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05.09.09

IFA 2009: (Wann) Kommt das 3D-Fernsehen?

Die IFA brachte neben dem Trend zu 3D-fernsehen (mit Brille) und der Geräte-Konvergenz im Haushalt wenig Neuigkeiten. Offensichtlich wird überall gespart.

Wenn man auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin mit den Vertretern der großen Hersteller spricht, dann bekommt man auf die Frage nach den Innovationen für die Zukunft zwei Antworten: Vernetzung und 3D. Kaum ein Hersteller, der nicht mit einem 3D Fernseher gekommen ist, die aber alle noch nicht komplett serienreif sind.

Und kein einziger fabriziert ein Bild, das man ohne Brille sehen kann. Was die Sache irgendwie etwas etwas altbacken aussehen lässt. 3D mit Brille gab es schliesslich schon in den 50er Jahren. Wird man "inoffiziell", zucken die meisten PR-Leute mit den Schultern. Es ist klar - 3D ist machbar, aber die Kunden müssten sich neue Fernseher leisten. Und Blu-ray-Player. Mit anderen Worten: Das ist eine nette technische Spielerei, aber ob und wann sie sich durchsetzten wird?

Der zweite Punkt, auf den die Hersteller aus sind: Vernetzung. Sony bringt das Internet und dort verfügbare Videos demnächst auf den Bravia (was LG mit dem BluRay-Player BD370 bereits getan hat - siehe Testbericht), bei Philips präsentierte man erneut "Net TV", eine Art Browser fürs Internet mit vorgewählten Inhalten. Dafür sollen die Geräte in Zukunft viel besser miteinander kommunizieren.

Auf Unterhaltung ausgelegte Rechner (Media-PCs) sollen in Zukunft das Rückgrat der hauseigenen Medienbibliothek sein. Entweder winzige Computer, die ohne Lüfter auskommen und dank großer Festplatte das gesamte Haus mit Medien versorgen können. Viele Hersteller entdecken mit der Version 7 Windows neu - dank der deutlich verbesserten Netzwerkfähigkeiten. Andere basteln eigene Lösungen. So richtig einig ist man sich nicht.

Das ist alles recht interessant, aber es gibt dabei das ungelöste Problem, wo die Daten gespeichert werden. Sinn macht das ja nur, wenn die abzurufenden Inhalte auf einer zentralen Festplatte liegen, da sonst der Hauptrechner immer laufen muss. Dafür gibt es aber heute schon Festplatten, die man an den Router anschliesst und als Datenserver im Heim benutzen kann. Da braucht man keine sonstwie gearteten Geräte. Und wie man mit Dateien umgeht, die "in the cloud" sind, also im Netz gespeichert werden, ist auch noch nicht so klar: Da fehlt den Fernsehern eine leicht zu bedienende Oberfläche fürs Netz.

Das Thema "Live-Streaming" ist bei den meisten Herstellern noch nicht angekommen. Sony will in Zukunft immerhin die Inhalte der Mediatheken (ARD/ZDF) abrufbar machen. Es ist den Herstellern schon klar, dass der Zuschauer in Zukunft sein Programm selber zusammenstellen und ansehen möchte, wenn er das will. Aber richtige Lösungen hat man noch nicht parat.

Es gibt also wenig Neuigkeiten in Sachen Hardware, was angesichts der angespannten Wirtschaftslage auch nicht weiter verwundert. Zudem kann man nicht jedes Jahr das Rad neu erfinden. Gerade im TV-Bereich ist die Bildqualität ab der oberen Mittelklasse bei allen Herstellern inzwischen so gut, dass nur noch persönliche Präferenzen bei Schärfe und Farbe entscheiden.

Viele Aussteller scheinen die Neuentwicklungen auch deswegen reduziert zu haben, weil sie mit einem harten Preiskampf im nächsten Jahr rechnen: Es ist weniger schmerzhaft, alte Technik im Preis zu senken, als Innovationen unterhalb der Entwicklungskosten zu verscherbeln. Um so mehr Gedanken macht man sich in den Entwicklungsabteilungen (hoffentlich), wie man die Bedienung der Geräte verbessern kann und wie man vom PC bis zum Fernseher alles miteinander auch dann vernetzen kann, auch wenn man unterschiedliche Hersteller verwendet.

Eine Bemerkung am Rande noch: viele Hersteller reden von "digitalen Bibliotheken", zum Beispiel iTunes. Dabei ist auch klar, das nicht alle Kunden ihre DVDs oder ihre Musik auf legalen Weg erworben haben. Die meisten Hersteller klinken sich an dem Punkt aus und verweisen auf die Verfügbarkeit von Dateien im "Heimnetzwerk".

Auch Microsoft: Windows 7 erlaubt nicht nur das Abspielen von Daten im Heimnetzwerk. Sicher - das konnte man schon mit XP, aber so leicht wie jetzt war es noch nie. Netzwerke lassen sich nun auch für unerfahrene User extrem schnell aufbauen, die Daten sind mit einem Klick frei gegeben, so lange beide Rechner Windows 7 laufen haben. Das Ergebnis: Dank WLAN kann sich ein ganzes Mietshaus vernetzen. Oder ein Café. Die Rechteinhaber wird es freuen.

In eigener Sache: Gerne hätte ich viele der 250+ Bilder gezeigt, die ich gemacht habe. Aber die Speicherkarte hat ihr Leben ausgehaucht. Das wäre ja auch mal eine sinnvolle Neuerung - wenn Kameras gemachte Bilder ad hoc per UMTS sicher im Netz speicherten. Vielleicht sieht man sowas ja auf der IFA 2010.

Bilder: Jochen Siegle/TechFever / Keystone

 

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