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12.02.13

Kaufkriterien & Marktübersicht: So findet man den besten DJ-Kopfhörer

Wer auf der Suche nach einem DJ-Kopfhörer ist, sieht einem regelrechten Meer von Modellen und Möglichkeiten entgegen. Doch worauf kommt es beim Kauf überhaupt an? Welche Kriterien gilt es zu beachten und worin unterscheiden sich die vielen Modelle? Dieser Artikel beleuchtet, was bei einem Kauf zu beachten ist und welche Ansprüche ein gutes Modell erfüllen sollte. Dazu gibt es eine Marktübersicht mit einigen der interessantesten DJ-Kopfhörer, die derzeit im Fachhandel erhältlich sind.

1. Verarbeitungsqualität

In Clubs und Discotheken geht es nicht selten ziemlich rau in der DJ Booth zu. Schon während des Transports der Gerätschaften zum Veranstaltungsort und zurück nach Hause kann es vorkommen, dass sich jemand auf die Tasche fläzt oder irgendetwas Schweres darauf abstellt. Auch fällt ein DJ-Kopfhörer durch das häufige Aus- und Einpacken gerne mal herunter. Während der Performance wird aus Versehen heftig am Kabel gezogen oder darauf getreten. Ganz zu schweigen von umstürzenden Drinks, der Hitze und dem Schweiß, Staub, Rauch und weiß der Teufel noch was. Es bietet sich also an, schon im Vorfeld beim Kauf zu überprüfen, was der jeweilige Kopfhörer in Sachen Verarbeitungsqualität zu bieten hat. Sind die Gelenke, die zwischen Kopfbügel und Ohrmuschel sitzen, robust genug, um auch mal eine stärkere Gewalteinwirkung zu überstehen? Werden in der Konstruktion etwa Metalle statt Kunststoffe eingesetzt? Auch der Blick auf die Herstellergarantie lohnt sich, bieten doch einige von ihren Produkten überzeugte Hersteller bis zu fünf Jahre an.

Und auch ob sich einzelne Komponenten des Geräts austauschen lassen, kann zu einem wichtigen Faktor werden. Erfahrungsgemäß stellt das Kabel die größte Schwachstelle bei DJ-Kopfhörern dar.

2. Verkabelung

Eine einseitige Kabelführung bringt mehrere Vorteile mit sich. Das Kabel sollte an lediglich einer der beiden Ohrmuscheln befestigt sein, da es somit einerseits weniger im Weg steht und andererseits das einseitige Vorhören erheblich erleichtert wird.

Ein Gerät mit Spiralkabel (aka "gedrehtes Kabel", "Kabel mit Wendelung" oder "Wendelkabel") hängt seltener im Weg, wobei es sich bei Bedarf dennoch auseinanderzeihen lässt. Übliche Längen reichen bis zu vier Meter. Darüber hinaus lassen stabilisierende Verbindungsstutzen zwischen Kabel und Ohrmuschel sowie eine dicke Ummantelung des Kabels auf eine lange Lebenszeit schließen und stellen somit gute Argumente für einen DJ-Kopfhörer dar.

Last, but not least: Ein abnehmbares Kabel lässt sich bei einem Defekt schnell austauschen, ohne das ganze Gerät zur Reparatur einschicken oder gar wegwerfen zu müssen. Die meisten renommierten Hersteller im DJ-Bereich bieten ein Modell, bei dem sich das Kabel abnehmen lässt. Zudem ist der Austausch eines Kabels wesentlich preiswerter als sich gleich einen ganzen Kopfhörer kaufen zu müssen.

Es finden sich mehrere Stecker-Formate, angefangen von herstellereigenen Formaten, die im Nachkauf entsprechend teuer sein können, über Mini-XLR bis hin zu Miniklinken mit 3,5 mm Durchmesser. Letztere stellen wohl die Ideallösung dar, da sich meist schnell ein Ersatzkabel selbst in kleineren Geschäften um die Ecke findet.

Weitere Punkte kann ein Modell sammeln, wenn der mitgelieferte Klinkenadapter (3,5 auf 6,3 mm) mit einem Schraubgewinde versehen ist. Durch die Arretierung wird es unwahrscheinlich, den Adapter versehentlich zu verlieren.

3. Vielseitigkeit der Konstruktion

Wenn die Headphones zwischen dem Vorhören um den Hals geschlungen werden, stellt es sich als überaus praktisch heraus, wenn sich zumindest eine Ohrmuschel drehen lässt. Das Vorhören geht dann sehr komfortabel vonstatten, da nicht das ganze Gerät aufgesetzt werden muss.

 

Als Alternative bieten sich Modelle an, die es erlauben, die Ohrmuscheln nach vorn und/oder hinten zu schwenken, was das einseitige Hören auch bei aufgesetztem Kopfhörer ermöglicht. Wenn weder das eine, noch das andere möglich ist, lohnt es sich, die Gesamtkonstruktion auf ihre Elastizität hin zu überprüfen – vielleicht lässt sich ja auch das gesamte Gestell weit genug verbiegen, ohne einen Bruch zu riskieren.

Viele Geräte weisen einen Mechanismus auf, dank dem sich beide Ohrmuscheln nach innen einklappen. Damit lässt sich beim Transport viel Platz sparen. Bei ganz ausgefeilten Modellen lassen sich die Muscheln in der eingeklappten Stellung auch noch drehen – kompakter geht es nicht.

Was nicht vergessen werden sollte: Eine Tragetasche ist nie verkehrt, bei nicht wenigen Geräten findet sich eine solche bereits im Lieferumfang.

4. Klangqualität & Schallisolierung

Ein Kopfhörer, der zum DJing taugen soll, muss nicht zuletzt in der Lage sein, die Umgebungsgeräusche deutlich zu dämpfen. Kein Wunder also, dass DJ-Kopfhörer immer in geschlossener Bauart gestaltet werden.

Weitaus weniger Gewicht sollte dem Klang an sich zukommen. Hier zählt vielmehr der Druck, um Bass und Kick Drum klar und deutlich vernehmen zu können. Auch sollte der Sound nicht zu "hell", zu "scharf" sein, da das Gehör bei den erforderlichen Lautstärken schneller ermüdet. Nichtsdestotrotz muss die Maximallautstärke hoch genug sein, um im Club bestehen zu können.

5. Komfort

Weich gepolsterte Ohrmuscheln und Bügel kommen natürlich gelegen, sind aber im Allgemeinen nicht so wichtig wie es bei Kopfhörern der Fall ist, die zum reinen Musikhören daheim auf der Couch oder für die Arbeit im Tonstudio gedacht sind. Nach unserer Erfahrung sind Polster aus dem sogenannten Memory Foam die angenehmsten – Formgedächtnis-Polymere, Baby!

Am besten ist es, vor dem Kauf in Erfahrung zu bringen, welche Variante sich als passender, bequemer und/oder praktischer erweist, eine ohraufliegende oder eine ohrumschließende. Auch die Größe und Form der eigenen Ohren spielt da eine entscheidende Rolle, so dass ein Urteil nur nach einem persönlichen Test gefällt werden kann. Die umschließenden Modelle fühlen sich meist angenehmer an, da hier kein bzw. ein geringerer Druck auf die Ohren ausgeübt wird. Dabei kommt es aber auch darauf an, ob die Membran weich bespannt wurde, zudem ist der Anpressdruck der Ohrmuscheln eine weitere Variable in der Gleichung. Ein allgemeingültiges Urteil, welche Bauart die bessere Variante für DJs darstellt, lässt sich nicht fällen.

Schließlich ist das Gewicht eines DJ-Kopfhörers nicht zu unterschätzen – gerade bei langen Sets kann sich ein schweres Modell unangenehm bemerkbar machen. Erfahrungswert: Die Marke von 300 Gramm sollte nicht zu weit überschritten werden und alles ist in Butter.

Tabelle: Marktübersicht aktueller Modelle

Eine größere Version der Tabelle gibt es nach dem Klick auf die Vorschau. In Originalgröße findet sich die Tabelle hier.

Mehr Informationen im delamar DJ Special

Wer sich mit dem Thema DJing auseinander setzen möchte, kann einen Blick auf das delamar DJ Special 2012 werfen, aus dem dieser Artikel stammt. Dort finden sich weitere Artikel und Workshops für Interessierte und Einsteiger sowie eine Marktübersicht zu DJ-Controllern aus dem unteren Preissegment. Das gesamte DJ Special kann kostenlos online gelesen oder als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

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