Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

27.06.12

E-Reader im Alltag: Wie gut funktioniert digitales Lesen?

Amazons Kindle brachte dem digitalen Lesen den ersten großen Schub und Tablets wie das iPad sorgten für den nächsten. Aber wie alltagstauglich ist das heute wirklich? Gastautor Gerhard Schröder von PadLife.de stellt sein E-Reader-Setup vor und erklärt, an welchen Stellen es funktioniert und an welchen es hakt. Ein Beitrag von Gerhard Schröder.

Was waren das für goldene Zeiten: Wir lasen Bücher, so richtig auf Papier. Wir trugen Papierstapel durch die Gegend: Faxe - Geschäftsbriefe - Liebesbriefe. Heute habe ich "nur noch ein iPad". Nicht wirklich, denn neben dem neuen iPad habe ich ein iPhone 4S, ein altes iPad 1 und einen Kindle, dazu einen Schwung Apps zum Lesen von Büchern. Ein Überblick...

Kindle

Der Kindle stellt bei uns im Haus die Verbindung zu meinem Elternhaus her. Gekauft zum letzten Nikolaus und sofort an meine Mutter verschenkt. Da man so schwer E-Books verschenken kann, läuft der Kindle auf meinem Amazon-Account. Meine Mutter ruft an und ich lade ihr neue Bücher über 200 km Entfernung auf ihren E-Reader. Meine Frau nutzt immer wieder den Kindle im Urlaub als Leihgabe und erspart sich so einiges an Gewicht beim Fluggepäck. Mehr Platz für Kleidung, Schuhe usw...

iPad 1

Seit ein paar Tagen hat meine Frau mein iPad 1 übernommen. Sie stellte sich sofort eine eigene Liste an Apps aus meinem Fundus zusammen. Dazu gehörte auch die Kindle-App für das iPad: Damit kann sie die "Deals des Tages" und die kostenlosen E-Books etc. für den Kindle kaufen und lesen.

Sie ist mit dem iPad 1 gut ausgelastet und hat das Couch-Surfen für sich entdeckt. Bleibt nur die Frage, wann das Couch-Video-Schauen beginnt und E-Books von Casual-Games verdrängt werden.

Das neue iPad

Das neue iPad ist mein E-Reader-Gadget. Ich habe auf dem iPad drei Apps zur Hand:

     

  1. Ich nutze zum Bücher lesen die App "iBooks", denn dort finde ich eine lockere Auswahl an E-Books, die sich via Lesezeichen-Synchronisierung zwischen iPad und iPhone austauschen. Egal welches Gerät ich zur Hand nehme, immer habe ich die richtige Stelle zum Weiterlesen zur Hand.
  2. Leider ist im Genre SF & Fantasy die Auswahl im iBook Store eher mager: viel Perry Rhodan und einige aktuelle Romane. Daher muss man als deutscher Leser, der keine englischen Titel lesen mag, zu wirklich obskuren Lösungen greifen. Siehe dazu mein Blog-Beitrag " HowTo Adobe DRM eBooks lesen mit iPad und iPhone ". Für E-Books mit Adobe DRM habe ich inzwischen den den "BlueFire-Reader" im Einsatz.
  3. Für E-Books, die als PDF angeboten werden und die nicht lange auf dem iPad verweilen sollen, verwende ich die App "iAnnotate", denn mehrere PDFs gleichzeitig zur Hand zu haben und die PDFs bearbeiten zu können, sprechen für die App.

iPhone 4S

Auf dem iPhone habe ich dann wieder iBooks zur Hand. Oft genug habe ich eine kleine Pause genutzt, um im aktuellen Roman auf dem iPad via iPhone weiterzulesen. Das iPhone ist für mich als Brillenträger ansonsten zum Lesen zu klein. Ich muss wegen meiner großen Wunschschrift auch sehr oft Blättern. Somit ist das iPhone nur ein "Notfall-E-Reader".

Was mir fehlt bei den Reader-Apps

Beim 99-Euro-Kindle lernte ich ein Produktfeature kennen, das ich in der schönen iOS-Welt schmerzlich vermisse: Die auf-der-Seite-lesen-und-blättern-Funktion, also die seitlichen Tasten zum Vor- und Zurück-Blättern. Tatsächlich vermisse ich diese Tasten, wenn ich auf dem Sofa auf der rechten Seite liege und zum Weiterblättern immer über meinen Sichtbereich auf dem iPad hinweg greifen muss. Ich wünsche mir an der Stelle eine Option in den E-Reader-Apps, die ein Vor-Zurück via Rauf-Runter-Wischen erlauben würde am linken Rand. Und für die Links-Lieger am rechten Rand.

Fazit

Was soll ich sagen? Vor zwei Jahren lebte ich ohne E-Reader, ohne iPad, ohne iPhone... und war trotzdem glücklich. Ich trug jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit ein Buch mit mir herum. Heute lese ich wann ich immer es die Zeit erlaubt, auf iPad oder iPhone – Mediennutzungswandel.

Doch... wäre ich nun nicht so ein E-Reader-Freund (Nerd), dann würde ich auch keine E-Book-Odysseen erleben. Mit anderen Worten: Es ist noch immer eine harte Zeit, wenn man sich nicht den Sortimentsbeschränkungen eines Anbieters wie Amazon oder iTunes unterwerfen möchte. Speziell, wenn man keine Copyrights-Verletzungen begehen mag. Dann, so wie in meinem Fall, ist der Weg nur schwerlich begehbar. Der "dunkle Pfad", mit passender Software schnell die DRM-Infos zu entfernen, ist so einfach zu beschreiten. Verlage sollten die ehrlichen Leser belohnen und weniger über die Bestrafung der "bösen Raubkopierer" diskutieren. Aber das ist sicher keine Neuigkeit.

Mit dem Mix von Apps und Kindle kann bei uns eine Leserattengroßfamilie bedient werden. Aber es ist eben so: Wenn man in der Familie ein gedrucktes Buch ausleiht, dann sind alle Verlage zufrieden. Was aber halten Verlage und deren Anwälte davon, dass ein Kindle 200 km weiter bei meiner Mutter im Einsatz ist und ich in Essen das gleiche E-Book in der Kindle-App auf dem iPad lese?

Ich bleibe nun bei diesem E-Reader-Setup, bis ein neues Gerät auf den Markt kommt oder eine neue App. Noch einen E-Book-Shop möchte ich nicht einbeziehen. iTunes und Amazon reichen mir.

Über den Gastautor

Gerhard Schröder bloggt unter PadLive.de seine Gedanken zum Thema iPad & iPhone. Lebt mit seiner Frau und einem Schwung iOS-Gadgets in Essen und berät (Medien-)Unternehmen im Bereich Online-Kommunikation & -Vermarktung. Firmenwebsite: KreativeKommunikationsKonzepte.de

Welche Erfahrungen habt ihr bislang mit E-Readern oder entsprechenden Apps gemacht? Habt ihr inzwischen euer perfektes Setup gefunden oder seid ihr gar zum gedruckten Buch zurückgekehrt?

Schlagworte zu diesem Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer