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20.01.10

Chumby One im Test: Wecker mit Widgets

Chumby One ist ein Nachttisch-Gadget für alle diejenigen, die nicht per iPhone rund um die Uhr mit der Welt verbunden sind.

Vor ein paar Wochen haben wir schon einmal über den Chumby One berichtet. Jetzt ist er auch in Deutschland erhältlich. Wir haben ein Testgerät einige Tage auf "Chip und Widgets" testen können.

Der Chumby One wird hierzulande als "Internet-Radiowecker" beworben, und das trifft es nicht schlecht. Schließlich sind unter den mehr als 1'300 Widgets allein 208 Uhren. Aber der Chumby kann noch viel mehr: Er zeigt die persönlichen Mails, Facebook-Status oder -Fotos, Twitter-Timeline, Flickr-Fotos oder YouTube-Videos.

 

"Und wozu braucht man das?" lautete die erste ketzerische Frage meiner Frau, als ich ihr erklärte, was der Chumby One kann. Naja, von brauchen kann natürlich nicht die Rede sein, aber es ist schon nett, dieses Guckfenster zur virtuellen Welt auf dem Nachttisch oder in der Küche stehen zu haben, vor allem, wenn man nicht über ein iPhone, Android oder sonstiges Smartphone mit Flatrate verfügt.

Zunächst gilt es aber, den Chumby in Betrieb zu nehmen. Dazu versieht man das Netzteil mit dem passenden Stecker, stöpselt das Gerät ein und wartet einen Augenblick. Falls man einen FujiFilm NP-120 Akku zur Hand hat, macht man sich von der Steckdose unabhängig. Auf jeden Fall startet der Chumby mit einer kleinen Einführung, natürlich auf englisch.

Man muss nur sein WLAN-Netz auswählen, das WPA2-Passwort eingeben (jedenfalls in meinem Fall) und schon geht es los. Bei mir gleich mit einem Systemupdate, das ein paar Minuten dauerte, und nach dem der Chumby erst einmal die Meldung ausgab: „Back in a few seconds”. Als er 20 Minuten später immer noch dunkel war, zog ich den Stecker kurz aus der Dose, steckte ihn wieder ein, und los ging’s.

Man braucht einen Rechner, um sich bei Chumby.com ein (kostenloses) Konto anzulegen und sich dort einzuloggen. Jetzt kann man sich die Widgets zusammenstellen, die der Chumby One wiedergeben soll. Fast alles ist auf englisch; außer knapp 70 japanischen Widgets, einem deutschen Galgenmännchen-Spiel und einem FAZ-Widget gibt es nur wenig nicht-amerikanisches. Aber Facebook, Mail, Yahoo-Weather, eBay und RSS-Feedreader sind ja international.

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Zudem kann man den Chumby One als Einschlafhilfe nutzen. Es gibt SleepSounds von Regen über Wellen und Vogelgezwitscher bis hin zu weißem Rauschen oder New Age-Klängen. Per Timer kann man steuern, wie lange man in den Schlaf gelullt werden möchte.

Versetzt man Chumby One in den Night-Modus, zeigt er lediglich die Uhrzeit auf dem abgedunkelten Display, das man mit einer weiteren Berührung auch ganz abschalten kann. Und natürlich kann man sich von ihm wecken lassen. Auch als Internetradio taugt der Chumby. Pandora läuft zwar aus lizenzrechtlichen Gründen nicht, aber es gibt andere Dienste, wie z.B. shoutcast. Und außerdem kann man jeden Mp3-, mu3-, ogg- oder pl5-Stream direkt eingeben.

Auch diverse Webcams zeigt der Chumby an, vom Times Square über die Pyramiden bis hin zu Panda-Bären oder kleinen Kätzchen.

Es lassen sich verschiedene Channel für den Chumby anlegen, um das Ganze etwas übersichtlicher zu halten. Kann man sich nicht entscheiden, welche der über 200 Uhren einem am besten gefällt, legt man einfach einen Uhren-Channel an und wählt dort von Fall zu Fall, wie die Zeit angezeigt werden soll.

Einen kleinen Eindruck davon, was der Chumby One so zeigt, vermittelt der virtuelle Chumby hier:

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Auch als Kommunikations-Tool kann man den Chumby One benutzen. Kennt man einen anderen Chumby-Besitzer, kann man diesem Chum Nachrichten oder Widgets senden, die dann auf dem Bildschirm auftauchen.

Fazit: Deutlich mehr als ein Internet-Wecker. Der Chumby One ist sicher noch verbesserungs- und ausbaufähig, besonders, was die Auswahl an deutschen Widgets betrifft, doch meine drei Jüngsten waren begeistert. Insbesondere die Spiele hatten es ihnen angetan, z.B. Tic-Tac-toe, Guitar-Hero-Varianten, Sudoku oder Galgenmännchen.

Ich finde es hingegen praktisch, immer mal einen schnellen Blick auf Mail, Facebook und Twitter werfen zu können. Und auch meine Frau meinte schon nach ein paar Tagen, sie hätte sich an den knubbeligen kleinen Chumby gewöhnt, der ein bisschen aussieht wie ein Retro-Wecker, aber auf seinem Display Infos und Bilder von der ganzen Welt liefert. Wir werden ihn wohl alle ein wenig vermissen, wenn das Testgerät wieder zurückgeht.

Der Chumby One ist auch in Deutschland erhältlich und kostet hier rund 120 €.

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