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14.10.11

Der grosse Bluetooth-Headset-Vergleichstest (1/7): Die Teilnehmer und Spezialbegriffe kurz erklärt

Im grossen Vergleichstest treten die aktuellen Bluetooth-Headset-Modelle der wichtigsten Hersteller gegeneinander an. Wer meistert den Alltagstest am souveränsten?

Fast alle Smartphones werden immer grösser, obwohl die Technik immer kleinere Geräte zuliesse – eine Ausnahme: Das Sony Ericsson Xperia Ray. Diesen Trend konnte man schon am Danger Hiptop erkennen und bei Bildschirmdiagonalen jenseits von 4 Zoll halten sich viele Smartphone-Nutzer heute wieder einen Ziegelstein ans Ohr. Höchste Zeit also für eine schnuckelige Freisprecheinrichtung. Ich habe mir Bluetooth-Headsets namhafter Hersteller geschnappt und einen grossen Vergleichstest gestartet.

Die Geräte lassen sich in zwei Kategorien einteilen: «Büro, Lärm, NoiseCancelling» und «Sport, Schweiss, Stereo».

Die Kandidaten

Für die Business-Kategorie sollten die Headsets klein, handlich und mit Geräuschunterdrückung ausgestattet sein, hier lieferten sich die folgenden Geräte einen erbitterten Wettstreit:

(Samsung wird das HM7000 Anfang November nachreichen.)

In der zweiten Kategorie geht es um Stereoklang und Schweissresistenz. Angetreten sind die folgenden Headsets:

(Das Sony Ericsson MW-600 wird mit einem Coupon für eine Office-Suite und eine Antiviren-Software für Android Handys ausgeliefert, deshalb wurde es in die Business-Kategorie eingeteilt und dem HBH-IS800 die Sportdisziplin zugewiesen, obwohl beides Stereokopfhörer sind.)

Vor dem eigentlichen Testbericht sind noch einige Fachbegriffe zu klären:

Multipoint-Advanced / Advanced-Multiuse / Multi-Connection

Man ist in der Lage mehr als ein Handy mit dem Headset gleichzeitig zu verbinden. Wenn es auf einem der beiden Geräte klingelt kann man am Headset den Anruf beantworten. Im Test waren alle Kopfhörer dazu in der Lage und konnten bis zu acht Geräte pairen.

A2DP

Dieses Bluetooth-Profil ermöglicht die Übertragung von Musik in ausreichend guter Qualität, normalerweise in Stereo. Die Business-Headsets empfangen Musik und andere Klänge des Smartphones aber auch in guter Monoqualität. Alle Kandidaten, ausser dem Nokia J, sind dazu in der Lage. Das Nokia J dagegen arbeitet mit dem qualitativ schlechteren HSP-/HFP-Profil. Dementsprechend klingt es deutlich schlechter als seine Mitstreiter.

AVRCP

Steht das auf der Verpackung, kann das Headset die MP3-Player-Funktion eines Handys steuern: Musik vorspulen, pausieren und Lautstärke verändern. Die Monoheadsets sind in Ermangelung eigener Tasten nicht fähig dazu, bei den Stereogeräten sind Tasten teilweise doppelt belegt, um diese Funktionen zu aktivieren.

AudioIQ / CrystalTalk / Noise Blackout

Jeder Hersteller nennt seine Geräuschunterdrückung anders, genauso vielfältig sind auch die Ergebnisse. Sobald Umgebungsgeräusche auftreten, werden diese digital herausgefiltert, dazu nutzen die Hersteller zwei bis drei Mikrofone. In das eine spricht man hinein, das andere schnappt Umgebungsgeräusche auf, so weiss das Headset zwischen Lärm und Stimme zu unterscheiden und filtert unerwünschte Geräusche heraus. In der Theorie klingt das recht gut, praktisch funktioniert es nur bedingt. Je leiser die Störgeräusche, desto besser klappt das.

Klang

Klanglich geben die Stereoheadsets wenig Grund zur Beanstandung. Als echte Sportkopfhörer können nur das Motorola S10 und das Jabra Sport durchgehen, die beide gegen Schweiss geschützt sind. Das Plantronics Backbeat 903+ sitzt zwar fest am Ohr, doch wie Peter Sennhauser bereits berichtet hat, ist die Elektronik nicht gegen Feuchtigkeit geschützt. Die anderen Teilnehmer kommen ohne grössere Abdichtungen aus. Sie klingen ähnlich gut, und können auch mit den eigenen Kopfhörern genutzt werden, was einen grossen Vorteil darstellt. Dafür hat man wiederum mehr Kabel am Körper hängen, was der Idee «kabelloser Freiheit» entgegensteht.

Windabschirmung

Die Mono-Headsets mit Geräuschunterdrückung arbeiten unterschiedlich gut. Es zeigt sich, dass es besser ist auf windabschirmende Materialien zu setzen, so schweigt das Jabra Supreme selbst bei heftigstem Sturm, wenn andere nur noch unangenehmes Rauschen liefern; auch die Hardware-Dämmung des Sony Ericsson MW600 schlägt sich besser, als all die digitalen Rauschalgorithmen der Konkurrenz. Andererseits benötigt man auch eine ausgeklügelte Elektronik, um Umgebungslärm effektiv auszublenden.

Zusatz-Apps

Einen echten Gewinner oder Verlierer gab es im Test nicht, sämtliche Headsets liefern gute Qualität. Das ist auch der Grund, wieso die Hersteller mehr auf das Drumherum achten, Motorola liefert die kostenlose Android-Applikation «MotoSpeak», mit der man Texte diktieren und anhören kann. Plantronics schenkt ein Gratisjahr beim Service Vocalyst, der über Sprachsteuerung Twitter-Feeds vorliest und Emails versendet und Jabra gibt seinem Headset den kostenlosen Service Endomondo mit auf den Weg.

Genug palavert, die nächsten Teile werden die Geräuschunterdrückung unter die Lupe nehmen, bis wir uns dann dem «Spocht» widmen und die Stereoqualitäten beim Joggen testen werden. Soviel vorweg: Das Ursprungsland des Kronfavoriten hat ein Königspaar.

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