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16.10.11Kommentieren

Der grosse Bluetooth-Headset-Vergleichstest (2/7): Jabra Supreme und Motorola HX550

Wie schlagen sich das Jabra Supreme und das Motorola HX550 im Kampf um den Titel des Geräuschunterdrückers?

 

BT-Headset-Vergleich - (Bild: kaz)Wir starten den grossen Bluetooth-Headset-Vergleich mit den Monoheadsets mit Geräuschunterdrückung. In dieser Disziplin müssen sich die Headsets Wind und Strassenlärm stellen. Im Prinzip filtern alle Headsets Geräusche heraus, wenn dies auch auf der Packung steht. Wie gut sie dies tatsächlich können, ist aber eine andere Frage. Treffend bemerkte einer der Tester, dass es sich weniger um Geräuschunterdrückung handle als viel mehr um einen Austausch der Geräusche: «Statt eines fahrenden Autos höre ich jetzt Wassergeplätscher, aber mit dem charakteristischen Ansteigen und Abschwellen der Lautstärke.» Damit man sich ein besseres Bild von der Qualität der Headsets machen kann, habe ich zu jedem Gerät Tondateien aufgezeichnet, die Links dazu finden sich im letzten Teil des Tests.

GN Netcom Jabra Supreme

Jabra Supreme - Zubehör (Bild: kaz)«Nomen est omen» könnte man sagen, denn tatsächlich ist das Supreme das herausragende Gerät: Optisch fällt es sofort mit seinem breiten Korpus und dem sehr langen Mikrofonarm auf, einer grossen Taste zum Annehmen und Auflegen und zwei kleineren für die Lautstärkeregelung. Klappt man den Mikrofonarm heraus, aktiviert man das Jabra Supreme und akzeptiert auch gleichzeitig eingehende Anrufe. Der kleine Knopf am Mikrofonarm aktiviert die Sprachsteuerung des Jabra, respektive des Mobiltelefons – wenn denn eine vorhanden ist.

Doch auch die Leistung ist auffällig gut. Jabra hat in das vergleichsweise riesige Gerät alles hineingepackt, was technisch möglich ist: Geräuschunterdrückung um die Stimme des Sprechenden herauszufiltern, Umgebungsgeräuschunterdrückung mit Antischall, automatische Lautstärkeanpassung und einiges mehr. Vor allem die Antischallfunktion ist sehr beeindruckend. Kopfhörer die dem Hörenden die Umgebung «stumm schalten» gibt es ja bereits, doch in einer Freisprecheinrichtung ist das ein Novum. Ich war anfangs etwas skeptisch, weil schliesslich nur ein Ohr davon abgedeckt wird. Bei korrekter Positionierung des Hörers am Ohr, fühlt es sich an, wie wenn ein Wattebausch die eine Seite des Kopfes umhüllte. Man wird zwar nicht völlig «taub» auf dieser Seite, doch der Umgebungslärm wird merklich gedämpft. Wer sich damit nicht wohl fühlt kann die Funktion mit einem Tastendruck abschalten und Strom sparen. Hilfreich zur Seite steht dieser Funktion auch der riesige 24 mm Lautsprecher, der naturgemäss den kräftigsten Bass ins Ohr pustet und richtig gut klingt, sogar, wenn man Musik hört.

Damit Anfänger das Supreme korrekt placieren, wird eine zweite Ohrmuschel mit Führungslinien geliefert. Wer den Dreh raus hat, kann das Supreme mit dem flachen Ohrpolster nutzen, wobei das Headset mit hohem Trage-Komfort überzeugt. Das Jabra Supreme lässt sich mühelos über die vollen sechs Stunden Akku-Gesprächszeit tragen und an fast jede Ohrform anpassen. Das Supreme hat der Konkurrenz noch etwas anderes voraus: Die Windabschirmung. Als einzige Firma im Test setzt Jabra auf einen speziellen Schaum, der Wind zu 99,9 Prozent abhält. Das lohnt sich, denn es ist das einzige Headset, das völlig nebengeräuschfrei ist. Nur das Sony Ericsson MW600 kommt in die Nähe dieser Abschirmung.

Das Jabra Supreme macht seinem Namen alle Ehre und ist der eindeutige Sieger in diesem Vergleichstest. Zu den Vorzügen zählen der Tragkomfort, die hervorragende Abschirmung gegen Nebengeräusche und die vorzügliche Windabschirmung. Einzig negativ ist die Grösse, da es sich damit nicht so komfortabel in der Hosentasche transportieren lässt wie andere Geräte.

Motorola HX550 - Klein, leicht, ausdauernd (Bild: kaz)Motorola HX550

Der Mobilfunkspezialist Motorola schickt uns einen ausgereiften Prototypen ins Haus, der es mit der Konkurrenz spielend aufnehmen kann. Im direkten Vergleich scheint es ein Kampf «David gegen Goliath», Supreme gegen HX550. Aber das kleine Motorola hat es faustdick hinter den Ohren. Das fängt schon bei der Wahl der Tragart an: Auf dem Ohr, in dem Ohr, mit Bügel ohne Bügel, links oder rechts. «Ha'm wir auch» schreit da die Konkurrenz. Stimmt, aber nicht so ganz: So komfortabel und einfach in der Anwendung ist keiner der Konkurrenten, denn der Bügel wird einfach am Gelenk gedreht und passt schon auf das andere Ohr.

Auch am HX550 gibt es eine Hörer-Taste und Lautstärketaster, doch im Gegensatz zu den Mitstreitern startet man damit als Primärfunktion die Sprachbedienung und erst durch längeres Drücken die Wahlwiederholung - sofern Sprachnutzung möglich. Selbst der Klappmechanismus funktionier wie beim «grossen Goliath» als Anrufentgegennahme. Wenn das Headset schon im Ohr sitzt, reicht es, wenn man «Answer» oder «Ignore» sagt. Auch das Motorola versucht sich mit extravaganten Funktionen abzusetzen. Einerseits ist dies besagter Tragkomfort, das andere ist die enorme Reichweite von bis zu 90 m. Das kann man jedoch als Vor- wie auch Nachteil auslegen: Einerseits ist es toll, nicht an die direkte Gegenwart des Handys gebunden zu sein, andererseits könnte jemand mithören. Übrigens ist mir kein Handy bekannt, das diese Reichweite überbrückt, normalerweise sind die Bluetooth-Module auf eine Reichweite von bis zu 10 m ausgelegt.

Die Geräuschunterdrückung funktioniert hervorragend, leider patzt Motorola beim Windtest: Steht oder läuft man direkt in Windrichtung, erhält der Telefonpartner akustische Ohrfeigen, das kostet den ersten Platz im Test. Pluspunkte gibt es für die lange Akkulaufzeit von rund acht Stunden, die hervorragende Soundqualität aus dem Lautsprecher und die Geräuschunterdrückung. Wer das Supreme für zu gross hält, kann mit dem Motorola HX550 nichts falsch machen.

Im nächsten Artikel müssen sich das Plantronics Savor M1100 und das Nokia J im rauen Geschäftsalltag messen.

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