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07.02.13Leser-Kommentar

Doro PhoneEasy 740 im Kurztest: Androide für Senioren

Senioren-Handys bieten meist nur ein Minimum an Funktionen. Doch nicht jeder "Silver Ager" ist senil – inzwischen kennen auch Senioren das Internet und wollen es im Handy nutzen. Das Android-Smartphone 740 von Doro will diese Kundschaft zufriedenstellen. Gelingt das?

Startbildschirm des Doro 740 (Bild: W.D.Roth)Beim Auspacken ergab sich zunächst eine Enttäuschung: Das Doro PhoneEasy 740 war mir eigentlich als erstes Doro-Telefon angekündigt worden, das auch jüngere Kunden anspricht, die beispielsweise hörbehindert sind und deshalb auf die Hörgerätekompatibilität der Seniorentelefone Wert legen, aber ansonsten - gerade, weil sie dann ja die Internet-Funktionen vermehrt nutzen wollen - volle Smartphone-Funktionalität haben möchten.

Für diese dürfte das Doro 740 eine Enttäuschung sein: Auch wenn es ein Android-Smartphone ist, können keine Apps von Google Play oder direkt von Entwicklern geladen werden - auch .apk-Dateien werden nicht erkannt -, sondern nur die, welche Doro im Rahmen der "Doro Experience" vorgesehen hat. Dazu gehören momentan unter anderem die Bild-Zeitung und der Fahrplan der Deutschen Bahn, aber beispielsweise nicht die Amazon-Kindle-E-Book-Lese-App.

Sehbehinderte dürften dagegen mit dem Doro 740 zufrieden sein, und ebenso die Zielgruppe Senioren.

Abgesehen vom etwas schwierigen Einrichten eines Zugangs in ein verschlüsseltes WLAN, bei dem man sich leider durch alle Buchstaben zu den Ziffern "durchsimsen" muss, um das Passwort einzugeben, ist das Handy schnell eingerichtet und bietet große Schrift sowie laute, aber für Menschen mit noch gesunden Ohren auch reduzierbare Töne sowie die bei Seniorenhandys üblichen Notfallfunktionen.

Hinzu kommen natürlich Kamera, E-Mail, Web, und die erwähnten Apps, zu denen neben dem aktuellen Wetter, Kalender, Wecker, Rechner, UKW- und Webradio sowie einigen Online-Nachrichtenmedien auch eine "Lupen"-App zählt: Hier wird die Kamera samt dauerleuchtendem Foto-Licht genutzt, um etwas vergrößert auf dem Display abzubilden. Die Bildlfläche des Smartphones ist zwar begrenzt und eine optische Lupe zum gemütlichen Lesen sicher besser geeignet, doch kann dies für einen älteren Menschen unterwegs eine hilfreiche Funktion sein, um einen schlecht beleuchteten Fahrplan oder die Beschriftung eines Klingelknopfes zu lesen und ihm das Mitschleppen einer "richtigen" Lupe zu ersparen.

Zudem hat das Smartphone neben des üblichen Touchscreens auch eine große normale Telefontastatur. Dank Sliderbauweise bleibt das Gerät dabei kompakt und die Tastatur ist im eingeschobenen Zustand gesperrt. Über eine am PC bedienbare Weboberfläche kann das Gerät auch von anderen Familienmitgliedern auf die Bedürfnisse seines Benutzers zugeschnitten und eingerichtet werden.

Die modifizierte Android-Version stammt noch aus der klassischen 2.3.x-Reihe, Up- und Downloads sind mit 5,76- bzw. 7,2 MBit/s zügig möglich. Damit dürften ältere Familienmitglieder zu einem Handy kommen, mit dem sie einerseits auch moderne Smartphone-Features nutzen können und andererseits kein so großes Risiko laufen, sich ungewollt die Konfiguration des Geräts zu zerschießen.

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Kommentare

  • mega

    07.02.13 (10:28:22)

    Interessant wäre eine Bildschirmsperre bei eingeschobener Tastatur. Bei fast allen 'normalen' Senioren-Handys mangelt es an einer brauchbaren Tastensperre und/oder Lademöglichkeit. Und dann sind die Notrufknöpfe meist selten bescheuert ausgeführt. So ist die Tastensperre gerne mal ein Schwergängiger winziger Schiebe-Schalter (und dann auch noch einer unter vielen, die man leicht verwechselt mit Taschenlampe, Klingeltöne, oder einfach vergisst). Ein Klapphändy ist da die ultimativ praktische Lösung, richtig umgesetzt ginge es auch per Slider. Oder Es gibt keine Ladeschale und man muss einen winzigen Stecker in ein genauso winziges Loch bekommen und dabei nicht das für Kopfhörer erwischen. Und dann gibtz Notruftasten, die so flach mit der Gehäusewand sind, das die selbst bei der Einstellung 3 x drücken ständig fehlauslösen. Es gibt bislang kein einziges unter diesen einfachen Gesichtspunkten brauchbares Gerät für wirklich alte Leute. Dabei wäre es so einfach: - Klapp oder Slider als deutliche Tastensperre, wobei beim Slider die Rufannahme das einzige ist was zusammen-geschoben gehen darf. - Stabile und 'deutliche' Ladeschale. Das Gerät muss ohne fummeln oder klemmen zielsicher da rein-'fallen'/raus-gehen. Und das mit Bestätigungs-Ton und LED zur Lade-Kontrolle. - Notrufknopf/Funktion so angeordnet und funktional, das diese nicht versehentlich auslöst, nicht auf Anrufbeantworter hereinfällt, nicht versehentlich aber einfachst absichtlich abgebrochen werden kann wenn man doch fehlauslöst. - Deutlichkeit des aktuellen Zustands (z.b. LED dauer-grün bei Empfang, rot bei fehlendem Empfang. Weitere LED für Akku (rot/gelb/grün)) Das LED-leuchten ist deutlich leichter zu Erkennen als noch so große Schrift. Und Benachrichtigugns-Anzeigen für Anrufe/SMS abstellbar. - Und am besten Fernmanagement und deaktiveren unnötiger Funktionen (z.B. nur Telefonbuch und Telefonieren, mehr nicht, keine Einstellungen ändern können, SMS-Weiterleitung, SMS-Fernkonfiguration). Für meine Oma würde sogar ein 3-Tasten-Handy reichen ( bräuchte nur Notruf und (Taxi-)Service). Es scheitert aber selbst hier an Tastensperre und Ladeschale.

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