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02.04.12

HTC One S im Test (1): Eine glatte Eins?

Auf die neuen Handy-Modelle von HTC warten viele gespannt. Das "One S" ist eines davon und wird von mir in den nächsten Tagen kritisch beäugt. Mein erstes Urteil dazu: grandioses Smartphone.

Die Weiterentwicklung von technischen Geräten, in unserem Fall von Smartphones, sollte nicht nur Datenblatt-getrieben sein, sondern auch direkten Nutzen für den Anwender bringen. Wieso sollte ich ein neues Gerät sonst kaufen? Ich möchte an dieser Stelle nur an die alten Psions oder Palms erinnern, die mit 16 MHz oder 33 MHz Office-Dokumente flüssig (!) bearbeiten konnten und deren Bedienung ohne Wartepausen ablief. Man denke dagegen an die superschnellen Gigahertz-Prozessoren, bei denen sich ein 3-GHz-Prozessor mit Windows 7 trotzdem nicht sechs Mal schneller anfühlt, als ein 500-MHz-Prozessor damals mit Windows 98. Wenn man von Weiterentwicklung spricht, dann sollte ein Gerät also auch abseits von technischen Daten überzeugen können. Hat mich das HTC One unter diesen Gesichtspunkten begeistert? Ja, völlig!

Auspacken und Staunen

Als Nerd begeistert mich fast jedes neue Smartphone, doch das HTC One brachte mich auch zum Schmunzeln. Steht auf der Display-Folie doch glatt: „I'm the one you've been waiting for” - „Ich bin das Eine, auf das du gewartet hast”. Und irgendwie stimmt das ja auch - auf mein Testgerät habe ich tatsächlich sehnsüchtig gewartet. Ab dem Moment, in dem ich es in die Hand nehme, fühlt es sich organisch an, wie ein Teil meiner Hand: Die Größe ist perfekt, das Gesamtgewicht und die Verteilung sind genau richtig, die abgerundeten Seiten schmiegen sich in meine Hand. Nein, HTC bezahlt mich nicht für diese Lobeshymne. Nein, ich habe keine Marketing-Maschinerie durchlaufen. Dieses Smartphone fühlt sich wirklich toll an! Obwohl es 0,7 mm dicker als das Motorola Razr ist, wirkt es kompakter und schmaler.

Spaltmaße

Drei Softtasten am Boden, die Lautstärkeregelung rechts und ein Einschalter oben müssen ausreichen. Kein Kameraknopf. Das enttäuscht, denn auf die Kamera werden wir noch zu sprechen kommen. Aber bleiben wir noch beim Aussehen. Scharfe Kanten gibt es trotz des handschmeichlerischen Gefühls: Links oben ist wie bei allen HTCs der microUSB-Port ausgefräst Er liegt tief nach hinten versetzt im Gehäuse und wird von scharfen Kanten umringt. Obwohl fast alles passgenau sitzt, macht ausgerechnet der SIM-Karten-Deckel oben Probleme. Das Spaltmaß ist nicht hundertprozentig, der Deckel ragt etwas darüber hinaus. Sobald man das Smartphone quer hält, spürt man dies in der Handinnenseite. Ich könnte jetzt etwas Schmiergelpapier nehmen und das sofort beheben - aber bei einem Gerät für 500 Euro darf das nicht passieren. Wieso nicht wie bei anderen HTC-Modellen die Kappe die Kante umlaufen lassen oder den Deckel mit abgerundeten Kanten fertigen? Auch die untere Plastikabdeckung, die jedoch festsitzt, ragt minimal heraus. In diesem Fall stört es jedoch nicht.

Designakzente

HTC setzt in der „Metallic Grey” Version einen Farbverlauf ein, der so zum ersten Mal auf Smartphones zum Einsatz kommt: Ein ganz feiner, schwach sichtbarer Farbverlauf zieht sich von unten ins Helle nach oben. Erst wenn man das Umgebungslicht abdunkelt fällt es ins Auge. Genauso designverspielt zeigt sich die deutlich hervortretende Kameraumrahmung in türkis-blau. Zur Frontkamera: Wo andere auf eine Vollfront setzen, bei der die Kamera hinter dem Display durchschaut, bohrt HTC ein Loch ins Gehäuse und lässt die Kamera nach hinten versetzt ein. Das führt zwar allmählich zu Staubablagerungen, vermeidet jedoch andererseits Fettflecken und Fingerabdrücke.

Am Display begann Nokia den Trend zu abgerundeten Displaykanten. Das kann HTC mittlerweile auch und setzt das im HTC One X ein, beim One S dagegen blufft man, indem die Kanten mit schwarzem Plastik umsäumt werden. Für den täuschenden Design-Eindruck reicht das alle mal und gut fühlt es sich obendrein auch an.

Erstes Fazit

Das HTC One S ist ein Smartphone zum Verlieben. Es ist leicht, dünn und schmiegt sich herrlich in die Hand hinein. Auch die technischen Daten mit Dual-Core, großzügigem Speicher und neuestem Android lassen keinen Zweifel, dass hier alles dabei ist, was man sich wünscht. Wie schnell der Prozessor wirklich arbeitet, was man vom neuen Android Ice Cream Sandwich mit HTC Sense 4 erwarten kann – alles das kläre ich in den folgenden Teilen. Bleibt dran.

Die technischen Daten gibt es bei HTC.

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