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26.10.12Leser-Kommentar

Fernmeldemuseum Dresden: Historische Telefontechnik

Wie funktionierte die Telefontechnik in der DDR, als ein Telefon noch etwas Besonderes war? Dies zeigt das Fernmeldemuseum Dresden.

Vermittlungsanlage System 22 (Bild: W.D.Roth)Die in der DDR viele Jahre übliche Vermittlungstechnik ist unter dem Namen "System 22" bekannt. Warum "System 22"? Telefonvermittlungen wurden nach der Jahreszahl ihrer Einführung benannt und diese Vermittlungstechnik stammte aus dem Jahr 1922. Sie war deshalb der russischen Besatzungsmacht zu alt, um sie zu deportieren - alle späteren Anlagen wurden nach dem zweiten Weltkrieg zwecks Reparation abgebaut und in die UdSSR verbracht.

Dass diese alte Technik störungsanfällig und nur wenig belastbar war, erklärt die Probleme im Telefonnetz der DDR. Zudem war sie auch nicht erweiterbar, für neue Anlagen fehlte ohnehin viele Jahre das Geld. Erst später wurden die Anlagen von 1922 durch neuere Systeme ergänzt, bis hin zu moderner Trägerfrequenz- und PCM-Technik. Sie blieben jedoch bis zum Ende der DDR in Betrieb.

Nach der Wende war man froh, moderne Systeme aufbauen und die wartungsintensiven Uralt-Anlagen verschrotten zu können. Doch eine Gruppe von Technikenthusiasten, die früher selbst bei der Deutschen Post der DDR gearbeitet hatten, hielt die alten Systeme am Leben und stellt sie heute in Räumen der Telekom in Dresden aus, zusammen mit anderen Fernmeldeanlagen der letzten 90 Jahre.

Neben den Endgeräten dieser Zeit ist auf 200 qm eine komplette Vermittlung des System 22 - und auch einiger modernerer Systeme - zu sehen. Hinzu kommen Schaubilder, historische Telefone, teils auch von Fernmeldetechnikern selbstgebaute Messgeräte und sogar noch einige Handvermittlungstische. Eine ausführlichere Bildergalerie ist hier zu finden.

Da das Fernmeldemuseum Dresden teils in Räumen der Telekom residiert und von Freiwilligen der Interessengemeinschaft Historische Fernmeldetechnik e.V. betrieben wird, hat es keine geregelten Öffnungszeiten. Im Jahr 2012 ist noch am 17.11. ein Tag der offenen Tür angesetzt; außerdem können individuelle Gruppenführungen für bis zu 10 Personen für 20 Euro vereinbart werden.

 

Fernmeldemuseum Dresden

Annenstraße 5 (Laden 5), Eingang Hertha-Lindner-Straße neben der Postmeilensäule

01031 Dresden Altstadt

www.ighft.de

E-Mail: verein@ighft.de

Telefon: +49 (0)351 4820680

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Kommentare

  • Sven Wernicke

    30.10.12 (14:09:10)

    Da wohnt man in DD und hört davon zum ersten Mal. Klingt interessant. Danke für den Hinweis.

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