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26.11.14Leser-Kommentare

Everykey: Ein Armband als Generalschlüssel für Türen, Smartphones oder Passwort-geschützte Accounts

Dieses Wearable soll einen schnellen Zugang zu abgesicherten Geräten und Webseiten ermöglichen, ohne dass man sich Passwörter merken muss. Klingt gut. Doch das interessante Crowdfunding-Projekt hat auch noch seine Schattenseiten.

Everykey (Bild: Everykey LLC) Everykey (Bild: Everykey LLC)

Vom Smartphone über das Bankkonto und das Mail-Postfach bis hin zum Facebook und Amazon: Der moderne Mensch benötigt mittlerweile unzählige Passwörter, um Zugang zu seinen vielfältigen Accounts zu erhalten. Da man aus Datenschutzgründen niemals überall das gleiche Passwort verwenden soll, wird das Merken der eigenen Zugangscodes mittlerweile zum Gehirnjogging. Everykey will das ändern.

Everykey ist ein Wearable, also ein smartes Gadget zum Anziehen. Im Gegensatz zu Smartwatches oder Fitness-Trackern sammelt dieses Armband keine Daten, sondern gibt sie bei Bedarf ab. Vereinfacht gesagt, soll Everykey ein tragbarer Generalschlüssel für verschiedene Geräte werden.

Drahtlose Entschlüsselung

Trägt man das Armband, kann man damit laut den Erfindern seinen Passwort-geschützen PC entsperren, sich automatisch in seinen Onlinebanking-Account einloggen oder sein Smartphone entsperren. Auch moderne Auto- oder Hoteltüren sollen sich damit öffnen lassen.

Wie Everykey funktioniert? Das Armband kommuniziert mit den Devices in seiner Nähe via Bluetooth 4.0 (Bluetooth Low Energie) und tauscht die Daten über eine AES 128-Bit-Verschlüsselung aus. Wichtig zu erwähnen ist, dass Everykey weder Daten auf dem Wearable, noch auf Servern speichert. Stattdessen sind die Daten auf dem entsprechenden Gerät abgelegt und das Band dient zur Authentifizierung.

Wie das smarte Armband im Einsatz aussieht, zeigt dieses Produktvideo:

Offene Fragen

Die Idee von Everykey klingt gut, aber noch gibt es ein paar Haken, die mich stutzig werden lassen. Zum einen wäre da die Sache, dass das Armband nicht mit iPhones und iPads, die auf iOS 8 oder höher laufen, funktioniert. Hierzu muss das entsprechende iOS-Gerät einem Jailbreak unterzogen werden. Das ist unschön – und wirft die Frage auf, welche Geräte man noch alles jailbreaken muss, damit sie mit Everykey zusammenarbeiten?

Und was ist, wenn ich das smarte Device verliere oder gar gestohlen wird? Laut dem Hersteller lässt sich das Everykey online sperren. Gut. Aber was ist, wenn ich dafür zu langsam bin?

Ich bin also kritisch, was die Idee angeht. Wer das nicht ist, der kann Everykey mit seinem Geld unterstützen. Denn um das Konzept des tragbaren Generalschlüssels in die Realität umzusetzen, wurde eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Bis zum 30. November müssen mindestens 100.000 US-Dollar (rund 80.700 Euro) zusammenkommen.

Wer auf Kickstarter mindestens 50 Dollar spendet, kann sich ein Everykey sichern.

Kommentare

  • jan

    26.11.14 (22:43:34)

    Der Traum jedes Cyber-Kriminellen! Die tollsten Algorithmen können wohl niemanden davon abhalten, sich so ein Armband zu basteln bzw. eins umzuprogrammieren, wenn doch die Verlockung so traumhaft ist: Auto, Haus, Konto, private Daten - alles auf einen Schlag!

  • blafasel

    27.11.14 (10:23:14)

    Das Risiko des Schlüsselverlusts und Missbrauchs durch Finder/Diebe haben alle physikalischen Schlüssel. Auch der Haustürschlüssel. Dafür muss man sich keine Passwörter merken. Jeder sollte hier selbst seine Präferenzen setzen.

  • jan

    28.11.14 (06:25:07)

    Schlüsselbund, Portemonnaie mit Bankkarte und Geheimnummer UND sämtliche Passwörter für den PC auf einmal verlieren passiert aber selten :) Da muss man auch nichts mehr verlieren - wer so ein Armband trägt schreit geradezu heraus "komm überfall mich!"

  • Silminer

    28.11.14 (13:09:04)

    Die Idee klingt schon interessant, wenn man die Sicherheitsaspekte weiter herausarbeitet... Inzwischen ist das Band übrigens finanziert... Da das Armband selbst keine Passwörter speichert, sondern die Identität nur verifiziert, ist ein Passwortdiebstahl schwierig. wenn das Tool allerdings permanent sendet, kann ähnliches passieren, wie wir das mit den girogo-Karten von der Sparkasse bereits erlebt haben. Der Dieb muss nur mit einem entsprechenden Lesegerät nahe am Träger vorbeigehen und den Identifizierungscode stehlen. Da fänd ich es besser, wenn man einen Knopf oder so am Band hat, durch den nur Daten gesendet werden, wenn man das auch möchte...

  • Martin

    22.01.15 (09:53:51)

    Also ich halte davon überhaupt nichts und würde mir sowas auch nie einrichten...Nicht nur das man das Teil verlieren kann und eventuell zu langsam zum Sperren ist. Was das ganze für Lücken hat, weiß man eventuell erst wenn es zu spät ist. Mir ist ja schon die Entsperrung per Fingerabdruck meines Lenovo ThinkPads T420 nicht wirklich geheuer. Und selbst Iris-Scanner und co lassen sich ja schon umgehen.

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