Apple weiß, dass 299 in den Augen der Konsumenten erheblich billiger wirkt, auch wenn es nur 30 Euro sind. Zudem ist Apple dafür bekannt, die Preisstufen selten zu ändern. Beim iPad hat sich da noch gar nichts getan. Stattdessen werden die Produktfeatures passend gestaltet.

Insofern erscheint es unwahrscheinlich, dass sich die Preisstaffel beim iPad mini so bald ändern wird. Aber es ist sehr wohl möglich, dass Apple nach Erscheinen des iPad mini 2 das vorherige Modell als Einsteigergerät zum vergünstigten Preis im Programm behält. So ergeht es ja jetzt dem iPad 2, das mit 399 Euro bislang das günstigste iPad war. Beim iPhone bleiben sogar zwei Vorgängergenerationen im Programm, beim iPhone 4 mit lediglich 8 GB internem Speicher. Darauf verlassen kann man sich allerdings nicht, denn vielleicht wartet Apple noch eine weitere Generation ab oder sieht 329 Euro gar als unterste Grenze an, die nicht angetastet wird.

Es wäre aber zumindest denkbar, dass es beim nächsten Generationswechsel ein iPad mini der ersten Generation für 229 Euro gibt. Ob Apple auch hier den Speicher auf karge 8 GB reduziert, ist schwer abzuschätzen. Wenn sie es nicht tun, müsste die neue Generation des iPad mini einige entscheidende Verbesserungen aufweisen, um einen Kaufanreiz zu schaffen. Aber was könnte das sein?

Wann kommt das Retina-Display?

Bei den Gerüchten im Vorfeld des iPad mini konnte sich so mancher nicht vorstellen, dass Apple ein neues Gerät ohne Retina-Display auf den Markt bringen würde. Auf diesen sehr hoch aufgelösten Displays kann man in normaler Leseentfernung keine Pixel mehr ausmachen, entsprechend scharf und "wie gedruckt" wirken sie.

Ein Blick auf frühere Entwicklungen und die aktuellen Modelle zeigt hingegen, dass man nicht automatisch Retina-Displays erwarten kann. So werden sie bei den Laptops in einer eigenen Modellreihe eingeführt, während die Vorgänger im Programm bleiben. Und sowohl iPhone als auch iPad kamen zunächst mit gängigen Auflösungen auf den Markt.

Das Problem beim iPad mini ist, dass es im Vergleich zum iPad leichter und preisgünstiger sein soll. Beides ist gefährdet, wenn man versucht, ein Retina-Display zu verwenden. So wurde das iPad 3 gegenüber dem iPad 2 schwerer und dicker – hauptsächlich wegen des entsprechend größeren Akkus.

Zudem hat Apple die Hürde zu überwinden, dass sie bei den Retina-Displays von iPhone und iPad die Pixelanzahl bislang immer vervierfacht haben, damit Apps nicht sofort angepasst werden müssen. Ohne Optimierung sehen Apps deshalb zwar unschön aus, funktionieren aber. Zu welchem Preis aber ließe sich überhaupt ein Display mit 7,9 Zoll Diagonale und 2.048 x 1.536 Pixel Auflösung produzieren? Oder beißt Apple in den sauren Apfel und steigert die Auflösung hier nicht im bisher bekannten Maß?

So oder so scheint es nach aktuellem Stand nicht so selbstverständlich wie von manchen vermutet, dass das nächste iPad mini bereits ein Retina-Display bekommt. Allerdings würde sich der Preis von 329 Euro aus Konsumentensicht dann wesentlich besser erklären und es bliebe auch genügend Platz in der Preispalette, um das bisherige iPad mini als vergünstigtes Einsteigermodell im Programm zu halten.

Gibt es mehr Rechenpower?

Das iPad mini ist im Moment technisch gesehen ein iPad 2 im kleineren Format mit erheblich besseren Kameras und einem Display mit höherer Pixeldichte. Es erscheint als sehr wahrscheinlich, dass die besten Prozessoren immer im großen iPad zu finden sein werden und das iPad mini mindestens eine Generation dahinter zu finden ist. Zum einen hat das technische Gründe, weil das große iPad eben z.B. mehr Raum für Akkus hat, falls der schnellere Prozessor mehr Strom benötigt. Zum anderen spielt hier das Marketing eine Rolle, denn es muss ja neben dem größeren Format genügend Gründe geben, sich das teurere iPad im 9,7-Zoll-Format zu kaufen.

Außer bei grafiklastigen Spielen dürfte sich dieser Leistungsunterschied aber nur selten bemerkbar machen. Es kommt eben darauf an, wie intensiv und wofür man sein iPad benutzt. Wer sowohl das Maximum an Leistung als auch das kleinere Format haben möchte, wird sich jedenfalls auch zukünftig mit großer Sicherheit entscheiden müssen.

Generell ist aber klar, dass das iPad mini in der nächsten Generation einen besseren Chip bekommen wird. Alles andere wäre eine große Überraschung.

Wann wird das neue iPad mini vorgestellt?

Weil zwischen iPad 3 und iPad 4 diesmal nur etwas mehr als ein halbes Jahr vergangenen ist, glauben nun manche, die iPads würden generell schneller erneuert. Bislang gibt es abgesehen von diesem einen Indiz aber keine Anzeichen dafür. Es ist ebenso denkbar, dass dieser schnelle Generationswechsel diesmal einen anderen Grund hatte: Apple will die iPad-Familie zukünftig immer am Jahresende und nicht wie bisher am Jahresanfang erneuern. Das hatte sich schon bei den iPods aus einem sehr guten Grund bewährt: Dann geht die neueste Generation direkt ins sehr wichtige Weihnachtsgeschäft. Beim bisherigen iPad-Rhythmus war zu Weihnachten immer schon bekannt, dass bald darauf ein Nachfolger auf den Markt kommt. Das dürfte so manchen von einem Kauf abgehalten haben.

Insofern ist es aus meiner Sicht sehr gut möglich, dass wir erst in einem Jahr die neuen Generationen von iPad und iPad mini sehen.

Gesamtfazit

Natürlich ist dieser Beitrag Kaffeesatzleserei. Aber ich habe versucht, Erfahrungen aus der Vergangenheit und rein logische Überlegungen einfließen zu lassen, um zu meinen Schlüssen zu kommen. Wenn ich gefragt werde, ob man das iPad mini jetzt kaufen oder lieber warten sollte, kann ich nur mit der Weisheit antworten, die man aus der gesamte IT-Branche kennt: Wenn du es brauchst (oder aus anderen Gründen sofort haben willst), dann kauf jetzt, wenn nicht, dann nicht. Man sollte dann aber auch damit rechnen, dass das nächste iPad mini erst in einem Jahr erscheint und auch dann noch kein Retina-Display hat.

Und um den Hinweis vom Anfang zu wiederholen: Ja, es gibt von anderen Herstellern wesentlich günstigere Tablets in einem ähnlichen Format. Hier hatten wir die technischen Daten von iPad mini, Kindle Fire HD und Nexus 7 verglichen. Es geht in diesem Artikel lediglich um jene Interessenten, für die bereits klar ist, dass sie beispielsweise wegen der App-Auswahl oder aus anderen Gründen ein iPad mini haben möchten.

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