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23.06.12 06:20

, von Frank Busch

Dinkels Tonschreine: Sakrale Audio-Docks für iPod und iPad

Wer bei Amazon und all den anderen Einkaufsportalen nicht das findet was er sucht, der muss selbst Hand anlegen. Ab und an entstehen dann sehenswerte Eigenbauten, wie die Tonschreine von Georg Dinkel.

Dinkels Tonschrein: sakral-ironische Kunst (Quelle: Georg Dinkel)Für all die iPhones, iPods und iPads da draußen gibt es Audio-Docks wahrhaft in rauen Menge. Es gibt schöne Docks, hässliche Docks und praktische Docks. Es gibt aber auch eigenartige Docks, deren Hersteller sich besser weiter auf das Bauen von Auspuffanlagen konzentriert hätten.

Dann gibt es Docks, die in kleinen edlen Manufakturen in Handarbeit hergestellt werden, wie zum Beispiel das handgeschnitze Etsy RockAppleWood oder das Vers 1.5R.

Zu guter Letzt sind da schließlich noch die wenigen Leute, die in der nun wirklich nicht kleinen Auswahl an Docks trotzdem nicht das Richtige finden und selbst in die Bastelkiste greifen, um ein Dock Marke Eigenbau zu kreieren.

Einer dieser Leute ist Georg Dinkel. Er ist Fotograf mit Referenzen aus Industrie und Handel und begann vor einiger Zeit, mit Sperrholz, Holzleim und Fimo zu experimentieren. Fimo, das mag nicht jeder kennen, ist eine besondere Knetmasse: Nachdem man sie in Form gebracht hat, wird sie im Backofen gebrannt und härtet dabei vollkommen aus.

Was daraufhin in seiner Werkstatt entstand, ist sicherlich etwas anderes, als man im ersten Moment erwartet hätte, aber das macht seine Arbeiten umso eindrucksvoller. Herausgekommen sind zwei "Tonschreine": Der eine dient einem iPad als neue Heimat, der andere beherbergt einen aktuellen iPod nano. Aber seht selbst, die Bilder der Fotostrecke sprechen für sich:

Altindische Devotionalien

Georg selbst beschreibt seine Gerätschaften als "sakral-ironisch" und auf die Frage, wie man auf die Idee kommt, solche Audio-Docks zu bauen, erzählt Georg: "Nachdem ich Ende letzten Jahres im Zuge von Apples Rückrufaktion einen neuen iPod Nano zugeschickt bekam, brauchte ich etwas "zum Lauthören" und fing an, mir mein persönliches "Sound-Dock" zu basteln. Lautsprecher, Verstärker, LEDs etc. waren im Fundus zu finden. Ebenso wie genug Fimo Modelliermasse."

Georgs kleiner Tonschrein für den iPod nano besteht, bis auf einen stabilisierenden Holzrahmen im unteren Bereich, fast ausschließlich aus Fimo und beherbergt im sakralen Inneren einen 3-Watt-Monoverstärker. Dieser treibt einen Bass- und einen Hochtöner an, gerade ausreichend, um die siebenjährige Tochter Anna mit Hörspielen zu versorgen.

Der zweite Tonschrein, der "iSchrein" sozusagen, ist schon etwas mutiger ausgestattet: Immerhin fand ein aktives 2.1-System mit rund 35 Watt Musikleistung seinen Weg in das Holzgehäuse, wo eine klappbare Halterung mit Dock-Anschluss für Stromversorgung und Tonabnahme ausgiebig mit Fimo, Goldpulver, Blattmetall und Acrylsteinchen verziert wurde. Die Lautstärkeanzeige im unteren Bereich ist rein mechanisch realisiert, wie zu guten alten Zeiten in Röhrenradios mit Seilzug und Ziffernprojektion, und in der Kuppel unter dem Tieftöner sorgt ein blaues LED-Band für dezente indirekte Beleuchtung.

Georg Dinkel selbst lässt offen, ob das Ganze nun Kunst oder Kitsch ist. Er selbst sieht sich in der "Tradition eines mittelalterlichen Handwerkmeisters, der den von allen verehrten und angebeteten Reliquien unserer Zeit ein angemessenes Gehäuse gibt" ... mit einem Augenzwinkern.

Wer noch mehr von Georgs Kunst oder Kitsch, wie auch immer, sehen möchte, der schaut auf seiner Webseite bits-fuer-uns.de vorbei.

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