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20.06.14

Project LiveWire: So sieht die erste elektrische Harley-Davidson aus

Kann eine Motorrad-Ikone wie Harley-Davidson den Sprung ins elektrische Zeitalter schaffen? Das traditionsreiche Unternehmen will genau das herausfinden und geht jetzt mit dem Prototypen „Project LiveWire“ auf Tour. Auch in Europa wird man die elektrische Harley probefahren können.

Project LiveWire: Sieht aus wie eine Harley, ist aber elektrisch. Project LiveWire: Sieht aus wie eine Harley, ist aber elektrisch.

Das typische Brummeln und Blubbern von Verbrennungsmotoren gilt manchen als unvergleichlich. Nicht wenige Hersteller definieren sich gar über den Sound ihrer Fahrzeuge – und haben dementsprechend Schwierigkeiten, den Weg hin zu surrenden Elektromotoren zu finden. Wie der aufmüpfige Neuling Tesla Motors mit dem Model S zeigt, kann ein Elektroauto zwar schön aussehen und Spaß machen. Aber die haben eben auch kein über viele Jahrzehnte aufgebautes Image zu pflegen. Im Motorradbereich dürfte hier wohl Harley-Davidson einer der schwierigsten Kandidaten sein. Der typische Harley-Sound muss einfach sein. Oder etwa doch nicht?

Ausgerechnet (oder passenderweise) auf der 110-Jahr-Feier des Unternehmens hatte Harley-Manager Matthew Levatich im vorigen Jahr die Idee eines Elektro-Motorrads ins Gespräch gebracht: „Warum auch nicht? Unsere Ingenieure würden sehr gern herausfinden, wie eine solche Harley aussehen, sich anhören und anfühlen würde.“ Gesagt, getan: „Project LiveWire“ nennt die Firma das Ergebnis, das ihr oben in der Bildergalerie bewundern könnt. Dieses Video zeigt es in Aktion:

www.youtube.com/watch

Der eigentliche Sound des Gefährts ist in dem Video dabei auffallend abwesend. Man hört es nur schnell vorbeihuschen und dann einmal garniert mit ordentlich Fahrtwind. Laut Pressemitteilung soll es an „ein Kampfflugzeug auf einem Flugzeugträger“ erinnern. Na, das wird noch zu beweisen sein.

Vom Design her dürfte es Fans der Marke durchaus ansprechen. Harley-Davidson entschied sich für einen klassischen Look. Vergleicht man das mit dem Auto-Bereich, entspricht das eher Teslas Vorgehen als beispielsweise dem von BMW. Deren nagelneue „i-Serie“ sieht aus, als sei sie einem Autodesigner-Fiebertraum entsprungen. Hier soll das Neue an den Fahrzeugen wohl auf Teufel komm raus betont werden. Teslas Model S hingegen ist so elegant, wie man es ansonsten vor allem von italienischen Autos kennt. Geschmackssache.

Exakte technische Daten gibt Harley-Davidson noch nicht heraus. Exakte technische Daten gibt Harley-Davidson noch nicht heraus.

Die Elektrogitarre unter den Motorrädern

Harley-Davidsons Marketingchef Mark-Hans Richter hat dabei einen ganz charmanten Dreh gefunden, um das Elektro-Motorrad bei der Zielgruppe anzupreisen: Es sei eher wie die erste Elektrogitarre und nicht wie das erste Elektroauto. Harley braucht schließlich diesen Hauch Rock'n'Roll. „Es ist ein Ausdruck von Individualität und besonderem Stil, der nur zufällig elektrisch ist. Es ist ein mutiges Statement für uns als Unternehmen und als Marke“, erklärt Richter weiter. Ob es wirklich mutig ist oder nicht schlichtweg fürs Überleben der Marke zwingend notwendig, sei einmal dahingestellt.

Noch ist LiveWire kein fertiges, kaufbares Motorrad. Es ist ein erster Entwurf. Nun tourt das Unternehmen zunächst durch die USA und im nächsten Jahr auch durch Europa. „Ausgewählte Interessenten“ sollen es probefahren können. Und wer keinen Motorradführerschein hat, kann es in einem Simulator ausprobieren. Man wolle Feedback bei den potenziellen Kunden einholen, heißt es offiziell. Letztlich ist es eine Mischung aus Werbeaktion und Marktuntersuchung. Leider gibt es bislang keine genaueren Informationen zu dem Motorrad – Leistungsdaten, Preis oder auch nur der anvisierte Verkaufsstart sind bislang offen. Vorsichtig heißt es, das Feedback aus der Tour werde das alles noch beeinflussen.

So oder so wird es spannend zu sehen sein, ob es eine Marke wie Harley-Davidson ins elektrische Zeitalter schaffen kann.

Weitere Informationen findet ihr auf der offiziellen Website. Gefunden haben wir Harley-Davidsons Project LiveWire bei Gizmag.

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