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27.03.13

Déjà-vu: Intel will die Preise für Ultrabooks drastisch senken

Enttäuschte Hoffnungen? Die Erwartungen für Ultrabooks haben sich laut jüngsten Zahlen noch nicht erfüllt. Angeblich nicht deswegen, sondern weil es möglich ist, will Intel die Preise für Ultrabooks weit nach unten drücken. Nanu, das haben wir doch schon einmal gehört.

Ultrabook Asus Zenbook UX 31A Ultrabook Asus Zenbook UX 31A

Die Vorteile liegen eigentlich auf der Hand: Wer sich ein Ultrabook kauft, der muss sich nicht mehr abschleppen. Schön flach sind die dünnen Laptops auch, und schnell und chic meist noch dazu. Warum sie sich trotzdem nicht verkaufen wie geschnitten Brot, darüber kann man nur spekulieren. Dass Windows 8 nicht für jeden ist, könnte ein Grund sein, dass manche ein Apple MacBook bevorzugen oder dass Laptops sich ganz einfach nicht mehr so gut verkaufen wie vor einigen Jahren, weil Tablets und Smartphones in vielen Lebenslagen die bessere Wahl sind. All das dürften Gründe sein, an denen die Hersteller auch bei noch so top designten Geräten nicht viel ändern können.

 

 

An den Preisen zumindest liegt es nach Intels Ansicht nicht. Zumindest sei das nicht der Grund, warum man die Preise nun weiter drücken will. Weniger als 600 Dollar sollen Einstiegsgeräte der neuen Generation mit Haswell-Prozessoren am besten nur kosten, verlangt der Chiphersteller, der das Referenzdesign für Ultrabooks vorgelegt und die Messlatte immer höher gelegt hat. Intel-Manager C.J. Bruno sagte das laut Heise kürzlich auf dem Intel Solutions Summit. Der Grund für die Preissenkung sollten aber nicht etwa enttäuschende Verkaufszahlen sein, sondern im Preis gesunkene Bauteile, die die Hersteller nun verwenden könnten. Im Sommer sollen die ersten neuen Geräte auf den Markt kommen.

Einstiegsgeräte der 1. Generation heute ab 400 Euro

Die Aussage verwundert in sofern, dass Intel bereits vor knapp einem Jahr Ähnliches angekündigt hatte. Im vergangenen April sagte Intel-Manager Kirk Skaugen, schon in wenigen Monaten werde es Ultrabooks unter 700 US-Dollar geben. Wie Intel in der Vergangenheit immer wieder betonte, sollte auch das der langfristig anvisierte Preis für Ultrabooks sein.

Bis es dann schließlich so weit war, hat es allerdings ein paar Monate gedauert. Inzwischen gibt es einige Modelle dieser ersten Generation zu den geforderten Preisen. Das Lenovo IdeaPad U310 ist heute zwischen 400 bis 700 Euro zu haben, verwendet allerdings noch die inzwischen recht verjährten Sandy-Bridge-Prozessoren. Andere preisgünstige Modelle sind meistens ähnlich schwach motorisiert, haben in der Regel eine schwächere Display-Auflösung und arbeiten meist mit einer Sata-Festplatte in Kombination mit einem kleinen SSD-Cache.

Kampfpreise notwendig

Die neueste Generation wie das Asus Zenbook UX31A oder das Lenovo IdeaPad Yoga 13 ist mit Preisen bis zu 1.500 Euro je nach Ausstattung deutlich teurer. Es gibt Ultrabooks also tatsächlich in nahezu allen Preisklassen, für die jeweils neueste Chip-Generation muss man allerdings immer noch 900 Euro und mehr hinblättern.

Windows 8 hat den Verkaufszahlen von Ultrabooks bislang keinen Schub verliehen. Im vergangenen Herbst korrigierte IHS Suppli seine Prognose von 61 Millionen verkauften Geräten für das laufende Jahr auf 44 Millionen nach unten. Auch im Frühjahr vermeldeten dieselben Markforscher wieder geringe Erwartungen für das 1. Quartal, allerdings gepaart mit der Hoffnung, dass es in der zweiten Jahreshälfte durch die neue Gerätegeneration dann mit Ultrabooks aufwärts gehe.

Meine persönliche Vermutung ist: Zu hohe Preise, zu wenig Bedarf - und Windows 8. Das neue System hat bisher die wenigsten Nutzer überzeugt, was sich auch in den Verkaufszahlen niederschlägt. Wenn Intel die Kunden ködern will, dann wohl wirklich nur über Kampfpreise. Verständlich allerdings, dass die Hardware-Partner von Acer bis HP in Zeiten ohnehin geringer Margen bei PCs darauf wenig Lust haben.

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