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19.05.16

Smart Home

Google Home: Praktisches Smart-Home-Gadget oder ein Spion in den eigenen vier Wänden?

Jürgen Kroder

Auf der Entwicklerkonferenz I/O stellte Google mehrere Neuheiten vor. Eine davon nennt sich Google Home. Hierbei handelt es sich um einen Zylinder, der faszinierende Science-Fiction-Technik beinhaltet. Aber das Konzept sorgt auch für Skepsis. 


Google Home (Bild: Google)

Ein Sprachassistent für unsere Wohnungen und Häuser

Die Zeiten, in denen Google nur die gleichnamige Suchmaschine betrieb, sind schon längst vorbei. Vom Mail-Dienst GMail über die Video-Plattform Youtube bis hin zum Smartphone- und Tablet-Betriebssystem Android: Google-Produkte sind omnipräsent und fast überall in unser Leben integriert. Doch das reicht dem Internet-Giganten nicht. Als nächstes möchte man noch tiefer in unser Privatleben vordringen - nämlich in unsere heimischen vier Wände. Das soll mit dem neu vorgestellten Produkt Google Home gelingen.

Auf den ersten Blick sieht Google Home recht unscheinbar aus. Es wirkt wie eine moderne Nachttischlampe. Doch Licht gibt das Gadget für das Smart Home keines (bis auf das Leuchten der LEDs). Stattdessen handelt es sich hierbei um einen intelligenten Lautsprecher, der frappierend an das Konzept von Amazon Echo erinnert.

Das heißt: Der weiß-graue Zylinder verbindet sich übers WLAN mit dem Internet und reagiert auf die Sprachbefehle der Menschen, die sich im Raum befinden. So spielt Google Home per Streaming die Lieblingsmusik ab, gibt Informationen über das örtliche Kino-Programm, liest die anstehenden Termine vor oder ruft ein Taxi. Zudem können andere Smart-Home-Komponenten - zum Beispiel vernetzte Lampen oder die Nest-Thermostate - damit angesprochen werden.

Google Assistant: Die Weiterentwicklung von Google Now

Durch spezielle Algorithmen soll Google Home lernen, welche Wünsche die Nutzer haben und dementsprechend passend darauf reagieren. Damit ist die neue Technologie, Google Assistant genannt, eine Weiterentwicklung des Sprachassistenten Google Now, den man unter anderem von Smartphones kennt. Das Ziel von Google ist es, einen persönlichen Concierge zu erschaffen, der auf die unterschiedlichen Wünsche von Menschen eingeht.

Das alles erinnert an Science-Fiction-Filme wie „Star Trek". Mit dem Unterschied, dass Google Home schon bald Realität werden soll. Bereits im Herbst könnte das Smart-Home-Zubehör erscheinen. Was es kosten wird, verriet Google allerdings noch nicht.

Gute oder schlechte Aussichten?

Ein Assistent, der einem zuhause viele Wünsche per Zuruf erfüllt, das klingt nach einer bequemen und schönen Zukunft. Doch hinter der faszinierenden Technologie steckt auch viel Skepsis, manch einer mag es sogar als Angst bezeichnen.

Mit Google Home möchte der als Datenkrake verrufene Konzern noch weiter in unser Privatleben vordringen, persönliche Daten sammeln und diese auswerten. Der eh schon gläserne Bürger würde noch transparenter werden. Verständlich, dass Googles neues Konzept als Spion für die eigenen vier Wände bezeichnet wird.

Ob der zweifelhafte Ruf, der Google Home bereits vorauseilt, wirklich gerechtfertigt ist, wird sich bei der Markteinführung zeigen.

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