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27.02.15

Equil Smartpen 2: Analog wird digital

Der Equil Smartpen 2 digitalisiert analoge Notizen, ohne auf besonderes Papier oder spezielle Minen angewiesen zu sein. Im Stift können bis zu 1.000 Seiten gespeichert und später auf Tablet, Smartphone oder Rechner übertragen werden. Wir haben ausprobiert, wie gut das funktioniert.

Equil Smartpen 2 07

Equil hat für den Smartpen 2 ein schönes rundes Paket geschnürt. Beziehungsweise ein dreieckiges. Der Smartpen, ein Clip für das Papier und die Ladestation bilden eine Einheit, die in ihrer Form an eine kleine Tafel Toblerone erinnert. Eine Art Smartcover mit Magnetverschluss schützt den Stift beim Transport.

Die Ladestation lädt nicht nur den Stift selbst, sondern auch den Clip, der oben an der Seite befestigt wird, auf der man schreibt. Denn das ist der Vorteil von Equil Smartpen 2 gegenüber einigen anderen, ähnlichen Stiften. Der Smartpen 2 benötigt keine speziellen Minen oder besonderes Papier. Man befestigt einfach einen kleinen Clip oben an der Seite, auf der man schreiben will, kann also seinen Lieblingsblock benutzen.

Und auch die Minen sind ganz normale, kurze Kugelschreiberminen, wie man sie in Vierfarbstiften findet. Eine Reservemine ist gleich mit dabei, in einem eigenen kleinen Halter. Außerdem ist ein hilfreiches kleines Werkzeug zum Wechseln unterhalb des Micro-USB-Ports integriert. Hier kann man die Spitze einklemmen und die leere Mine herausziehen, ohne eine Zange zu Hilfe nehmen zu müssen. Equil hat wirklich auf das Detail geachtet.

Ist der Clip ans Papier geklemmt, kann es losgehen. Per Schiebeschalter wählt man zunächst, ob man sich mit einem iOS-Gerät oder einem Rechner verbinden möchte, oder ob man Bluetooth ausschaltet und den Equil Smartpen 2 als Standalone-Gerät verwenden will. In diesem Fall werden die Seiten im internen Speicher abgelegt und importiert, sobald man sich das nächste Mal mit einem Rechner oder iOS-Gerät verbindet.

Die Mac App

Die App für den Mac scheint noch etwas buggy zu sein. So habe ich es nicht geschafft, die App vernünftig mit meinem Evernote-Konto zu verbinden. Bei der iOS-App war das kein Problem. Auch beim Import hakte es bei mir ab und zu, die App hängte sich auf und musste neu gestartet werden oder stürzte gelich selbst ab. Daran müsste man noch arbeiten.

Man kann Seiten aus dem Equil Smartpen 2 importieren oder sich bereits vor dem Schreiben mit dem Stift verbinden. In diesem Fall wird alles, was man zu Papier bringt, ohne Verzögerung live auf dem Bildschirm abgebildet. Sehr praktisch für Schulungen, wenn man zum Beispiel einen Beamer am Rechner anschließt. In diesem Modus funktionierte die App - bis auf das Evernote-Problem - auch einwandfrei.

Besonders hervorzuheben ist noch die Schrifterkennung. Wenn man halbwegs ordentlich schreibt, ist das Programm tatsächlich in der Lage, handschriftliche Notizen in digitalen Text umzuwandeln. Dazu muss man vorher die Datei der entsprechenden Sprache herunterladen, dann kann man Notizen markieren und im Kontextmenü "Umwandeln" wählen. In der Galerie sieht man Bildschirmfotos davon.

Die iOS-App für Notizen

Equil Note heißt die App für iPhone und Co. Auch mit ihr kann man Notizen importieren oder direkt live festhalten. Sogar die Umwandlung von Handschrift zu digitalem Text klappt hier nach Herunterladen der Sprachdatei. Alles läuft nach meinem Gefühl insgesamt flüssiger und sauberer ab als bei der Mac App.

Die iOS-App für Zeichnungen

In Equil Sketch hat man die Auswahl unter jeder Menge Stifte: Verschiedene Pinsel und Bürsten, Pastelkreide, Marker, Wachsmalstift, Tinte und Bleistift zum Beispiel. Größe und Transparenz lassen sich einstellen. Wenn man mit dem Kugelschreibergefühl klarkommt (und das entsprechende Talent besitzt), kann man so die unterschiedlichsten Kunstwerke anfertigen. Die App unterstützt Ebenen, man kann Fotos importieren und die fertige Datei lässt sich auch als PSD versenden.

Mehr Infos gibt es auf der speziellen Smartpen 2-Seite von Equil. Bei Gravis kostet der Equil Smartpen 2 momentan 169 Euro, im Apple Online Store zahlt man 149 Euro. Nicht ganz billig, aber der Stift ist wirklich vielseitig einsetzbar und mit iOS, Android, OSX und Windows kompatibel. Zudem braucht man keine teuren Spezialpapiere oder -minen. Die Kinderkrankheiten der OSX-App werden beim nächsten Update hoffentlich auch noch beseitigt.

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