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05.12.13Leser-Kommentar

If Convertible: Smartphone und Laptop in einem

Das If Convertible soll eine Art Mini-Laptop werden, der aus einer Klapp-Tastatur und zwei Bildschirmen besteht. Einer davon soll ein vollständiges Smartphone sein, das herausgenommen werden kann. Geniale Idee oder teurer Quatsch?

If Convertible. Alle Bilder: Hersteller

Darauf ist die Welt noch nicht gekommen: Eine Mischung aus Laptop und Smartphone. Ein Smartphone alleine ist ja ein bisschen klein, um eine Tastatur daran anzuschließen und darauf zu tippen (auch wenn Kollege Jan gerade seine Leidenschaft für externe Tastaturen entdeckt hat). Aber wenn man zwei Bildschirme der gleichen Größe nebeneinander pappt, dann hätte man genug Fläche für ein Reise- oder Mini-Notebook.

Das ist die Idee des Silicon-Valley-Startups Idealfuture. Das If Convertible besteht aus einer Tastatur und eben zwei Bildschirmen, von denen man eins herausnehmen und es als Smartphone benutzen kann. Beide Einheiten verfügen über eine eigene Rechner-Architektur. Man kann das Gerät in mehreren Systemkonfigurationen vorbestellen. Die Kampagne läuft derzeit auf Indiegogo. Doch nicht alle Fragen werden hier beantwortet und es gibt Unstimmigkeiten.

Zumindest den Gedanken kann man ja einmal durchspielen: Was wäre, wenn man Laptop und Smartphone haben, aber nur ein Gerät mitnehmen möchte? Wäre es dann nicht toll, wenn man das Smartphone praktisch aus dem Laptop herausnehmen und separat nutzen könnte? Tja, wäre es das? Die Vorteile des If Convertible jedenfalls, laut Hersteller Idealfuture: Kompakter, nur ein Mobilfunkvertrag nötig und dazu weniger Gesamtkosten, weil man statt zwei teurer Geräte nur ein teures Gerät kauft. Hier im Video stellt jemand von Idealfuture das If Convertible vor:

vimeo.com/77730755

Ich schreibe hier bewusst "jemand", denn in dem Video stellt sich der Mann, der wohl Unternehmenschef Jeff Batio ist, gar nicht erst vor. Er sagt, man habe das Gerät jetzt mal geplant, müsse es aber noch entwickeln. Letztendlich auf den Markt kommen sollen die verschiedenen Versionen des If Convertible zwischen Juni und August 2014 in Versionen mit Ubuntu und Android oder Windows 8 und Android. Habe ich Zweifel daran, dass das klappt? Wo soll ich anfangen...

Gigantischer Speicher, riesiges "Smartphone"

Es beginnt mit den Spezifikationen. Stolze 512 GB soll der Speicher der Geräte insgesamt umfassen können, 128 GB sowohl in der Smartphone- als auch der Rechner-Einheit und noch einmal jeweils Micro-SD-Slots, die maximal 128 GB Extra-Speicher unterstützen können. Für ein Smartphone wäre das der größte Flash-Speicher, den ich bis dato gesehen hätte. Allerdings, Smartphone... Idealfuture schreibt von zwei 7-Zoll-Screens, die nebeneinander aufgestellt werden sollen und so zusammen mehr als 12 Zoll Bildfläche ergeben in einem Format, das eher an 21:9 als 4:3 erinnert. Einmal abgesehen davon, ob man damit dann arbeiten kann, wundere ich mich, wie man ein Gerät mit 7-Zoll-Display noch als Smartphone bezeichnen kann. Idealfuture nennt es "Tablet-Smartphone", aber das ändert ja nichts daran, dass man sich so ein Gerät nicht unbedingt ans Ohr halten will.

Sind 7 Zoll noch ein Smartphone?

Die Kampagne wirkt auf mich wenig durchdacht. Das beginnt beim Video, das den Charakter einer besseren Verkaufspräsentation hat, führt weiter über den Mann im Video, der auf mich nicht seriös wirkt, streckt sich über die atemberaubenden Spezifikationen, dem sonderbaren Web-Auftritt und endet mit ungewöhnlichen Bezeichnungen für technische Eigenschaften, die nicht gerade dafür sprechen, dass sich die Anbieter gut mit der Materie auskennen. Da ist dann etwa von "4g"-Arbeitsspeicher die Rede und nicht von "4GB". Die Displays werden als "ISP" und nicht, wie es eigentlich heißt, als IPS-Display bezeichnet.

Schleppend laufende Crowdfunding-Kampagne

Und natürlich muss auch einmal darüber diskutiert werden, ob das If Convertible mit dem Knick in der Optik wirklich das ist, worauf die Welt gewartet hat. Ja, man müsste nur noch ein Gerät mitnehmen. Aber wenn man das Smartphone oder eher Tablet da herausnimmt, tippt man plötzlich vor einem Miniscreen herum. Die Laptop-Einheit macht dann nur noch wenig Spaß und sieht ganz nebenbei komplett lächerlich aus. Und nicht zuletzt wirkt das Plastikding, das Batio in dem Video zeigt, erstaunlich dick und klobig. Es spricht in meinen Augen nichts dagegen, ein größeres Tablet mit einer Extra-Tastatureinheit auszustatten, um unterwegs ein paar längere Texte zu tippen. Aber so wie Idealfuture sich das vorstellt, überzeugt mich das nicht.

Klobiges Gehäuse

Und offenbar bin ich da nicht alleine: Die Crowdfunding-Kampagne der Kalifornier läuft bereits seit Mitte Oktober und hat in dieser Zeit erst 15 Förderer gefunden, die etwas mehr als 6.000 US-Dollar hergeben wollen. Ziel von Idealfuture ist es, bis zum 20. Dezember noch 100.000 Dollar einzusammeln. Bauchgefühl: Das wird nichts mehr. Wer doch will, kann 649 Dollar in die Ubuntu-Android-Version investieren oder 1.299 Dollar für die Version mit Android und Windows 8.

Weitere Informationen auf der Indiegogo-Seite und dem Webauftritt von Ideal Future.

Gefunden auf Gizmag.com

Kommentare

  • jan

    06.12.13 (06:25:35)

    Die Idee, ein Smartphone in einen Laptop zu integrieren ist ja nicht soo neu, und prinzipiell gut, aber hier in diesem Fall ist mir auch einiges nicht klar: - Funktioniert das "Netbook" überhaupt ohne Smartphone (im prinzip wäre es logischer, es würde nicht funktionieren, weil die rechnerleistung vom smartphone ausreichen müsste - spart akku) - die kombination von win8 auf netbook und android auf dem smartphone klingt interessant... würde ich gerne mal testen, ob alles sauber synchronisiert ist zur optik/physik: es hätte mehr sinn gemacht, ein kleines smartphone in ein 14" notebook unten einzuschieben - als multifunktions-touchpad quasi. Auf die gezeigte art aber hat man, wie der autor schon sagt, ein riesen smartphone oder ein unpraktisches "kino-netbook" mit Unterbrechung in der Bildschirmmitte

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