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18.11.14

EWaste: Der 3D-Drucker aus alten Elektronikteilen im Eigenbau

Was tun mit alten, womöglich defekten Elektronikteilen vom PC oder Laptop? Verkaufen lohnt sich für viele gar nicht mehr, meist wandert solcher Schrott in den Sperr- oder gar Restmüll. Dabei könnte man doch beispielsweise einen vollständigen 3D-Drucker aus diesen bauen?!

Der Frosch aus dem selbstgebauten Drucker. (Foto: Instructables) Der Frosch aus dem selbstgebauten Drucker. (Foto: Instructables)

Der Instructables-Nutzer mikellc präsentiert mit seinem 3D-Drucker ein funktionsfähiges Gerät, das zum einem aus nicht mehr benötigten PC-Komponenten besteht. Zum anderen möchte er auf die Verschwendung von Rohstoffen aufmerksam machen. Recht hat er, man denke nur an die Schrottberge in Afrika mit ihren fatalen Folgen. Im Fall des EWaste-Printers wird einmal mehr ersichtlich, was man mit nicht ganz taufrischer Hardware anstellen kann.

 

Low Budget-Drucker

Natürlich sollte klar sein, dass der EWaste 3D Printer nicht mit hochpreisigen Highend-3D-Druckern konkurrieren kann. Für kleine Projekte, private Basteleien oder kreative Experimente in diesem Bereich dürfte diese Bastel-Lösung allerdings ausreichen. Laut User mikellc besteht seine Konstruktion aus 80 Prozent recycelten Komponenten, was die Kosten gravierend senkte. Die meisten  Teile stammen von zwei alten CD/DVD-Laufwerken sowie einem - vermutlich gar nicht mehr so leicht zu bekommenden - Diskettenlaufwerk. Die Motoren dienen der Bewegung des Druckers.

Weitere Teile sind ein PC-Netzteil, diverse Kabel und Anschlüsse. Der wohl wichtigste und teuerste Part ist die eigentliche Drucker-Elektronik. Hier kommt RAMPS oder RepRap (Generation 6/7) zum Einsatz, preislich geht es hier bei 50-60 Euro los. Wichtig ist, dass man eine angepasste Firmware auf die Arduino-Controller aufspielen kann. Abgesehen davon dürfte der Rest auf jedem Trödelmarkt oder gar dem Dachboden zu finden sein.

Wie der Drucker funktioniert? Das zeigt ein zugegeben recht langweiliges Video. Am Schluss kommt ein Frosch heraus. War das jetzt ein Spoiler?

www.youtube.com/watch

Im Eigenbau

Bei Instructables veröffentlichte der Schöpfer eine ausführliche Anleitung mit weiteren Details und Downloads. Schon bei näherer Betrachtung wird klar: Das ist nichts für Einsteiger, schließlich stehen hier Löten und Programmieren auf der Tagesordnung. Eine Herausforderung war es offenbar, die drei Achsen (Höhe, Breite, Tiefe) ordnungsgemäß zu kalibrieren.

Die Anleitung gibt's im Netz. (Foto: Instructables) Die Anleitung gibt's im Netz. (Foto: Instructables)

Ob man sich selbst einen solchen Bau zutraut - das muss natürlich jeder für sich entscheiden. Selbst finde ich die Idee hervorragend. Sicherlich ist der Gedanke, sich einen 3D-Drucker zu bauen, nicht grundsätzlich neu. Es gibt auch andere Varianten mit LEGO-Teilen und besagten Arduino-Controllern, die extra darauf ausgelegt sind. Dafür jedoch Hardware zu verwenden, die man sonst wegschmeißen würde, ist eine sinnvolle Sache. Denn wir wissen es ja eh alle: Wir werfen zu viel weg.

Alle Einzelheiten zum EWaste 3D Printer findet ihr bei Instructables.

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