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26.09.12Kommentieren

Huawei Ascend P1 im Test (2): Schön, begehrenswert und doch kein klarer Siegertyp

Trotz ausgetüftelter Anpassungen kann sich das Huawei Ascend P1 nur schwer gegen die etablierte Konkurrenz behaupten. Warum das so ist, lest ihr im zweiten Teil unseres Tests.

Im ersten Teil wurde klar, dass die Konkurrenz für ein wenig Aufpreis einen bekannten Namen und etwas mehr Leistung bietet. Kann sich der Newcomer Huawei mit seinem Ascend P1 trotzdem behaupten? Schauen wir uns das Gerät weiter an.

Software 2

Huawei Ascend P1 (Bild: Kai Zantke)Huawei legt dem Ascend P1 ein paar Goodies bei: das Spiel „Riptide GP” (1,99 Euro im Play Store), einen „Dateimanager” der nach Kategorien oder Speicherort sortieren und Archive entpacken kann, sowie den Videoeditor „Film Studio”, der eine ganze Reihe von Text-, Übergangs- und Filmeffekten beherrscht und natürlich eine Taschenlampen-App. „AllBackup” ist ebenfalls eine Erwähnung wert: Damit ist es möglich, wichtige Inhalte des Smartphones auf eine Speicherkarte zu sichern. Bei den Standard-Apps wie E-Mail oder Kalender gibt es hingegen nur die bekannten Ansichten ohne weitere Anpassungen. Die Bedienung des P1 läuft ohne Verzögerungen ab, auch der Videoschnitt gelingt ohne Wartezeiten und das Farbschema wirkt modern.

Kamera

Huawei Ascend P1 (Bild: Kai Zantke)Die Kamera in einem Smartphone gehört mittlerweile zum Alltag dazu. Unzählige Fotos auf Flickr, Picasa, Facebook,... wie schaut's denn mit der im Ascend P1 aus? Hier schnappe ich mir mein Fazit aus dem Test Kamerasmartphones im Vergleich, wo auch andere Kameras mitgetestet wurden: „Die Kamera überzeugt auf voller Linie, denn selbst bei schlechter Beleuchtung erhält man noch rauscharme Bilder. Lediglich der Farbabgleich zeigt häufig einen starken Blauton. Das lässt sich zwar nachbearbeiten, ist aber für Schnappschüsse hinderlich. Dafür sind selbst feine Details noch gut zu erkennen.” Ich halte die Kamera für eine der besseren auf dem Markt, die selbst bei schlechten Lichtverhältnissen noch helle und ansehnliche Bilder erzeugt. Leider gelingt der Weißabgleich manchmal nicht hundertprozentig zuverlässig, was sich aber über den integrierten, leistungsstarken Fotoeditor schnell nachbearbeiten lässt.

Bei Videos sieht es etwas anders aus. Kanten zeigen ein auffälliges Streifenmuster, was eine mittelmäßige Optik vermuten lässt. Da bei Fotos dieser Effekt nicht sichtbar ist, scheinen die Filteralgorithmen äußerst effizient zu arbeiten, dürften bei Videos jedoch an ihre Leistungsgrenzen treten. Dafür ist der Autofokus äußerst zuverlässig und schnell, was er auch der größeren Tiefenschärfe der Linse verdankt. So müssen Bokeh-Effekte zwar mit digitalen Filtern erreicht werden, dafür sind Personen auf Fotos fast immer scharf. Insgesamt liefert das P1 ordentliche Videos ab, die aber durchaus besser sein könnten.

Audio

Huawei Ascend P1 (Bild: Kai Zantke)Huawei hat auch bei der Musikwiedergabe seine Finger im Spiel. Der Player „Musik+” lässt keine Wünsche offen: Playlists, Songtexte, Animationen – alles dabei. Egal ob über den eingebauten Lautsprecher oder über den Kopfhörerausgang kann sich der Ton hören lassen: kräftige Bässe, gute Dynamik. Über die Dolby-Erweiterung klingt alles etwas voluminöser mit mehr Hall und Echo. Doch es fehlt etwas an Höhen und vor allem Lautstärke. Voll aufgedreht dürfte sich mancher Discogänger verloren fühlen, denn was da rauskommt, reicht gerade so um den Umgebungslärm zu übertönen - sowohl am Lautsprecher, als auch über die Kopfhörer. Für Normalhörer könnte es gerade so ausreichen, Reserven nach oben hat man damit aber leider nicht. Wie viel Mühe sich Huawei mit den Anpassungen gegeben hat, sieht man auch hier wieder: Beim Anspielen eines Musikstückes wird es sanft eingeblendet - klasse!

Fazit

Huawei schafft eine gute Balance zwischen Leistung, Software-Auswahl und Design. Das flache Gehäuse sticht mit seiner markanten Form sofort hervor und wird einige neugierige Blicke auf sich ziehen. Die Kamera liefert ausgewogene Bilder und akzeptable Videos, dazu gibt es eine große Auswahl an vorinstallierten, nützlichen Apps. Zusammen mit dem normalgroßen SIM-Kartenslot, einem microSD-Karteneinschub und der guten Akkuleistung spielt das Huawei in der oberen Mittelklasse mit. Allerdings hat es dort einen schweren Stand, denn auch das luxuriöse Quad-Core-Smartphone LG Optimus 4X HD, das schnellere HTC One S und das aktuelle Nokia-Vorzeigemodell Lumia 900 mischen hier mit, die allesamt nur 30 Euro teurer sind. Hinzu kommt die nervige Abfrage über den mobilen Datenverkehr (siehe erster Teil) und die geringe Lautstärke. Für zur Zeit 370 Euro ist es meiner Meinung nach zu teuer, gerade wenn man bedenkt, dass das Motorola Razr XT910 nur 320 Euro kostet. Schade, denn die Softwareanpassungen sucht man bei den Mitbewerbern teilweise vergebens.

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