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31.03.09Leser-Kommentare

FreeTunes 2.0 im Test: Der Vorspieler

Wie kann man DRM-geschützte Musik- oder Videodateien in DRM-freie MP3- oder OGG-Dateien umwandeln? Durch Abspielen! FreeTunes 2.0 automatisiert dies.

Freetunes2 (Bild: Engelmann Media)Glücklicherweise ist DRM-geschützte Musik auf dem Rückzug: Nach den ersten Pleiten und geschlossenen Online-Musikportalen, die die Nutzer mit nun nicht mehr abspielbaren Musikdateileichen zurückließen, kauft auch wirklich niemand mehr so etwas, auch wenn die Dateien mitunter durch Brennen auf CD ent-DRMt und gesichert werden können.

Auch der iTunes-Music-Shop arbeitet nun DRM-frei, wenn auch bald teurer: Höhere Preise sollen den Umsatz erhöhen. Aber da will dann ja Amazon zu Hilfe kommen Doch was mit alten, DRM-verseuchten Dateien?

Bevor etwas installiert werden kann, ist immer erst etwas anderes zu installieren...Die einfachste Lösung: Die betreffende Datei im vorgesehenen Player abspielen und dabei mit einem anderen Gerät oder einem zweiten Computer wieder aufnehmen!

Das bedeutet natürlich einen Qualitätsverlust, doch immer noch besser schlechter klingende Musik als schweigende Lautsprecher.

Es ist auch möglich, mit demselben Computer abzuspielen und aufzunehmen. Allerdings sollte man dann nicht auch noch zocken oder andere Software nutzen, sonst kommen Abspieler, Aufnahme oder beides ins Stottern und die Aufnahme ist verhunzt. Von den Ballergeräuschen ganz abgesehen ;-).

Microsoft .NET ist größer als Freetunes selbst...Aus diesem Grund sind auch die Windows-Systemgeräusche abschalten. Auf abspielenden oder aufnehmenden Computern sollte man dies generell tun, doch dies wird sehr oft vergessen, wie man an immer wieder selbst in Live-Radiosendungen hörbaren Windows-Systemgeräuschen erkennen kann.

Anschließend ist die Aufnahme aber noch zu schneiden, auf MP3, OGG & Co. zu encoden und mit den korrekten Dateinamen und vor allem Labels zu versehen. Sonst spielt sie zwar am PC ab, doch im iPod heißt sie plötzlich nur noch "Line In 14" oder "Unknown".

Klingt nach Arbeit und wenn mehr als drei DRM-Dateien vorliegen, artet es auch in solche aus. "Freetunes" von Engelmann hilft dabei, den Prozeß zu automatisieren: Das Programm nimmt direkt von Youtube oder DRM-Playern auf - so wie einst der Kassettenrekorder aus dem Radio - und encodet in MP3, OGG, AAC oder - wenns denn sein muß - auch WMA.

Etliche Minuten später...Aus Lizenzgründen ist der MP3-Encoder nicht dabei, wer allerdings schon einen Fraunhofer- oder LAME-Encoder installiert hat - beispielsweise über Music Match Jukebox - kann mit Freetunes auch in MP3 aufnehmen. Auf dem Testgrechner klappte dies ohne weitere Installation.

Engelmann Freetunes 2.0 erkennt dabei selbstständig, ob die zu konvertierende Datei überhaupt mit DRM verschlüsselt ist. Ist sie dies nicht, wird direkt umkodiert, ohne den Weg über die Soundkarte. Im Vergleich mit iTunes erreicht man so die bessere Qualität, denn iTunes liefert zwar inzwischen auch MP3s, doch mit im Vergleich zu den Original-AACs aus dem iTunes Music Store mickriger Qualität.

Nun kann Freetunes selbst installiert werden...Der Hersteller empfiehlt sein Programm dabei speziell, um den Ton von Youtube-Filmen zu extrahieren. Allerdings kann Freetunes kein Youtube-Video oder andere Soundquellen direkt mitschneiden - zumindest nicht gezielt, wenn beim Überspielen eines DRM-geschützten Musikfiles ein Youtube-Video läuft, lndet dies mit auf der Aufnahme, s.o. -, sondern nur Dateien bearbeiten. Es muß also eine Möglichkeit geben, den Youtube-Film herunterzuladen. Im Allgemeinen sind hierzu weitere Utilities wie Orbit notwendig. Engelmann bietet auch selbst entsprechende Software an , die kostenlos, aber eben nicht in Freetunes enthalten ist.

Freetunes kann auch in Mädchenfarben installliert werden!Wenn man Freetunes vorhandene Filmdateien vorsetzt, wie .AVI, .MOV und auch .VOB (DVD), geht es sehr schnell ans Werk: Nach kurzer Zeit liegt beispielsweise ein .MP3 mit 128, 192 oder 320 kB/s vor. Manche Dateisorten wie .M4V oder .VOB listet Freetunes allerdings per Default nicht auf, kann sie aber verarbeiten.

Wenn Freetunes mit einer Datei nicht klarkommt - im Test waren dies eine .MPEG- und eine größere .M4V-Datei aus dem iTunes Music Store -, dann bleibt es entweder stehen - man muß die Verarbeitung dann anuell abbrechen - oder bricht die Verarbeitung von sich aus nach zwei Sekunden wieder ab und behauptet, fertig zu sein.

Einen Lizenzschlüssel kann man auch später kaufenDie Bedienung von Freetunes 2.0 ist etwas gewöhnungsbedürftig; so bleiben auch bereits konvertierte Dateien zunächst in der Liste stehen und werden beim nächsten Durchgang erneut konvertiert, wenn man sie oder die ganze Liste nicht manuell löscht. Dies erspart andererseits, eine Liste mit Dateien neu anzulegen, wenn etwas nicht geklappt hat. Nach einem Neustart des Programms sind die zum Konvertieren eingeplanten Dateien allerdings "weg".

Das Programm kann per Download bezogen werden. Es kann dann 7 Tage kostenlos getestet werden - weitere 14 Tage, wenn man sich beim Hersteller registriert. Danach muß man für 18 € eine Lizenz kaufen, um die Software weiter zu benutzen.

Die Farbe kann im Falle von Geschmacksverirrung auch später noch geweschselt werdenEtwas problematisch kann sein, daß Freetunes zunächst Microsoft .NET 3.0 benötigt. Das fehlt den meisten Installationen gegenwärtig, sie haben vielleicht .NET 1.1 oder 2.0 installiert, aber nicht 3.0. Es werden also etwa 35 MB zusätzlich aus dem Netz geladen und installiert. Anschließend installiert sich Freetunes.

Nicht testen konnten wir das Verarbeiten von Apple-DRM. Auf dem PC, auf dem Freetunes zunächst installiert wurde, gab es kein iTunes - und nur das ist imstande, die Apple-DRM-Dateien abzuspielen, Apple Quicktime oder Nicht-Apple-Software kann dies nicht. Bei DRM-Dateien ist Freetunes ja auf eine Software angewiesen, die ihm die Musik vorspielen kann.

Eine Liste auf MP3 konvertierter unterschiedlichster VideofundeBei einer Installation auf einem PC mit iTunes scheiterte dagegen die .NET-3.0-Installation nach dem Download mit der Meldung, unvollständig zu sein. Freetunes startete dennoch automatisch und strauchelte prompt. Die Misere konnte man zwar an Microsoft berichten, doch nicht an Engelmann/Freetunes.

Auf diesem PC ließ sich die Microsoft-.NET-Installation zwar fortsetzen und reparieren, doch Freetunes selbst war nicht mehr zum Laufen zu bekommen, auch nicht mit mehrmaliger Deinstallation und Neuinstallation sowohl von Microsoft .NET 3.0 als auch Freetunes 2.0.

Unterschiedlichste Audio- und Videodateien werden erkanntEs wäre also besser, wenn die .NET-Installation nicht direkt in die Freetunes-Installation überginge, sodaß man bei einer mißglücken Microsoft-.NET-Installation erst einmal diese ins Reine bringen könnte. Aber immerhin kann man vor dem Programmkauf festellen, ob der eiene PC damit klarkommt.

Nach unserem Eindruck liegt die eigentliche Stärke der Software gar nicht darin, die iTunes-DRM-Dateien zu entschlüsseln: Wer nur eine Handvoll davon hat, ist billiger bedient, die 30 Cent pro Datei für den Upgrade auf iTunes plus ohne DRM zu zahlen; wer Tausende hat, wird dagegen auch mit Freetunes nicht glücklich, weil das Abspielen und Neukodieren der musikalischen Schätze dann ebenso zur abendfükkenden Beschäftigung wird wie das Digitalisieren alter LPs.

Einmal gescheitert, ist die Installation leider nicht reparierbarVielmehr kann sie zu etwa 90% Video-Mediendateien in kurzer Zeit in "Soundtracks" umwandeln, was bespielsweise für Fans von Live-Konzerten praktisch ist, um Musik-DVDs in Audio-Tracks zum Hören unterwegs umzuwandeln. Daß die Software ab und zu ein Format unerwartet nicht verarbeiten kann, ist angesichts der Vielfalt von Videoformaten wohl unvermeidlich.

Kommentare

  • joe34

    31.03.09 (10:54:45)

    Wäre ja nett zu wissen ob der hinterwäldliche Macuser auch davon profitieren kann, schließlich ist ITunes eher dort zu Hause als auf der Windoof Schiene.

  • bla

    31.03.09 (16:26:45)

    Tunebite ist da wohl schon wesentlich ausgereifter und zuverlässiger...

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