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07.12.12

SmartThings, Lockitron und Co: Das Internet der Dinge ist da und wird euch begeistern

Das Internet der Dinge kommt in neuen Facetten daher. Mehr Startups denn je präsentieren ihre Ideen für ein cleveres, App-gesteuertes Zuhause und coole neue Gadgets. Einige Projekte lösen sogar das Problem, dass man mit gewöhnlichen Haushaltsgeräten bisher nicht kommunizieren konnte.

Auf der Startup-Konferenz LeWeb in Paris hat AllThingsD-Autorin Liz Gannes in dieser Woche einen Trend hin zum Internet der Dinge festgestellt. Viele Startups dort stellten keine bloße App oder ein Social Network vor, sondern etwas Greifbares und trotzdem Internetfähiges: Hardware fürs Zuhause, die mit einer App kommuniziert und ein Gerät steuern lässt. Viele Erfindungen gab es dort gar als Giveaway wie die steuerbare Roboterkugel Sphero oder Ubooly, ein Plüschtier für Kinder, in das man ein iPhone steckt und für das es monatlich neue, kinderfreundliche Spiele gibt.

Bereits seit längerem gibt es spezielle Gadgets für den Alltag, die mit einem internetfähigen Gerät kommunizieren, Online-Services bieten und damit ebenfalls der Kategorie Internet der Dinge zuzuordnen sind. Die Fitnesstools Jawbone Up, Nike Fuelband und Fitbit Ultra, One und Zip etwa gehören dazu, Googles Glass - sobald einmal auf dem Markt - oder auch die Smartwatch Pebble, die sich über die Plattform Kickstarter finanziert hat. Crowdfunding scheint für diesen neuen Trend meist magisch wirkender Dinge ohnehin eine gute Geldquelle zu sein. So finanzierten sich mit dem Geld der Masse auch die internetfähige Schlafmaske Remee oder die Gedankensteuerung Muse.

In den genannten Fällen entwickelte sich eine ganz neue Produktkategorie, die die Anbietern einerseits vor die Herausforderungen stellt, den Ansprüchen gerecht zu werden und eine kritische Masse auf ihr neues Produkt aufmerksam zu machen. Auf der anderen Seite tritt eines der Hauptprobleme des Trends für solche Hersteller nicht auf: Wie steuert man die nicht internetfähigen Haushaltsgeräte, die man schon hat? Möglichst, ohne sie auszutauschen?

Türschloss öffnet automatisch, wenn sich ein iPhone nähert

SmartThings könnte hier eine Lösung haben. In der ganzen Wohnung lassen sich Sensoren wie Thermometer, Barometer, Bewegungsmelder anbringen und über einen Router mit einer Kontrolleinheit kommunizieren. Hier ist das Smartphone die Steuerinstanz. Einige Haushaltsgeräte lasse sich über Zwischenstecker an das Heimnetzwerk anschließen. Das Projekt hat sich ebenfalls über Crowdfunding finanziert und etwa 1 Million US-Dollar mehr eingenommen, als die ursprünglich anvisierten 250.000.

Hier würde sich das elektronische Türschloss Lockitron sehr gut einfügen. Statt des gewöhnlichen Haustürschlosses verwendet man einfach das an der Tür angebrachte Lockitron und kann von dann an mit dem iPhone aufsperren. Nicht nur für sich, übrigens: Man kann mit Lockitron verwalten, wer wann und wie lange Zugang zu einem Raum hat, etwa, wenn man Wohnungen oder Büros vermietet. Der Sensor verschickt Nachrichten per Push oder SMS, wenn jemand an der Tür klopft. Dank Bluetooth 4.0 kann sich ein Schloss sogar schon öffnen, wenn sich das Smartphone eines berechtigten Nutzers der Tür nähert:

Das lernfähige, hübsche Thermostat Nest lässt sich anstelle vorhandener Thermostate einfach an der Wand installieren. Und natürlich geht der Trend langfristig dahin, jedes neue Haushaltsgerät mobil netzwerkfähig zu machen. Withings ist einer der Anbieter, der Dinge des Alltags mit App-basierten Funktionen neu erfindet: Personenwaage, Babyfon oder Blutdruckmessgerät. Auswertungen gibt es per App.

Das Internet der Dinge wird kommen, das zeigen diese frühen Beispiele. Sie kommen hoffentlich mit offenen Standards daher, so dass wir uns nicht mit jedem neuen Smartphone auch gleich einen neuen Elektroherd, Kühlschrank oder Staubsauger kaufen müssen - um das Negativszenario einmal zuzuspitzen. Die kleinen Helferlein bieten bisher noch ungeahnte Möglichkeiten in der Mensch-Maschine-Kommunikation, die mich als Geek ein wenig ins Schwärmen bringen: Den Robo-Staubsauger mit dem iPhone ins Wohnzimmer navigieren, den Raum schon einmal vorheizen, wenn ich auf dem Heimweg bin, das Gewicht automatisch protokollieren lassen, um leichter abzunehmen. SmartThings etwa kann Push-Benachrichtigungen verschicken, wenn der Hund das Haus verlassen hat oder neue Post im Briefkasten eingetroffen ist. Das lernfähige Thermostat Nest hilft dabei, Energie zu sparen. Es werden Dinge kommen, von denen wir noch gar nicht zu träumen wagten. Ich freue mich drauf.

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