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03.12.10

Dateiformat WWF: Aus PDF kann auch WWF werden

Der WWF versucht mit der .wwf Datei ein Format zu etablieren, das man nicht ausdrucken kann und Papier sparen hilft.

Die Erfolgsstory von PDF ist ein Klassiker und jeder, der ein Dokument heute verschickt, kann sich sicher sein, dass der Empfänger .pdf öffnen, das originale Layout sehen und es ausdrucken kann. Seit Mitte 2008 ist PDF ein ISO-Standard und frei von Lizenzgebühren. Doch der World Wide Fund For Nature (WWF) sieht in diesem Dateiformat ein Problem: Zuviele Dokumente werden nach ihrer Ansicht unnötig ausgedruckt - und jeder Ausdruck ist zum Teil verantwortlich für einen abgeholzten Baum. Diese Organisation setzt sich «für den Schutz der biologischen Vielfalt und der natürlichen Umwelt ein», ein abgeholzter Baum steht dem entgegen.Deshalb entwickelte der WWF ein neues proprietäres Format, das dem verschwenderischen Papierausdruck ein Ende setzt. Mit .wwf-Dateien ist zukünftiges Ausdrucken unmöglich. Jedes PDf läßt sich über die WWF Software in das ewig digitale Format konvertieren. Und da man auch bei Office-Dokumenten in Versuchung geraten kann, sollte man diese Formate auch gleich in .wwf Dateien verwandeln. Die Dateiverknüpfung muss man nachträglich ändern, den das wwf-Format soll von jedem aktuellen PDF-Reader geöffnet werden können.

Erstaunlicherweise ist das erste unterstützte Betriebssystem nicht etwa Windows, sondern Mac OSX (10.4 oder höher) von Apple. Honni soit qui mal'y pense - ein Schelm sei, wer Böses dabei denkt. Liegt es daran, dass Sie besonders ökologisch denken? Oder daran, dass sie die meisten Early Adopters stellen? Oder weil sie «geschlossene Biosphären» lieben? Oder sind sie einfach nur schnell beeinflussbar? Es könnte aber auch sein, dass unter Mac die Programmierung einfacher war und damit auch gleich Linux-Nutzer abgehakt waren. Nach der Installation jedenfalls maskiert sich die Software als neuer Drucker, ein Abspeichern erfolgt dann durch «Ausdrucken» der Datei im .wwf-Format. Eine Software für Windows soll in nächster Zeit folgen.

Das ist meines Wissens nach, der erste aktive Vorstoß einer Umweltschutz-Organisation in die Welt der Computersoftware, der bisher von drei partizipierenden Firmen honoriert wird - wahrscheinlich weil sie Mac OSX nutzen. Wieso man dafür ein neues Dateiformat erzeugen musste, ist mir nicht klar, immerhin unterstützt das PDF-System auch ein Rechtemanagement zum Unterbinden von Ausdrucken. Als Beispiel läßt sich unter OpenOffice unter der Option Datei -> Exportieren als PDF im Reiter Sicherheit ein Passwort vergeben und danach das Drucken verbieten.

Die Idee selbst ist sicherlich gut, auch wenn man dafür erstmal einen ressourcenaufwendigen Ebook-Reader kaufen muss um die Ökobilanz einigermaßen einzuhalten, denn PCs verbrauchen (Öko-)Strom. Da wiederum muss vorher die Dateiendung wieder in .pdf umbenannt werden, es sei denn die Hersteller springen auf den Zug auf. Wie man sieht, ist dieses Format eine Investition in die Zukunft, die vor allem auf die Verbreitung von E-Readern setzt und wohl erst in fünf bis zehn Jahren ihr volles Potential ausschöpfen wird. Vielleicht soll es auch nur ein PR-Gag sein um den WWF ins Gespräch zu bringen. Solange ich auch in Zukunft nicht mit Klopapier geizen muss, stehe ich jedenfalls voll dahinter.

Unter der Internetadresse des WWF ist ab sofort die Software erhätlich und eine kleine FAQ.

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