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06.07.15

Die (R)evolution des Klanges

Für das Kino wird es immer schwieriger, mit den Neuerungen, die es im Bereich Heimkino gibt, mitzuhalten. Immer hochauflösendere Fernsehgeräte kommen auf den Markt, 3D-Fernseher sind schon längst keine Rarität mehr. Doch vor allem auch der Klang hat sich durch die Verbesserung der Surroundsysteme zu einem immer realistischeren Raumklang entwickelt. Seit 2012 gibt es jedoch eine Neuerung, die das Kino revolutionieren könnte.

Vom ersten Tonfilm zum Surroundsystem – Die Evolution des Sounds

Die Geschichte des Kino-Sounds ist so alt wie der Film selbst. Denn wirklich stumm waren die Filme in Kinos nie. Zunächst nur von Klavier und anderen Instrumenten begleitet, löste der Tonfilm bis etwa 1936 den Stummfilm weitestgehend ab. Bis in die 1970er Jahre waren alle Filme monophon, das bedeutet, dass der Klang von einem einzelnen Lautsprecher ausging. In der Mitte der 1970er Jahre sorgte dann schließlich das Stereosystem für neue Maßstäbe. Dadurch konnte zum ersten Mal räumlicher Klang erzeugt werden. Dieses System wurde im Laufe der Zeit stets weiterentwickelt und gipfelte schließlich im Surroundsound.

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Beim Surroundsound wird der räumliche Klang verbessert und auf viele Lautsprecher, die überall im Raum installiert sind, verteilt. Mit Dolby Atmos wurde im Jahre 2012 das Soundsystem noch einmal revolutioniert. Theoretisch erlaubt dieses System eine unbegrenzte Anzahl an Tonspuren. Durch eine Vielzahl an Lautsprechern an den Seiten und der Decke eines Raumes, die alle einzeln gesteuert werden können, lässt sich ein Ton in beliebiger Weise durch einen Raum bewegen. So kann der Zuschauer dem Ton durch den Raum folgen. Beispielsweise kann ein Flugzeug nun von links vorne nach rechts hinten über die Köpfe der Zuschauer hinwegfliegen. Seit dem Erscheinen von Dolby Atmos wurden bereits einige Filme in dem neuen Format entwickelt, auch einige ältere Filme wurden bereits darauf umgestellt. Und auch die Kinos werden nach und nach an das neue System angepasst. So gibt es in Deutschland aktuell 16 Kinos, die mit dem „3D-Sound“ die Zuschauer begeistern. Das neue Dolby Atmos-System kann unter anderem auch in einigen Cineplex-Kinos bestaunt werden.

Der Sound für zu Hause

Nicht nur in den Kinos hat sich in Sachen Sound einiges getan. Die Surroundanlagen werden stets weiterentwickelt. Durch die Positionierung im kompletten Raum, also auch hinter dem Zuschauer, erhält man einen 360 Grad Raumklang. Beim 7.1-System beispielsweise, die Zahl hinter dem Punkt steht dabei für die Anzahl der Subwoofer, hat der Zuschauer insgesamt sieben Lautsprecher im Raum um sich herum verteilt. Das 9.1-System bietet durch neun Lautsprecher sogar einen noch besseren Raumklang. Durch die verbesserten Surroundsysteme können Schallereignisse besser geortet werden und durch mehr Lautsprecher können klangliche Löcher in größeren Räumen verhindert werden.

Eine Alternative zu den klassischen Surroundsystemen bietet die Soundbar. Diese besteht aus einem einzigen Lautsprecher und einem separaten Subwoofer und simuliert das Surround-Gefühl. Man spricht dabei auch von virtuellem Surroundsound. Ein großer Vorteil der Soundbar ist die Platzersparnis. Es müssen keine Lautsprecher im Raum installiert werden, die Soundbar befindet sich direkt am Fernsehgerät. Außerdem sind die Soundbars meistens billiger als die Surroundsysteme. Da eine Soundbar jedoch den Zuschauer nur von vorne beschallt, kann der Sound, obwohl der Surroundeffekt imitiert wird, nicht mit den herkömmlichen Surroundsystemen mithalten. Wer also ein echtes Heimkinoerlebnis möchte, sollte zu einem Surround-System zurückgreifen. Mittlerweile gibt es den Surroundsound jedoch nicht nur für den Fernseher, sondern auch in Kopfhörern. Besonders für Gamer ist diese Erfindung äußerst nützlich. Der Ton wird dabei so verzerrt, dass das Gehirn ihn so empfindet, als käme er aus einer bestimmten Richtung. Bei Ego-Shootern beispielsweise lassen sich damit Feinde exakt orten.

Eines steht bei all den technischen Neuerungen fest: Auch wenn das Soundsystem im Laufe der Zeit immer weiter verbessert wurde, so darf man doch gespannt sein, was die Zukunft von sich hören lässt.

© Stéphane Masclaux - Fotolia.com © Stéphane Masclaux - Fotolia.com

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