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26.11.10

entourage eDGe im Test (1/2): Ein Kurztest mit ersten Eindrücken

Der entourage eDGe erhält einen ersten Kurztest, bevor er sich intensiv im Alltag beweisen muss.

«Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile» urteilte Aristoteles und diese Erkenntnis werden wir im ersten Teil, dem 15-Minuten-Kurztest, auch erlangen. Der entourage eDGe versucht, zwei Lager miteinander zu verbinden: die eReader-Fraktion und die Tablet-Netbooks. Wie gut er das im Alltagsgebrauch schafft, werden wir im zweiten Teil herausfinden. Jetzt geben wir uns ganz der Freude des Auspackens hin.

[photos title=""]Der Packungsinhalt läßt sich bestenfalls mit schlicht beschreiben: Der Edge, ein Netzadapter, ein USB-Kabel - bis auf die Schaumstofffolie alles aus Recycling-Material. Keine störenden Garantie- und Serviceheftchen oder anderer Papierkram, im ersten Moment überraschend, letztlich jedoch logisch: Bücher will man doch auf dem eInk-Display lesen. Das Design, wie immer Geschmackssache, halte ich für todschick, glattes dunkelblaues Plastikgehäuse mit silberfarbenem Displayrahmen und Scharnier. Dummerweise bedeutet glatt auch Fingerabdrücke und davon findet man reichlich. Für ein Alltagsgerät war das die falsche Entscheidung. Mit einem Gewicht von 1,3 kg muss man es als schwer bezeichnen. Das Gehäuse wirkt robust, gibt nur wenig nach und macht einen stabilen Eindruck. Keine Frage, das ist ein Arbeitstier, das auch was wegstecken kann.

Da es mit einem Netbook konkurrieren will, findet sich ein Teil der gewohnten Portausstattung: zwei USB-Ports, ein microUSB, ein SD-Kartenslot, ein SIM-Kartenschacht (optional), Audio-Ports und Hardwaretasten für Lautstärke und WLAN. Was an der Seite wie ein DVD-Slim-Laufwerk aussieht, entpuppt sich als wechselbarer Flachakku, gut mitgedacht.

Aufgeklappt springt einem die erste Hilfestellung ins Auge, das eInk-Display zeigt mir die Stellen, wo ich einschalte und wo der Stift versteckt ist. Danach ungeduldiges Warten, geschlagene 75 Sekunden braucht der Entourage Edge für den Desktop und weitere 15 Sekunden, um auch das graue Display in Bereitschaft gebracht zu haben. Zeit genug um sich das Innere anzusehen, die unterschiedlich großen, matten Displays (10 Zoll-TFT-Touchscreen und 9,7 Zoll eInk-Penabled) werden von einem erstaunlich breiten Rahmen, gut 32mm, eingefasst. Damit finden auch Wurstfinger ihren Platz, neben den jeweils vier Hardwaretasten pro Seite. Der Trackball leuchtet blau und ermöglicht in manchen Situation erst die Navigation im Menü.

Das Farbdisplay ist in den beiden Hauptachsen recht blickwinkelstabil, zeigt nur geringe Farbverfälschungen und leuchtet hell genug für Sonnenlicht. Damit liegt es über dem Durchschnitt von Netbook-Displays bei gleicher Auflösung. Dem eInk mit 1200 x 825 Pixeln würde ich einen Tick mehr Schwarz gönnen wollen, der Kontrast ist zwar gut, ich suche aber vergeblich nach einem Schieberegler für mehr. Eine Webcam mit Mikrofon fand im Rahmen auch noch Platz.

Dreh- und Angelpunkt ist das kräftige Scharnier in der Mitte. Es erlaubt nahezu jeden Winkel, ohne unter dem Gewicht nachzugeben. So wäre auch eine Netbook-Position denkbar, bei der man eine (beliebige) externe USB-Tastatur anschließt. Im Scharnier war noch genug Raum, um die kleinen Stereolautsprecher zu integrieren. Sie klingen flach und bassarm, verzerren aber nicht.

UMTS, WLAN und Bluetooth sind mit an Bord, so steht es auf dem Papier, doch weder UMTS noch Bluetooth wollten sich zu einer Verbindung bewegen lassen. Das WLAN zeigt ein verblüffendes Bild: Das stärkste Netz in der Umgebung wird nicht erkannt, das schwächste durchaus. Zudem zeigt es eine starke Richtungsabhängigheit, über die Testdauer werde ich das weiter beobachten.

Jede Eingabe wird fast ohne Verzögerung ausgeführt, dank Documents To Go stellen auch Office-Dateien keine Herausforderung dar - vor vier Jahren behauptete Walt Mossberg, Doc2Go sei sogar besser als die Microsoft eigene Lösung für Smartphones, auch das wird sich im Langzeit-Test herausstellen. Doch sobald es zum linken eInk-Display geht, verlangsamt sich das Tempo ungemein. Ob das nur dem Schneckentempo des Bildschirmaufbaus geschuldet ist, kann ich zum jetztigen Zeitpunkt nur vermuten.

Ich möchte das noch einmal betonen: es handelt sich um einen ersten Eindruck des Gerätes, der nicht allumfassend sein kann und dem noch wichtige Aspekte fehlen. Funktionieren Bluetooth und UMTS doch, aber nur auf Umwegen? Wie ist es um die Akkulaufzeit bestellt? Sind 1,3 kg zu viel Gewicht? Rechtfertigt sich der Preis von 600 Euro? Reicht Android für den Arbeitsalltag aus? Kann es gegen Netbooks bestehen? Diese und Eure Fragen werden in ca. einer Woche geklärt. Also ab in die Kommentar-Box und flink die Frage formuliert.

Update: Obwohl SIM-Slot und Menüeinstellung für 3G vorhanden, ist die Testversion ohne Modul. Eine Verbindung zum Netzwerk wäre ein Wunder. Das Bluetooth-Modul unterstützt laut Hersteller nur Headsets, keine anderen Verbindungen.

Die technischen Daten finden sich bei eBook Reader Store, der ihn auch in weiß vorrätig hat.

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