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30.10.13Leser-Kommentare

High-Tech-Spiegel iMirror: Twitter lesen beim Zähneputzen

18 Minuten verbringt man durchschnittlich pro Tag vor dem Badezimmerspiegel. Ein kanadisches Unternehmen möchte diese monotonen Aufgaben nun produktiver machen, indem sie den Spiegel mit einem Touchscreen ausstatten. Dieser soll dann Twitter, Facebook, Google Maps und andere Apps auf die Spiegelscheibe bringen.

79a8bbb26f0a3ca5eefb53da945b4d25_large iMirror im Bau

Mit ihrem interaktiven Spiegel namens iMirror möchte die kanadische Firma POSH View auch die Zeit produktiver machen, die man morgens zum Zurechtmachen nutzt. Der Spiegel, der zu einem riesigen Touchscreen wird, bringt das aktuelle Wetter, die Verkehrslage und Nachrichten der sozialen Netzwerke an die Wand und so lassen sich - während man sich beispielsweise die Zähne putzt - die neusten Tweets abrufen. Dabei kann der Spiegel auch mit dem Smartphone kommunizieren und Daten austauschen.

[photos title=”Produktname oder sonstiger Titel der Galerie"] Sollte das Kickstarter-Projekt - mit dem man immerhin 200.000 kanadische Dollar sammeln will - erfolgreich verlaufen, geht iMirror in ungefähr einem Jahr in die Produktion.

iMirror ist ein gutes Beispiel dafür, welche Wichtigkeit der Produktivität außerhalb des Jobs zugesprochen wird. So mancher schaut nach dem Aufstehen als erstes auf das Smartphone und überprüft, ob neue Nachrichten eingegangen sind - davon spreche ich mich auch nicht frei. Sollte man die Produktivität nun aber auf wirklich alle Tätigkeiten ausweiten? Muss man beim Zähneputzen oder Schminken seine Mails checken? Aus meiner Sicht nicht. Der ständige Drang online und informiert sein zu müssen, laugt jeden Menschen mit der Zeit aus. Schon heute bekommen wir mehr Informationen, als unser Hirn verarbeiten könnte. Das macht uns unruhig, nervös und gereizt.

Das Modewort unserer Generation ist "Entschleunigung". Das Internet einfach einmal Internet sein lassen und nicht den Anspruch haben, alle Informationen in Echtzeit bekommen zu wollen. Unter diesem Gesichtspunkt sehe ich einen Spiegel wie diesen kritisch.

Die Bewertung kann natürlich nur aus meiner Sichtweise entstehen. Viele Menschen gehen darin auch auf und genießen den Fluss der Informationen. Wenn man bei sich selbst jedoch merkt, dass es die Lebensqualität einschränkt, dann sollte man die Interaktivität auf möglichst kleine Teilbereiche des Lebens beschränken.

Die Technik im Spiegel kann ich mir aber auch sehr gut für andere Dinge vorstellen - interaktive Informationstafeln im Businessbereich könnte man so ansprechend in das Innendesign integrieren. Ein Spiegel wie dieser könnte ebenfalls im Haarsalon dazu genutzt werden, die Wartezeiten zu überbrücken, die zwischen verschiedenen Behandlungen entsteht.

Wer einen iMirror haben möchte, sollte übrigens auch ein gut gefülltes Konto haben: Umgerechnet rund 1.925 Euro kostet ein Exemplar und das ist ein Early-Bird-Angebot. Immerhin ist der internationale Versand hier schon inbegriffen. Regulär soll er rund 2.620 Euro kosten.

Mehr Informationen auf der iMirror-Projektseite.

Kommentare

  • jan

    30.10.13 (10:31:06)

    Das Wort "Produktivität" hat mich erstmal auch erschreckt :-D Warum soll ich im Badezimmer "produktiv" sein? Aber schonmal die Wettervorhersage anschauen, aktuelle Verkehrsmeldungen o.ä. das finde ich schon ganz nett - ist aber zum glück nicht produktiv sondern informativ.

  • Roman

    30.10.13 (18:11:50)

    Yeah, endlich mal ein Endgerät mit einem eigenen Betriebssystem. Warum nutzen die nicht einfach Android oder iOS? Der Spiegel ist doch eigentlich nicht mehr als ein riesengroßes Touch-Device. Und genau hier ist auch der Fehler: viel Spaß beim täglichen Spiegel-Putzen...

  • ich find das super

    31.10.13 (08:37:42)

    Produktiv beim Zähneputzen, heisst man kann gleichzeitig noch ins Lavabo pinkeln und sich mit der andren freien Hand die Haare kämmen.

  • AlphaOrb

    01.11.13 (08:16:23)

    An den Video erkennt man sehr deutlich, dass die Grundlage Windows 8 sein dürfte. Der Mauszeiger und der kleine Kreuzförmige Touch-Indikator. Sowie die Ring-Animation beim Touchvorgang. Und: Das Zoomen und drehend von Applikations-Fenstern ist wie beim Surface-Tisch.

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