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22.05.12

Entertainment des Audi A3 im Test: Vier Räder und jede Menge Technik

Im August 2012 soll der neue Audi A3 in die Autohäuser gelangen. Wir hatten im Rahmen der internationalen Pressepräsentation zum Audi A3 die Gelegenheit, das Entertainment-System und die Einbindung von iPhone und anderen Smartphones auszutesten.

Ein laues Lüftchen streift über die wenigen Grashalme am Flughafen Palma de Mallorcas. Den blauen Himmel trübt kein Wölkchen und die Sonne läuft sich langsam warm an diesem frühen Morgen. Presse und Blogger sind gleichermaßen eingeladen und eines ist ihnen gemein: der erwartungsvolle Gesichtsausdruck. Ich bin dabei, aber nicht um das Getriebe zu beurteilen, die PS auszureizen oder das gelungene Interieur zu bestaunen - das überlasse ich meinem Gesprächspartner Joaquim Oliveira, der in der Jury für "Car of the Year" weitaus mehr Erfahrung vorweisen kann. Nein, für mich ist die Elektronik dahinter interessant, da bin ich Profi und in diesem Bereich stellen die Ingolstädter ihr neues Multimedia-Paket vor, das auf den Namen "Audi connect" hört. Wenn das noch nicht Grund genug ist: Man wird uns außerdem einen Spurassistenten und ein radargestütztes Distanzsystem zeigen.

Im Netz gefangen

Die digitale Vernetzung nimmt kein Ende. Alles geht ins Netz: Laptop, Smartphone, Stromzähler, Heizung... Audi führt dies konsequent fort und auch das Auto muss demnach "always connected" sein. Aus diesem Grunde verteilt der neue Audi A3 das Internet über WLAN (WPA2) an die Insassen. Und auch wenn kein Smartphone zur Hand ist, zeigt der Audi A3 seinen "Vorsprung durch Technik": Auf dem ausfahrbaren 7-Zoll-Screen mit 800 x 480 px locken Facebook, Twitter, Google Earth oder auch ein Videoplayer. Die Qualität ist trotz der scheinbar schlechten Auflösung recht gut. Neben hübschen, aber doch eher unnötigen Spielereien wie einem animierten Fahrzeug-Modell stellt der Screen sogar Google-Streetview oder Filme dar – der Tegra-2-Chipsatz im Innern macht’s möglich. Dieser sitzt auf einer Karte, der sogenannten Multi-Media eXtension (MMX) und kann modular getauscht werden. Im Moment werkelt ein T20-Grafikprozessor darin. Meiner Meinung nach ist das mehr, als man für ein Auto benötigt.

"Audi App Market"?

Ständig ist von Apps zu lesen und so beugt sich auch Audi diesem Anspruch: "Der Audi A3 kann mit Apps nachgerüstet werden", so Matthias Schikowsky, Abteilung Elektronik. Fantasien zu "Jailbreaks" oder eigenen Programmiereskapaden sind jedoch ausgeschlossen, denn es wird keinen frei zugänglichen App-Market geben. Audi verspricht aber, dass im Laufe das Jahres Apps und Erweiterungen folgen – das Fahrzeug wird erst im August 2012 verfügbar sein. Was es noch alles zu sehen gibt, erklärt Matthias Schikowski persönlich im Video:

Anfangs hatte ich große Probleme mit der Navigation: Während die Musik über einen eigenen Schalter wie am CD-Player direkt bedient werden kann, erfolgt die Bedienung der Hauptfunktionen über das Touchwheel – aber wer hätte gedacht, dass man damit auch in die vier Ecken klicken kann? Nach dieser trivialen, aber wichtigen Erkenntnis stand der Einstellung meines Ziels nichts mehr im Wege.

Das Smartphone als Zubehör

Autos können seit einiger Zeit auch Bluetooth. Und nicht umsonst gibt es im Smartphone Profile wie "SIM-Access-Control" oder "PBAP". Denn mit diesen zugegeben wenig aussagekräftigen Begriffen erlaubt das Smartphone dem Fahrzeug nicht nur die Nutzung der SIM-Karte, sondern auch den Abgleich der Kontakte. Alternativ ist im Audi A3 ein Autotelefon verbaut, das man mit einer eigenen SIM-Karte füttern kann. Hat man sich den Weg ins Internet gebahnt, steht eine Fülle von Diensten zur Auswahl. Zu nennen wären zum Beispiel Twitter und Facebook. Posts liest der A3 vor und mit Textbausteinen ("Bin an GPS_POSITION, komme bald an") bleibt die Umwelt selbst während der Fahrt immer auf dem neuesten Stand.

Jedes gute Navi hat eine Point-Of-Interest-Datenbank. Audi hält sie per Online-Abfrage aktuell. Meine Frage: "Wo gibt es leckere Paella?" leitet das System direkt an Google weiter und nutzt so deren Spracherkennung und Ergebnisse für die Antwort. Wie gut so etwas klappt, kann jeder mit seinem Android-Smartphone nachstellen.

Um den Empfang zu verbessern und Elektrosmog im Auto zu verringern, ist die "Phone Box" in die Mittelkonsole integriert. Hier werden die Handystrahlen aufgefangen und an die Außenantenne auf dem Dach weitergeleitet. Die Audi Phone Box dient insgesamt vor allem vier Zielen:

  • Minimierung der EM-Strahlung (vorausgesetzt die Bordelektronik ist auch nach innen geschirmt!)
  • Verbesserung des Handyempfangs, da im Fahrzeuginnenraum die Wellen häufig reflektiert werden
  • Anschluss des Smartphones um die Musik wiederzugeben
  • Aufladen ohne Zigarettenanzünder

Für mich ist der integrierte USB-Ladeport die wichtigste Neuerung: Endlich kann man das Smartphone aufladen, ohne einen Zigarettenanzünderadapter mitnehmen zu müssen, der bei manchen Nokias und Blackberrys noch nicht mal richtig funktioniert. iPhone-Freaks werden sich über die zweite Buchse in der Phone Box freuen: Über einen Kabeladapter kann man die Musik vom iPhone direkt über die Bang&Olufsen-Anlage des A3 wiedergeben. Andere Adapter für diverse Smartphones sind ebenfalls erhältlich. Die B&O-Surround-Anlage tönt über 14(!) Lautsprecher - ehrlich gesagt hätten es auch acht sein können, mir wäre der Unterschied nicht aufgefallen. Doch selbst Störgeräusche sollen über ein Mikrofon im Innenraum registriert und entsprechend durch die Klangeinstellungen eliminiert werden. Was mir dagegen auffiel: Guter Klang und wenig Motorengeräusch im Innenraum – so soll es sein. Übrigens werden Motorfreaks sehr enttäuscht sein: Der A3 in "Sport"-Ausführung ist zwar schnell und zieht gut, doch im Innenraum hört man bei geschlossenen Fenstern nur wenig davon.

Fazit

Von der technischen Seite und der Smartphone-Integration her gesehen ist der A3 ein Auto für Nerds und Geeks. Für ein Auto hat Audi hier alles verbaut, was man mit und ohne Smartphone benötigt, um im Internet aktiv zu sein. Allerdings steigt der Preis für ein so ausgestattetes Auto von Serie 21.600 Euro schnell auf 40.000 Euro an. Hierbei kommen noch Spurassistent, Distanzmesser, Einparkhilfe und viele weitere Funktionen hinzu. Die kann ich, wenn ihr Interesse daran habt, gerne noch ausführlich erläutern.

Was meint ihr: Markiert der neue Audi A3 endlich die Symbiose von Smartphone und Fahrzeug oder muss da noch mehr Technik hinein? Oder sollten wir lieber auf Bordcomputer verzichten? Eure Meinung zählt, ich bin gespannt.

Hinweis: Audi ist für alle Kosten für die Reise nach Palma de Mallorca aufgekommen. Es wurde jedoch kein Einfluss auf meine Berichterstattung genommen. Ich bin unabhängig und das bleibt auch so!

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