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14.01.14

Gadgetszene: Google kauft Smart-Home-Spezialisten Nest für 2,3 Mrd. Euro

Google hat mit dem Unternehmen Nest einen vielgelobten Spezialisten für das Trendthema Smart Home gekauft und holt sich damit zugleich Tony Fadell ins Haus, einen der "iPod-Väter". Zu der Frage, ob nun künftig die Nest-Nutzerdaten an Google gehen, gibt es bislang nur vage Antworten.

Nest Rauchmelder "Protect". Alle Fotos: Nest Nest Rauchmelder "Protect". Alle Fotos: Nest

Die Idee von Nest: Man nehme alltägliche, unauffällige Gerätschaften eines Haushalts und hole sie ins 21. Jahrhundert. Erster Streich war der Thermostat, zweites Produkt der Rauchmelder namens Protect. Es klingt unspektakulär und ist dennoch enorm erfolgreich. Das Erfolgsrezept kommt einem dabei bekannt vor: Nest kombiniert moderne Technik mit schönem Design und simpler Bedienung. Die Geräte können viel, aber sie geben sich nach außen unauffällig und elegant. Man könnte bei Nest das Logo gegen den angebissenen Apfel austauschen und es würde passen.

Dieser Style von Nest dürfte dabei vom ehemaligen Apple-Manager Tony Fadell kommen, der als einer der Väter des iPod gilt. Und nun hat Google ihn übernommen, selbstredend inklusive der kompletten Firma, den Kunden und den Projekten in den Labors, über die man nur spekulieren kann. Auf die Frage, ob die Nest-Nutzerdaten nun ans allwissende Google weitergereicht werden, gibt es keine klare Antwort. Man erhebe Nutzerdaten nur, um seine Dienste anbieten und verbessern zu können, heißt es dort ausweichend. Man nehme Datenschutz ernst und das bleibe auch so. Ein klares "Nein" wird aber nicht geäußert. Darauf kann sich nun jeder seinen eigenen Reim machen.

Googles Investitionen und verpasste Chancen

Der Internetriese Google investiert damit zunehmend in neue Gebiete: das selbstfahrende Auto, die Datenbrille Glass, diverse Unternehmen aus der Roboter-Branche, ultraschnelle Internetzugänge und vieles mehr. Und nun also das "schlaue Zuhause". Wie Jürgen gerade vor Kurzem geschrieben hatte, verschläft Google allerdings auch wichtige Trends an anderer Stelle. So sollte Google TV zum Standard-Betriebssystem für Fernseher werden, aber daraus ist nichts geworden und es ist scheint nicht sehr wahrscheinlich, dass da noch etwas kommt. Eher hat Android hier eine Chance. Die Smartwatch Google Gem ist auch zur CES 2014 in der Gerüchteküche verblieben und generell hat Google beim Trendthema Wearables abgesehen von Google Glass nicht viel zu melden: Vor allem durch die verspätete Unterstützung des wichtigen Funkstandards Bluetooth 4.0 hechelt Android bei Fitnessgadgets & Co. hinterher. Wer weiß, ob Tony Fadell und andere aus seinem Team nicht auch hier für mehr Bewegung sorgen sollen.

Nest soll jedenfalls als eigenständige Marke und Firma erhalten bleiben. Und das ist sicher eine gute Idee, dann zahlreiche Akquisitionen Googles sind in der Vergangenheit nicht mehr vom Fleck gekommen und irgendwann sang- und klanglos eingestellt worden. Die 2,3 Milliarden Euro Kaufpreis scheinen hoch und liegen tatsächlich über der letzten Bewertung des Unternehmens von rund 1,5 Milliarden Euro. Aber Google glaubte schon länger an den Erfolg der Firma: Die hauseigene Riskikokapital-Gesellschaft Google Ventures gehört zu den frühen Geldgebern.

Stellt sich nur noch die Frage, warum Apple eigentlich nicht bei Nest zugeschlagen hat. Angeblich hat das Unternehmen kein Gebot abgegeben, obwohl es noch mehr als Google auf jede Menge Barreserven sitzt und das Thema Smart Home ins Konzept passen könnte. Aber wer weiß, ob Tony Fadell überhaupt hätte zurückkommen wollen.

Wer noch mehr wissen will, kann sich z.B. die offizielle Mitteilung von Google oder den Blogpost von Nest durchlesen.

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