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23.10.13Leser-Kommentare

Google Chromecast im Test: Erster Eindruck von Googles smartem Fernsehstick

Googles Chromecast macht aus jedem Fernsehgerät mit HDMI-Schnittstelle nachträglich ein Smart TV. Wie gut das funktioniert, wollten wir ausprobieren: Im ersten Eindruck macht der Chromecast dabei eine gute Figur, zeigt aber auch, dass bis zum ungetrübten Smart-TV-Genuss noch einige Schritte fehlen.

Aus den USA bestellt, eine Woche später schon da: ein Google Chromecast. Aus den USA bestellt: ein Google Chromecast.

Bei Amazon USA warnte man mich noch: Der Versand sei nur durch einen technischen Fehler überhaupt möglich geworden und der Stick funktioniere eventuell nicht in Übersee. Da war er aber schon auf dem Weg - und ich sah keinen Grund, ihn nicht trotzdem einmal auszuprobieren.

Die Warnung war übrigens unbegründet: Der Chromecast funktioniert. 40 Euro kostete mich der Spaß samt Frachtkosten insgesamt, aber die Neugierde wollte es so. Obwohl die Installation reibungslos funktionierte, gab es gleich beim Auspacken eine kleine Enttäuschung.

Von wegen "bloß ein Stick"

Denn damit, den Stick in die HDMI-Schnittstelle des Fernsehers zu stecken, ist es nicht getan. Der Stick benötigt noch eine Stromversorgung, die er mit Hilfe eines USB-Kabels sicherstellt. Hier kommen entweder ein USB-Eingang des Fernsehers oder der mitgelieferte Stecker für eine Steckdose zum Einsatz:

Der Chromecast benötigt eine zusätzliche Stromversorgung. Der Chromecast benötigt eine zusätzliche Stromversorgung.

Gut, darauf hätte man vielleicht kommen können: eine HDMI-Schnittstelle bietet anders als USB keine eigene Stromversorgung. Trotzdem sieht es in Googles Werbung so aus, als sei es mit dem Stick alleine getan. Das ist also nicht der Fall: Es hängt nun ein Kabel an dem Stick und es stellt sich die Frage, ob die Konstruktion in der Form dann überhaupt ideal ist.

Die Installation: simpel

Das Setup macht diesen kleinen Nachteil aber sofort wieder wett, denn die Installation ist denkbar einfach und selbsterklärend. Einmal eingesteckt, stellt man den Fernseher nur noch auf HDMI als Signalquelle und ein Bildschirm auf dem Fernseher verrät den Link, den es mit Laptop, Smartphone oder Tablet aufzurufen gilt, um den Chromecast zu installieren. Ich gebe den Link auf meinem Laptop ein und installiere eine kleine Software, die sich in den Chrome-Browser integriert. Noch während der mehrminütigen Installation kommunizieren Stick und TV schon miteinander - und mit mir teilweise auf Deutsch, ohne dass ich dazu irgendetwas hätte einstellen müssen. Ich soll den WLAN-Schlüssel eingeben, worauf sich der Stick als nächstes ein Software-Update holt, neu startet und wenige Minuten später bereit ist. Das alles dauert rund zehn Minuten und funktioniert ohne Probleme.

Das Setup

Noch einfacher ist die Installation auf meinem Smartphone Nexus 4: Das Telefon erkennt den einmal installierten Chromecast automatisch. Ohne weiteres Zutun fragt die YouTube-App, ob das Video, das ich sehen möchte, auf dem Fernseher angezeigt werden soll. Auf einem Asus Fonepad gelang die Installation ebenfalls sehr schnell über die Chromecast-App, die es seit vergangenem Wochenende weltweit im Play Store gibt.

Ready to cast

Was der Chromecast alles streamen kann: wenig

Viel ist es nicht, was der Chromecast zu diesem Zeitpunkt in Deutschland schon streamen kann. Die unterstützten Videodienste Netflix und Hulu sind in Deutschland nicht verfügbar, der Rest ist Google vorbehalten: YouTube, Tabs aus dem Chrome-Browser, Videos und Musik via Google Play. Einmal installiert, erscheinen für jedes Browser-Tab und in jedem YouTube-Video ein Bildschirm-Symbol. Darauf geklickt, öffnet sich der jeweilige Content auf dem Fernseher.

Kleines Cast-Symbol weist auf den Chromecast hin. Kleines Cast-Symbol weist auf den Chromecast hin.

Streamen mit YouTube: Bloß nicht vorspringen

Es funktioniert tatsächlich ziemlich gut: Startet man ein Video auf YouTube und wählt den Chromecast als Ziel, dann blendet der Laptop das Signal aus, Bild und Ton werden auf dem Fernseher abgespielt. Das Video läuft tatsächlich wie in der Werbung versprochen auch dann weiter, wenn man den Rechner mitten im Video ausschaltet. Gleiches vom Smartphone: Ein einmal gestartetes Video läuft auf dem Chromecast notfalls bis zum bitten Ende.

Wiedergabe_Youtube

Etwas problematischer verläuft der Versuch, das Video mittendrin anzuhalten, vorzuspringen oder die Qualität zu ändern. Hält man das Video auf dem Rechner an, dauert es eine ganze Zeit, bis auch der Fernseher den Befehl ausführt. Bei mehrmaligen Versuchen habe ich es nicht geschafft, die Qualität eines Videos auf dem Fernseher zu verändern. Liegt ein Video etwa in mehreren Auflösungen vor und 480p ist der Standard, dann blieb der Chromecast stur trotz meiner mehrmaligen Versuche, die Qualität auf 720p oder 1080p hochzusetzen. Mein Fernseher ist Full-HD-fähig, könnte die höhere Qualität also abspielen.

Videos aus anderen Quellen: experimentell

Aus Spaß versuchte ich einige Male, ein YouTube-Fenster im Chrome-Browser auf den Fernseher zu beamen und dann erst das Video auf Vollbild zu stellen. Das Video ruckelte dann zeitweise, der Stream riss nach einiger Zeit ab und war zuvor auf Laptop und Fernseher nicht mehr synchron. Gleiches passierte leider mit Videos, die ich über den Chrome-Browser aus anderen Quellen streamen wollte, etwa von Watchever. Nach einiger Zeit begannen die Videos zu ruckeln oder die Streams abzureißen. Immerhin das Prinzip funktionierte: Der Stick spielte das Video mitsamt Ton auf dem Fernseher ab.

Nicht synchron: Videostreaming über den Chrome-Browser Nicht synchron: Videostreaming über den Chrome-Browser

Noch eher als über eigene Apps würde es natürlich Spaß machen, wenn der Chromecast auch eingebettete Videos aller Quellen streamen könnte. Der Cast würde viele Freunde gewinnen, wenn Google auf diese Möglichkeit Wert läge.

Erstes Fazit

Filme und Serien aus dem PlayStore, YouTube-Videos zumindest dann, wenn ich sie in direkt abspiele: Schon jetzt ist mein kleiner Fernseher sehr viel smarter geworden. Über die Tatsache, dass die "Fernbedienung" per Rechner, Telefon oder Tablet noch nicht so reibungslos funktioniert, kann man zu diesem frühen Zeitpunkt hinweg sehen. Von Google ist man gewohnt, dass derlei Verbesserungen schnell nachgeliefert werden.

Für den ungetrübten Fernsehgenuss fehlen natürlich noch die entsprechenden Apps. Ideal wäre es, wenn Google den Stick kompatibel zu Android-Apps machen würde, dann müssten die Nutzer nicht monatelang auf ersehnte Apps für Dienste wie Lovefilm oder Maxdome warten. Auf lange Sicht wäre es natürlich stark zu begrüßen, dass man von jeder beliebigen Quelle auf den Stick streamen, Musik hören oder Spiele spielen könnte.

Setup1

Das Setup war in der Tat kinderleicht und problemlos. Und auch wenn der deutsche Markt angeblich noch nicht vorgesehen war, erfolgte die Installation teilweise auf Deutsch. Ein wenig enttäuschend finde ich dafür den Aufbau der Hardware: Aus dem kompakten, eigentlich ganz hübschen Stick, hängt nun ein unschönes USB-Kabel heraus, das den Stick mit Strom versorgt. Das hätte man eleganter konstruieren können, zumindest müsste man in meinen Augen darauf hinweisen, dass es mit dem Stick alleine nicht getan ist.

So weit mein erster Eindruck. Einen Abschlussbericht will ich in einigen Tagen folgen lassen. Welche Fragen habt ihr zum Chromecast, was soll ich für euch ausprobieren?

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

  • Hans

    23.10.13 (09:54:19)

    Hallo, und danke für die ersten Test´s. Wenn ich das richtig verstanden habe ist es also im Moment noch nicht wirklich eine gute Alternative für die fehlende WIDI Fähigkeit von Mac´s, Browserinhalte mit Videos (lovefilm etc.) auf den TV zu bringen.

  • huddel

    23.10.13 (10:29:31)

    Wie weit kann mann das teil werfen?

  • Jürgen Vielmeier

    23.10.13 (10:53:33)

    Hängt vom Werfer ab. Schon in der Schule kam ich da nie über eine Vier hinaus, 40 Meter würde ich mir aber zutrauen.

  • huddel

    23.10.13 (11:07:47)

    Also ich hab nen pc mit hdmi kabel zum tv. eine fernbedienung mit eingebautem trackball. ich kann spielen,mir streams ansehen,browsen... alles eben. das teil ist nur da damit google die Leute noch mehr bei sich hält.

  • Hans Trödler

    23.10.13 (12:50:11)

    Das mit dem zusätzlichen USB Kabel zur Stromversorgung halte ich für eine Frechheit. Google hat bei den Usern einen ganz falschen Eindruck erweckt!

  • MichiH

    23.10.13 (12:50:28)

    Ich habe das Teil auch vor Kurzem bekommen. Die beste Funktion versteckt sich aber hinter dem kleinen nach unten Pfeil in der Chrome Erweiterung. Hier kann man dann nämlich den gesamten Bildschirm streamen. Videos ruckeln zwar auch, aber für Diashows perfekt.

  • Marco

    23.10.13 (13:31:49)

    An meinen TV hängt ein Rasperry Pi mit XBMC. Das Ganze kann ich via App direkt von meinem Smartphone bedienen, inklusive YouTube Stream.

  • Steff

    23.10.13 (13:46:34)

    Ich habe ein Nexus 7 und schließe mittels Adapters und HDMI-Kabels an den TV an. Hauptanwendung ist Youtube und die NFL-App. Super wäre natürlich eine kabellose Lösung. Youtube scheint ja via Chromecast ganz gut zu funktionieren, aber für die NFL wirds wohl eine angepasste App brauchen, oder?

  • horst

    23.10.13 (13:56:19)

    abspielen von videos von der festplatte funktioniert btw, wenn man chrome als player für das video selektiert.

  • Ungeheuler

    23.10.13 (13:56:44)

    Wenn das mit der Bildübertragung aller Handy-Inhalte auf den Fernseher auch noch klappt, dann ist das Ding gekauft.

  • Jürgen Vielmeier

    23.10.13 (14:23:59)

    Coole Ergänzung. Danke!

  • Chromeroot

    23.10.13 (14:39:55)

    first root then boot! chromecast zieht als erstes ein update, das die root-möglichkeit verhindert. also wenn ein root erwünscht ist, erst rooten vor dem ersten anschließen.

  • geeko

    23.10.13 (15:40:37)

    Ich hab den kleinen auch nun gut einen Monat im Gebrauch und kann mich dem Erfahrungsbericht nur anschließen - eigentlich ist es eine nette Youtube-Erweiterung. Man kann von jeglichem Gerät (PC, Tablet, Android, iOS) Youtube-Videos anstoßen, und dann das Gerät wieder für etwas anderes verwenden. Auch ganz nett für Partys: Jeder im WLan-Netz kann die Tracklist mitbestimmen. Für alles Andere leider (noch) unbrauchbar. Die NFL-App (Gamepass) wird wohl noch dauern, bis das funktioniert. Der Gamepass ist für den nicht-amerikanischen Markt gedacht, Chromecast bisher nur für den amerikanischen Markt. Warum also sollte das angepasst werden? Und die anderen Anwendungsfälle ... gehen in Deutschland leider nicht. Die Idee, ein ganzes Browserfenster zu streamen, ist nett. Aber hier reicht die Bandbreite leider nicht aus, Videos ruckeln ohne Ende.

  • Birdy

    23.10.13 (16:08:34)

    Gute Zusammenfassung des status quo. Da ich sowohl über Chromecast, als auch über apple tv verfüge, kann ich zumindest von meiner Seite das Fazit abgeben, das Ersteres Letzterem derzeit noch Lichtjahre hinterher hechelt. Hoffen wir mal dass Google den Vorsprung alsbald wettmacht, die bisherige Entwicklung ist allerdings eher ernüchternd.

  • jocheeeen

    23.10.13 (19:22:27)

    TV in der Küche? abgefahren ;)

  • Jürgen Vielmeier

    23.10.13 (19:33:36)

    Wohnküche. Ja. ;)

  • kristijan kroflin

    23.10.13 (20:09:39)

    Kauft euch lieber gleich was Anständiges: http://www.amazon.de/T-R42-Android-Hisilikon%C2%AE-Speicher-Bluetooth/dp/B00F4SFPGM/ref=sr_1_1?s=ce-de&ie=UTF8&qid=1382558757&sr=1-1&keywords=android+tv+4.2.2 Oder eben ein Raspberry Pi bzw. ein Rikomagic Stick. Als Tastatur die Logitech K400: http://www.amazon.de/Logitech-Tastatur-schnurlos-deutsches-Tastaturlayout/dp/B005G16098/ref=wl_mb_hu_m_2_dp "Der Dumme kauft immer dreimal." [altes kroatisches Sprichwort]

  • theToaster

    24.10.13 (06:47:07)

    Inwiefern eignet sich Chromecast denn um einfach Webseiten auf den TV zu beamen? Z.B. Statistiken oder google analytics? der TV-interne Browser ist leider uralt und crasht andauernd (mein TV zeigt dann out of memory fehler ;)

  • Sven

    24.10.13 (07:30:12)

    Google verwendet diesen Stick nur dazu, um unsere Gedanken zu lesen. Und jetzt entschuldigt mich, ich muss mir einen neuen Aluhut basteln.

  • jan

    24.10.13 (07:31:20)

    Mal ehrlich, wer hat denn noch einen Fernseher ohne Internet? Mein Samsung TV hat ne gute Sammlung an Apps (u.a. Youtube) mit denen man solche Spielereien machen kann. Ansonsten bevorzuge ich auch gerne "huddels" Variante. Laptop mit hdmi dran, schön aufs Sofa lümmeln und mit bluetooth-Maus bedienen ;-)

  • Jürgen Vielmeier

    24.10.13 (09:09:05)

    "Mal ehrlich, wer hat denn noch einen Fernseher ohne Internet?" Geschätzte zwei Drittel der deutschen Bevölkerung. ;)

  • Volker

    24.10.13 (20:05:46)

    Hast du mal versucht mit der Fernbedienung ein YouTube-Video zu suchen, das hat mit Benutzerfreundlichkeit nicht wirklich was zu tun.

  • jan

    26.10.13 (07:56:53)

    @volker: Youtube-App aufs Handy :) dann funktionierts genau wie oben im beispiel @jürgen: gut geschätzt. habe das hier gefunden: http://www.stereopoly.de/smart-tv-online-fahige-tv-gerate-studie/ Bei einem Verkaufsanteil von gerade mal 50% ist wohl der reale Bestandsanteil tatsächlich eher bei 25%... hätte ich nicht gedacht :D

  • Günter Born

    10.11.13 (11:39:41)

    Problem, so wie ich es momentan sehe: Der Chromecast-HDMI-Stick lässt sich momentan in Deutschland kaum sinnvoll einsetzen. Google ist mit dem SDK auch nach Monaten noch in der Beta-Phase und ändert mal eben so die Spezifikationen. Dabei gibt es durchaus Alternativen in Form von DLNA- oder Miracast-Empfängern und Android-HDMI-Sticks (die sich später sogar auf Chromecast nachrüsten lassen dürften). Ein paar Infos finden sich in diesem Übersichtsartikel http://www.borncity.com/blog/?p=144134 im Blog.

  • Anton

    13.11.13 (12:23:13)

    @Toaster - das geht ausgezeichnet. Man muss die Webseiten halt im Chromebrowser aufmachen, aber dann ist der Bildschirm mit einem Klick auf den Fernseher gespiegelt.

  • Czarek

    18.11.13 (15:27:02)

    Natürlich Quatsch. Ich schaue mir gerne YT an und suche per Handy nach Inhalten. Damit ist es wirklich angenehm zu steuern.

  • Rosie

    05.01.14 (13:52:54)

    Hallo, soweit habe ich das Prinzip verstanden. Was ich damit machen moechte, ist eigentlich meine Fotos vom Laptop auf dem grossen TV-Schirm abspielen. Ist dies mit die Chromecast-Stick moeglich? Danke und Gruss Rosie

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