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28.06.13

Closca, Overade und Carrera: Faltbare Fahrradhelme kommen

Fahrradhelme setzen sich mehr und mehr durch, Probleme bleiben allerdings Ästhetik und Größe. Designer Michael Rose hat deswegen jetzt einen Helm erfunden, der sich falten und damit platzsparend verstauen lässt - und trotzdem noch gut aussieht. Er ist bei weitem nicht der erste, der sich an das Thema gewagt hat.

Faltbarer Fahrradhelm von Michael Rose. Eins von zahlreichen Konzepten.

Wer vernünftig ist, greift auch für die Spitztour mit dem Fahrrad mittlerweile zum Helm. Eine allgemeine Pflicht gibt es dafür in Deutschland noch nicht, obwohl vieles dafür spräche. Nachteile sind eigentlich nur noch praktischer Natur: Fahradhelme sehen selten chic aus und sie lassen sich nicht platzsparend verstauen.

Der faltbare Fahrradhelm des Designers Michael Rose könnte das nun ändern. Das flexible und doch stabile Plastik lässt sich in der Mitte falten, der Helm dann an einem Kleiderhaken, in einer Schreibtischschublade oder einen Rucksack verstauen. Das Akkordeonprinzip.

Der Designer selbst vergleicht den Helm mit Origami: falten und damit gleichzeitig stabilisieren, was sonst zu groß wäre. Zwei harte Oberschalen an den Seiten bleiben jeweils stabil; es ist die Oberseite des Helms, die aus beweglichen Elementen besteht und sich zusammenfalten lässt. Im Kleinstform soll der Helm nicht mehr dicker und breiter sein als ein Buch. Die Sicherheit: trotzdem gewährleistet. Die Möglichkeiten der Aufbewahrung: plötzlich sehr flexibel. Man müsste sich anderen gegenüber nicht einmal mehr als spießiger Helmträger offenbaren. Man steckt den Helm einfach in die Tasche und niemand muss ihn sehen. Die Optik ist sicherlich Geschmackssache, aber in meinen Augen sieht das durchaus chic und tragbar aus.

Die Tweedmütze als Helm

Der Traum eines faltbaren Helms ist fast so alt wie der Fahrradhelm selbst. Vor Rose wagte sich etwa schon Safilo über die eigene Marke Carrera an das Thema: Der faltbare Helm des Sportartikelherstellers ist optisch nicht von anderen Fahrradhelmen zu unterscheiden, lässt sich aber nur ein klein wenig zusammendrücken. Ebenfalls kaum platzsparender, dafür recht merkwürdig aussehend, ist der Overade aus Frankreich. Beim Pango lässt sich der Innenhelm eindrehen, wodurch die Höhe des Helms fast halbiert wird.

Closca: Faltbarer Helm als modische Mütze

Modische Akzente will derweil der Closca setzen, der wie eine Tweedmütze aussieht und derzeit noch für Unterstützer auf Kickstarter wirbt. Der Closca ist in mehreren Schichten aufgebaut, die sich von Hand eindrücken lassen, wenn gerade niemand die "Helmmütze" trägt. Und auch nur dann. Den beiden spanischen Gründern bleiben noch 23 Tage, um die gewünschten 45.000 US-Dollar einzusammeln. 16.000 Dollar sind bisher eingegangen, der Helm soll knapp 100 Dollar kosten.

Michael Roses Helm liegt bisher nur als Prototyp vor. Preise, Verfügbarkeit und ob der Helm überhaupt jemals gebaut wird, all das ist derzeit noch nicht bekannt. Dafür sehe ich gute Möglichkeiten, dass einige dieser teils durchaus modischen Konzepte so manchen Radfahrer zum Helmtragen animieren könnten, die noch ohne unterwegs sind. Sicherheit, Komfort und dabei auch noch gut aussehen: das wär's.

Quellen: Yanko Design, Kickstarter

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