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20.08.13 06:30

, von Frank Müller

FiiO X3 Music Player: Player für Audiophile spielt alle Formate

Der neue Music Player FiiO X3 des chinesischen Audiospezialisten FiiO spielt außer MP3 die fünf gängigsten verlustfreien Audioformate ab (APE, FLAC, ALAC, WMA & WAV). Für besten Klang sorgt der DAC Chip Wolfson WM8740.

FiiO X3  Player (Fotos: Frank Müller)Auf den neuen Musicplayer FiiO X3 des chinesischen Audiospezialisten FiiO haben viele Audiophile gewartet. Ein mobiler Audioplayer für weniger als 200 Euro, der neben den üblichen verlustbehafteten Formaten wie MP3, OGG, AAC etc. auch die verlustfreien Formate FLAC, APE, WMA, ALAC und WAV abspielt? Sensationell. Wir haben uns den FiiO X3 angehört.

Man sieht dem FiiO X3 seine Verwandtschaft mit dem den anderen Geräten aus dem Hause FiiO an: schwarz und schlicht, mit wenigen Bedienelementen und vielen Anschlussmöglichkeiten. Beim FiiO X3 ist das alles allerdings unter eine halbtransparenten, dünnen Silikonhülle verborgen, die FiiO netterweise zum Schutz vor Kratzern beigelegt hat. Auch eine Displayschutzfolie ist schon angebracht, zwei weitere liegen als Reserve mit im Paket.

Außerdem ein Micro-USB-Kabel und ein kurzer Koaxialadapter für digitales Audio, um den FiiO X3 als hochwertige Audioquelle an eine Anlage anschließen zu können. Das geht außerdem über den integrierten Line-Out-Ausgang. Dann gibt es (natürlich) eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für Kopfhörer. Hier können Kopfhörer mit einer Impedanz von 19 Ohm bis 300 Ohm angeschlossen werden, also auch echte High-End Kopfhörer. Die Ausgangsleistung beträgt

  • > 540 mW @ 16 Ohm
  • > 200mW @ 32 Ohm
  • > 30 mW @ 300 Ohm

Über eine Micro-USB-Buchse wird der FiiO X3 aufgeladen und mit dem Rechner verbunden.

Der integrierte Speicher des FiiO X3 besitzt eine Kapazität von 8 GB, das microSD-Laufwerk kann Karten mit einer Größe von bis zu 64 GB verarbeiten. Allerdings gibt es dabei zwei Kleinigkeiten zu beachten.

Problem mit 64GB-Karten und die Lösung

microSD-Karten von mehr als 32 GB sind nach dem SDXC-Standard in exFAT formatiert. Damit kann der FiiO X3 nicht umgehen. Wenn man nicht nach einer stundenlangen Kopiersession angezeigt bekommen möchte, dass die 40 GB Musik auf der Karte nicht gelesen werden können, muss man die seine Micro-SDXC-Karte erst einmal in FAT32 formatieren.

Nachdem ich das erledigt hatte und meine rund 40 GB Musik in 700 Ordnern erneut auf die Karte kopiert hatte, konnte ich über den FiiO X3 auf die Karte zugreifen. Allerdings gab es die nächste Überraschung: Beim Durchsuchen der Ordner wurden längst nicht alle angezeigt.

FiiO X3: So werden alle Ordner und Dateien angezeigt

In einem Forum auf Head-Fi fand ich dann die Lösung für dieses Problem. Von den sehr großen, unkomprimierten Dateien, für die der FiiO X3 ausgelegt ist, passen natürlich weniger auf eine Karte. Ich habe größtenteils MP3-Dateien in meiner Bibliothek, da hat er anscheinend Schwierigkeiten, alle anzuzeigen. Der Nutzer im Head-Fi Forum berichtet von 8.000 Dateien in 400 Ordnern, die nicht alle auf dem FiiO X3 angezeigt werden. Dafür gibt es zwei Lösungen. Man teilt entweder die Ordner auf, oder schmeißt alle Dateien in einen großen Ordner. Dann indiziert der FiiO X3 alle Dateien korrekt und man kann auch nach Interpret oder Kategorie suchen.

Nur werden dann alle Songs der Kategorie angezeigt, alphabetisch angeordnet. Da meine Dateien noch die Titelnummer tragen, werden mir, wenn ich z.B. fünf Alben eines Künstlers auf dem FiiO X3 habe, die ersten Titel aller fünf Alben angezeigt, dann die zweiten Titel und so weiter. Nicht wirklich praktikabel, wenn man wie ich erst nach Künstler sucht und dann ein bestimmtes Album hören will.

Ich habe mich also entschieden, meine 700 Ordner alphabetisch aufzuteilen, aus A-Z also vier Ordner A-D, E-L, M-R, S-T, und U-Z zu machen. Das war’s. Alles sichtbar. Endlich konnte auf den vollen Musikspeicher zugreifen und die Hörprobe beginnen.

Klangproben schon an Bord - Dr.Chesky's Binaural Sounds

FiiO hat Dr.Chesky's Sensational,Fantastic Binaural Sound Show auf den FiiO X3 gespielt. Ein Album im FLAC-Format mit 192 kHz/24 Bit, das unter Verwendung eines speziellen Binaural Kopfes aufgenommen wurde. "Ein dreidimensionaler Hörgenuss aus Pop, Jazz, Klassik und Tests", wie es in der Beschreibung auf Amazon so schön heißt.

Damit lässt sich sehr schön der Klang des FiiO X3 beurteilen. Aber erst zur Bedienung.

Die Bedienung des FiiO X3

Ein Hold-Schalter an der Seite sperrt die sechs Tasten auf der Vorderseite und schützt vor versehentlicher Bedienung. Die Schalter sind beschriftet und ziemlich selbsterklärend. Allerdings ist die Anordnung etwas gewöhnungsbedürftig. Zusammengehörige Schalter sitzen nicht über- und untereinander, sondern sind diagonal angeordnet. Die zwei Reihen von links nach rechts sind mit folgenden Funktionen belegt:

|<code>zurück</code>|<code>nach oben</code>|<code>Lautstärke +</code>|

|<code>nach unten</code>|<code>Lautstärke -</code>|<code>Play/Pause/OK/Ein-Aus</code>|

Wenn man sich daran gewöhnt hat, klappt die Bedienung auch ohne Hinsehehen, zumal die diagonalen Verbindungen als Vertiefungen tastbar sind.

Tiefen und Höhen lassen sich auf einer Skala von -10dB bis +10dB einstellen, die Lautstärke von 0 bis 60. Außerdem gibt es einen Umschalter zwischen Low und High Gain (0/6dB). Die Menüs reagieren schnell, auch das Blättern durch die Ordner auf der Suche nach einem bestimmten Song geht flott und angenehm. Ein wenig vermisst man nur das allgemeine Suchfeld, in dem man einen Titel angeben kann, wie man es von den Touchscreens kennt.

Insgesamt geht die Bedienung nach einer kurzen Eingewöhnungszeit gut von der Hand, die Menüs sind übersichtlich gehalten und mit einem längeren Druck auf die <code>zurück</code>-Taste kommt man von jeder Position aus ins Frontmenü, erhält Informationen zum aktuellen Song, kann ihn zu Favoriten hinzufügen oder daraus entfernen und Klang-Einstellungen anpassen.

Der Klang des FiiO X3

Im FiiO X3 ist ein Wolfson Digital Analog Wandler Chip verbaut, wie er auch in hochwertigen REGA-Systemen verwendet wird. Dementsprechend ist am Klang nichts auszusetzen. In einem sehr ausführlichen englischen Test auf FiiO werden Höhen, Mitten, Tiefen und Gesang gesondert besprochen. Ich traue mir das aufgrund mangelnder Vergleichsmöglichkeiten mit anderen High-End-Playern, dem Alter meiner Ohren und der Vielzahl der Faktoren, die eine Rolle spielen (Kopfhörer, Einstellungen, Format, Song) nicht zu.

Im direkten Vergleich mit dem iPhone 4S klingt aber eine Dr.Chesky's Sensational,Fantastic Binaural Sound Show über Phonak PFE 132 auf dem FiiO X3 voller, farbiger und transparenter. Ich habe das Gefühl, mehr wahrzunehmen.

Fazit: Guter Kauf für Musikfreunde

Ich kann nur sagen, dass der FiiO X3 für mich das Zeug hat, das iPhone als Music Player abzulösen. Ich kann jeden beliebigen Kopfhörer anschließen, den warmen Klang über Höhen und Tiefen zusätzlich regulieren.

Durch die Möglichkeit, den 8 GB Speicher um eine Dr.Chesky's Sensational,Fantastic Binaural Sound Show zu erweitern, passt meine komplette Musikbibliothek in die Tasche, ohne dass ich einen Internet-Zugang benötige.

Außerdem kann ich so gut wie alle Formate abspielen, bei besonderen Lieblingssongs eben auch mal FLAC mit 192 kHz/24 Bit wählen. Die Spieldauer von locker über 10 Stunden (bis zu 15 sind angegeben) schlägt auch alle anderen Player.

Ausführliche Informationen über den FiiO X3 gibt es auf der Seite des deutschen Vertriebs nt-global und in dessen Online-Shop Hifi-Passion. Auf Amazon ist der FiiO X3 (Affiliate-Link) für 199 Euro zu haben.

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Kommentare: FiiO X3 Music Player: Player für Audiophile spielt alle Formate

Wer für Alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein :-) Der Player gefällt mir aus zwei Gründen. 1. Nur Musik 2. Er besitzt "echte" Knöpfe (Plural) LG Flo

Diese Nachricht wurde von Florian am 20.08.13 (06:46:55) kommentiert.

Wenn man neben mp3 auch Flac in hoher Qualität abspielen will, reicht auch ein Samsung yp-u7, dessen Akku hällt 20 Stunden, der Fiio nur 15. Außerdem kostet er nur 39€. Das soll keine Werbung sein, mir gefällt der Klang einfach nur besser als der meines Htc One

Diese Nachricht wurde von Max am 21.08.13 (13:31:33) kommentiert.
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