Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

26.08.15Kommentieren

Datensicherung

Der Sicherheitsgurt für Unternehmen

Welche Daten sollten gesichert werden?

Alle von Mitarbeitern erzeugten Daten sind es wert gesichert zu werden, da diese im Falle eines Verlusts erneut erstellt werden müssten. Allerdings sollte hier eine Priorisierung stattfinden, denn nicht alle Datenbestände verändern sich laufend. Die höchste Priorität haben Daten, bei denen von Gesetzeswegen eine Aufbewahrungspflicht besteht, also zum Beispiel kaufmännisch und steuerliche Unterlagen. Ebenso wichtig sind Daten zu Kunden und der Kommunikation in aktuellen Projekten. Selbstverständlich sollten auch alle im Unternehmen erstellten Schriftstücke und Produktdaten regelmäßig gesichert werden, um im Verlustfall nicht erneut erstellt werden zu müssen.

Einfache Möglichkeiten zur Datensicherung

Die einfache Kopie der Daten auf einen gesonderten Bereich der Festplatte im selben Rechner ist zwar möglich, jedoch stellt diese oft angewandte Lösung nur einen sehr unzureichenden Schutz vor Datenverlust dar. Denn im Falle eines Hardwareschadens am Rechner geht in der Regel nicht nur der im Tagesbetrieb genutzte Teil einer Festplatte kaputt. Bei einem tatsächlichen Schaden betrifft es zumeist das gesamte System. Ebenso verhält es sich bei der Sicherung auf CDs, DVDs und USB-Stick, denn diese sind eher für die kurzfristige und mittelfristige Aufbewahrung von Daten gedachte - nicht jedoch über viele Jahre hinweg. Zudem ist hier nur die Sicherung vergleichsweise kleiner Datenmengen möglich.

Ein günstiges und probates Mittel zur Speicherung von Daten ist ein externes System. Dieses kann ein angemieteter Server bei einem vertrauenswürdigen Drittanbieter sein. Eine Speicherung bei einem Cloud-Dienst wie Microsoft, Cisco oder Google ist hier ebenfalls möglich. Hier lassen sich für geringe Beträge skalierbare Speicherkapazitäten buchen, deren Größe mit dem Bedarf des Unternehmens wachsen können. Allerdings stellt der Datenschutz bei Cloud-Lösungen immer ein Problem dar, denn die meisten Dienste werden in den USA gehostet - deutsche Datenschutzrichtlinien greifen hier also nur bedingt.

Sollen besonders große Datenmengen und trafficlastige Daten wie Videos, Datenbanken, etc. gesichert werden, stoßen Cloud-Dienste nicht selten oftmals schnell an die Grenzen des Bezahlbaren. Die einfachste Möglichkeit zur Sicherung auf eigener Hardware ist die Verwendung dafür speziell reservierter externer Festplatten. Hier lagern die Daten ähnlich sicher wie auf dem Arbeitsplatz-PC. Der Unterschied besteht darin, dass die externe Festplatte regelmäßig getauscht und auch außer Haus sicher gelagert werden kann. So entstehen bereits bei der wechselnden Verwendung von zwei Festplatten aktuelle Sicherheitskopien, die nicht nur vor Hardwareschäden, sondern auch vor Brand und Einbruch optimal geschützt sind.

Erhöhte Sicherheit durch spezielle Sicherungssysteme

Soll die Datensicherung automatisiert erfolgen, bietet sich ein NAS an. Hierbei handelt es sich um ein mit dem Computernetzwerk verbundenes virtuelles Speichersystem, das alle Daten der Nutzer vorhält, ohne dass diese sich auf dem jeweiligen PC befinden. So entsteht ein zentraler Speicherort, der beim Verlust eines Arbeitsplatzrechners den Zugriff auf die dort erstellten Daten weiterhin ermöglicht. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Sicherung der Daten vom NAS selbst ebenfalls sehr einfach gesichert werden können, da sie sich alle an einem Ort befinden. Die Sicherheit von NAS-Systemen wird auch dadurch erhöht, dass sie als RAID betrieben werden können; hierbei werden mehrere Festplatten zentral gesteuert und die gesicherten Daten automatisch und redundant auf mehreren Festplatten gleichzeitig gespeichert.

Wer die größtmögliche Datensicherheit erlangen will, sollte auf Magnetband-Systeme - auch Streamer genannt - zurückgreifen, auch wenn diese Sicherungsmethode auf den ersten Blick veraltet wirkt. Diese speichern Daten zwar erheblich langsamer als Festplatten, dafür gelten die verwendeten Medien aber als besonders sicher und lange haltbar. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Datenträger leicht transportiert und an einem sicheren Ort gelagert werden können.

Qualität und Quantität der Datensicherung

Die Häufigkeit der Datensicherung hängt vor allem davon ab, wie oft die Daten einer Veränderung unterliegen. Eine regelmäßige vollständige Sicherung der Unternehmensdaten ist nicht zwingend notwendig. Moderne Software zur Datensicherung bietet die Möglichkeit zur inkrementellen Sicherung. Hierbei werden nur Daten, die neu erzeugt oder verändert wurden, gesichert. Ebenso bieten Datensicherungssysteme eine Zeitsteuerung für die Sicherung der Daten an. Um die möglichst täglich stattfindende Sicherung ohne Beeinträchtigung des Arbeitsbetriebes durchzuführen, bietet sich die Festlegung der Nachtstunden für die automatische Sicherung an. Somit belastet der erhöhte Datenverkehr im Netzwerk die Arbeitsplatzrechner nicht. In jedem Fall sollten gesicherte Daten außerhalb der eigentlichen Geschäftsräume - z.B. in einem externen Rechenzentrum - gelagert werden. Bei mobilen Lösungen wie USB-Sticks oder externen Festplatten ist hier die Lagerung in einer Filiale oder im Nachttresor ausreichend, um eine räumliche Trennung zu gewährleisten.

Das Fazit

Datensicherung ist der Sicherheitsgurt für die Existenz des Unternehmens. Auch wenn die Thematik weder angenehm ist noch direkten Gewinn bringt - sie zu vernachlässigen kann sich fatal auswirken. Mit etwas Planung ist auch für kleine und mittlere Unternehmen eine probate Datensicherung kein Problem.

Autor: Fritz Meier

Marketing-Mitarbeiter bei Trensco GmbH
Website des Autors
###AUTHOR_IMAGE###

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer