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14.09.17

Messenger

Die besten WhatsApp-Alternativen fürs Business

Sven Wernicke


(Bild: Microsoft)

WhatsApp sollte man im Business eigentlich nicht als Messenger für Mitarbeiter nutzen. Und auch Skype eignet sich nicht immer, gerade beim Transfer sicherheitskritischer Daten. Welche Alternativen existieren dann?

6 interessante WhatsApp-Alternativen

Es gibt einige Gründe, wieso WhatsApp nicht aufs Dienst-Smartphone gehört. Unter anderem mangelt es am Datenschutz und vernünftigen Archivierungs-Optionen, die von Firmen verlangt werden. Stattdessen Skype zu verwenden, ist zumindest bei der regulären Variante auch nicht zu empfehlen, da beim Austausch wichtiger Informationen der ausreichende Schutz fehlt. Benötigen Sie einen guten, robusten, sicheren Messenger für sich, Ihre Kollegen und Angestellten, sollten Sie einen Blick auf die eine oder andere Alternative werfen.

Skype for Business & Microsoft Teams

Während das kostenfreie Skype für Privatanwender gedacht ist, richtet sich Skype for Business – wie der Name es schon sagt – an Unternehmen. Der Austausch zwischen Kollegen, Freiberuflern sowie verreisten Mitarbeitern steht im Fokus und geht über die bekannten Telefoniefunktionen hinaus. Sicherer Datentransfer, Aufzeichnen von Audio- und Videotelefonaten und Cloud-basierte Elemente vereinfachen die Kommunikation.

Eine Verbindung zu nahezu allen relevanten Microsoft-Programmen, darunter Exchange, OneDrive oder Access, ist die große Stärke von Skype for Business. Aber auch mit Office 365 lässt sich die Software kombinieren, was Microsoft unter dem Label Office 365 Business Essentials zur Verfügung stellt – quasi als Komplettlösung für alle Arbeitssituationen.

Wenn es vorrangig um Mitarbeiter-Chats geht, sollten Sie Microsoft Teams in Erwägung ziehen. Besprechungen für kleine Gruppen und Teams lassen sich flott planen, ebenso bleiben Teamchats und private Unterhaltungen zwischen Mitarbeitern erhalten. Von Microsoft Teams aus hat man zudem Zugriff auf Skype for Business, OneNote und Sharepoint. Das Tool ist direkt Bestandteil von Office 365.

Blizz by TeamViewer

Auch hier verrät die Bezeichnung schon den Ursprung. Die Macher des populären Fernwartungstools TeamViewer möchten mit Blizz kleine und mittelständische Unternehmen mit einer Webkonferenz-Anwendung überzeugen. Eine 256bit-Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, eine optionale Zwei-Faktor-Authentifizierung und eine Verifizierung vertrauenswürdiger Geräte beim Login sorgen für Sicherheit.

Blizz legt den Schwerpunkt auf Online-Meetings für bis zu 300 Teilnehmer. Schnell und unkompliziert sind die Einrichtung und der Login. HD-Videokonferenzen, das Präsentieren von Bildschirminhalten und das gemeinsame Arbeiten an Programmen sind weitere Merkmale.

Für bis zu fünf User ist Blizz kostenfrei, für Unternehmen liegen die Preise zwischen sechs Euro und 19 Euro monatlich.

Slack

Slack erfreut sich einer stark steigenden Beliebtheit. Das liegt sicherlich an dem flexiblen System und der Tatsache, dass es quasi überall verwendet werden kann – auf dem Desktop, unterwegs, im Browser, mittels App.

Ein Verwalten mehrerer Projekte und Teams ist über sogenannte Kanäle möglich, simpel ist außerdem das Verfassen von Direktnachrichten oder das spontane Anrufen. Filesharing und eine komplexe Suchfunktion sind die Steckenpferde von Slack.

Und trotzdem: Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung existiert nicht. Die Übertragung der Daten selbst ist dagegen gesichert.

Für kleine Teams ist Slack kostenlos, mehr Service und Komfort gibt’s ab rund sechs Euro pro Monat und aktiven Nutzer. Eine Plusmitgliedschaft für Profis mit einer besseren User-Authentifizierung und Administration liegt bei knapp 12 Euro monatlich.

Sid

Die Lösung eines Berliner Startups verspricht die vollständige Sicherheit. Eine komplette Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist von Haus aus dabei. Interessant ebenfalls: Gegenüber vielen Mitbewerbern werden durch die Peer-to-Peer-Technologie Daten nicht in der Cloud abgelegt, sondern nur auf den Geräten, die diese empfangen haben. Auf Wunsch werden Informationen in einem eigenen Bereich gesichert und von anderen Dokumenten getrennt „aufbewahrt“.

Sid ist für iOS, Android, Windows sowe macOS erhältlich und kann im Browser eingesetzt werden. Angeboten werden schnelle Team-Unterhaltungen. Und sogar der Verzicht auf Telefonnummern oder Email-Adressen zum Hinzufügen von Kontakten ist löblich. Schön: Sid ist gratis.

OfficeChat

OfficeChat hat nichts mit Microsoft Office zu tun, es ist eine Anwendung des Unternehmens MangoApps. Spannendes Feature: Dank Hyper Real Time kann man während des Schreibens der Gegenseite schon sehen, was diese tippt. Schneller geht nicht. Der Transfer vertraulicher Details erfolgt also live und ohne das Versenden der Nachricht. Auch das ist ein Sicherheits-Aspekt, der unter Umständen benötigt wird.

Die Team-Messaging-App ist für Smartphones, Tablets und PC erhältlich, für Teams eignen sich die integrierten Gruppen-Elemente. Das Teilen von Daten ist ein weiterer Bestandteil von OfficeChat. Anwender können sich sogar anzeigen lassen, ob etwas wirklich übertragen wurde und sozusagen „angekommen“ ist. Wer mag, lässt Messages zerstören, nachdem sie gelesen wurden. Mit MailChimp, GitHub oder Slack lässt sich OfficeChat übrigens auch kombinieren.

Preislich geht es bei OfficeChat ab 49 US-Dollar pro Monat los. Maximal 50 Mitarbeiter können das System nutzen. Wer weitere hinzufügen möchte, muss mit drei US-Dollar bis fünf US-Dollar pro weiteren Nutzer rechnen.

HipChat

Windows, macOS, Linux, iOS, Android – HipChat fühlt sich überall heimisch. Und ist die verwendete Plattform noch so exotisch, dann nimmt man die vorhandene Web-App. Team-Chats, Video-Chats und das Teilen von Bildschirminhalten sind die Stärken der Anwendung. Außerdem lässt sich das System in GitHub, Google und über 200 andere Applikationen integrieren – ideal also für Unternehmen, die eine Messenger-Lösung nachträglich in bestehende Strukturen einfügen möchten.

256bit-Verschlüsselung, unendlich viele Gruppenchat-Räume, sichere Gast-Zugänge und eine volle Individualisierbarkeit der Optik sind zusätzliche Highlights.

Die Basic-Variante von HipChat ist kostenlos, weitere Features und Komfort-Elemente bekommt man ab zwei US-Dollar pro Benutzer und Monat. Dafür wartet eine unbegrenzte Datenspeicherung auf Cloud-Servern.

Was ist mit Threema, Telegram, Signal und Co.?

Selbstverständlich sind die prominenteren WhatsApp-Konkurrenten wie Telegram und Threma auch erwähnenswert. Dennoch eignen sich die Apps trotz höherer Sicherheit nicht immer fürs Business, fehlen zum Teil umfangreiche Team-Verwaltung, Admin-Elemente oder ausschweifender Schutz der Daten und Privatsphäre. Für sehr kleine Unternehmen oder Selbständige könnten die auf Messaging spezialisierten Apps allerdings genügen. Threema beispielsweise setzt künftig auf Ende-zu-Ende-verschlüsselte Sprachanrufe, Telegram hat eine Server-Client-Verschlüsselung im Angebot.

Für reine Kommunikation und Austausch von weniger wichtigen Daten können Threema, Telegram und Signal zweifelsohne eingesetzt werden. Wer mehr für seine Mitarbeiter bzw. Firma braucht und höhere Ansprüche stellt, ist mit den aufwändigeren Tools wie OfficeChat, Slack oder Skype for Business besser beraten.

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