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17.06.13Kommentieren

Project Loon: Der Wetterballon als Hotspot

Google hat am vergangenen Wochenende Project Loon vorgestellt, einen Versuch, um entlegene Gebiete aus der Luft mit einem Internet-Zugang zu versorgen. Als Hotspots dienen Ballons in 18 bis 27 Kilometern Höhe.

Der Wetterballon als Hotspot: Project Loon. Alle Bilder: Google X/ Project Loon. Der Wetterballon als Hotspot: Project Loon. Alle Bilder: Google X/ Project Loon.

Im neuseeländischen Christchurch startet Googles "Geheimlabor" Google X dieser Tage ein Pilotprojekt: Insgesamt 30 Ballons, die mit entsprechender Technik ausgestattet sind, heben versuchsweise in die Stratosphäre ab. 50 Tester am Boden sollen überprüfen, ob es denn klappt mit dem Internet aus dem Wetterballon.

Weit oben in etwa 18 bis 27 Kilometern Höhe sollen die Ballons als eine Art Hotspot dienen. Sie selbst empfangen Signale von einer Basisstation am Boden und übermitteln sie an andere Ballons und an Empfänger am Boden. Dort benötigt man eine spezielle Antenne, um die Signale zu nutzen.

 

 

Die Ballons, die etwa 15 Meter breit sind, beziehen ihren Strom aus Wind- und Sonnenenergie und lassen sich in der Höhe fernsteuern. Die Techniker wollen entgegengesetzte Windrichtungen in unterschiedlicher Höhe nutzen, um die Flugroute zu variieren. An Bord befinden sich eigene Recheneinheiten, laut einem Besucher der Präsentation in Christchurch sollen drei ARM-Prozessoren zum Einsatz kommen.

Die Signale werden im 2,4-GHz-Band von der Basisstation zum Ballon und im 5,8-GHz-Band zwischen den Ballons selbst und zu dem Empfängern gesendet. Das sind Frequenzen, die auch WLAN nutzt; Google allerdings verwendet ein anderes Protokoll. Keine Details gibt es über die genaue Reichweite und die Signalstärke. WLAN ist ja nun nicht gerade für seine hohen Reichweiten bekannt. Was beim Nutzer am Boden ankommt, soll in etwa 3G-Bandbreite sein. Ein Ballon soll am Boden einen Umkreis von 40 Kilometern abdecken können. Mehr zur Technik hat Google in einem kleinen Video festgehalten:

www.youtube.com/watch

Und was hinter der Motivation steht, erklärt Google in einem weiteren Video. Es geht vor allem darum, Offliner zu vernetzen, also die zwei Drittel der Weltbevölkerung, die aufgrund fehlender Infrastruktur oder zu hoher Preise keine Möglichkeit hat, ins Internet zu gehen.

www.youtube.com/watch

Ob das alles so gut funktioniert, wie es in den Videos klingt, werden nun die Tests zeigen. Eine große Herausforderung dürfte die Steuerung der Ballons sein. Sie in der Höhe zu variieren, unterschiedliche Windrichtungen auszunutzen und damit hin und her durch die Stratosphäre zu schicken, dürfte in der Praxis nicht ganz so problemlos von Statten gehen, wie es in dem Video klingt. Die Vorteile gegenüber Satelliteninternet wie dem Projekt Iridium sieht Google übrigens in der deutlich preiswerteren Zugangstechnik von Project Loom.

Die Forscher wollen ihre Tests, einmal erfolgreich, auf andere Länder in gleicher Breitenlage wie Neuseeland erweitern. Besonders viel gibt es da allerdings nicht außer Südaustralien, Südafrika, einige Inseln, Argentinien und Chile. Langfristiges Ziel soll es sein, die ganze Welt mit tausenden von Ballons zu umspannen.

Weitere Fotos gibt es hier auf Imgur, Flickr und auf der Google+-Seite des Projekts.

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