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08.03.11Kommentieren

CeBIT-Schnipsel III: The Carnival is over

Am Wochenende ging die CeBIT zuende - wir ziehen eine kleine Bilanz zur ersten Messe nach dem neuen Konzept und beleuchten, wie es um die drei Trends, die dieses Jahr die Neuheitenschau bestimmen sollten, tatsächlich bestellt ist (Tablets, 3D, Cloud Computing).

CeBIT: 2011 war weniger los als gedacht

Was? Das habt ihr gar nicht gemerkt? Doch, die CeBIT hat die Firmen neu thematisch in die Hallen verteilt. Viel hatte sich allerdings nicht geändert, der größte Teil hatte seinen Standort wie gehabt. Wie schon in den letzten Jahren konnte man sich nicht entscheiden, ob man eine Fach- oder Publikumsmesse sein wollte.

Microsoft setzte voll auf "bitubi" und erzählte auf seiner Pressekonferenz nicht nur Langweiliges, sondern auch für den gemeinen Endanwender völlig Uninteressantes. Auf der anderen Seite konnte, wer wollte, Schumi dabei zusehen, wie er in einem abgesperrten Areal der Messe mit einem Rennwagen über den Asphalt radierte - gesponsort war das von Vodafone.

Auch wenn die Wirtschaftskrise offiziell für beendet erklärt ist, regiert in vielen Firmen noch Käpt'n Kleinspar. Dass keine Werbegeschenke mehr verteilt wurden - geschenkt, damit haben die Firmen ja schon vor längerer Zeit aufgehört. Zwar waren manche Hersteller wie Epson seit Jahren wieder in Hannover, doch die CeBIT-Glanzzeiten (früher gab es Freitags abends die legendäre "Epson-Gala") sind wohl für immer vorbei. Als Untermieter in einem Handelsverbund stellt man die Highlights aus dem eigenen Angebot aus, und das war es.

Immer wieder höre ich das Argument, "das wichtigste gibt es ja sowieso im Internet." Zwei Gründe sprechen dagegen. Erstens vermitteln gedruckte oder gepostete Abbildungen nicht das Gleiche wie reale, dreidimensionale Produkte. Und zum anderen fährt man zur Messe, um Menschen zu treffen - es geht nichts über den persönlichen Kontakt.

Samsung zeigt seine Exponate lieber in Roadshows wie hier in einer Hamburger SpeicherhalleManche Unternehmen kehren en gros der Messe den Rücken und setzen auf eigene Roadshows wie Samsung, die ihre auch noch parallel zur CeBIT in mehreren Städten startete. Dort wird der Besucher nicht durch Konkurrenzprodukte verwirrt, und man kann direkt dem Zielpublikum die eigene Ware schmackhaft machen (wir werden noch separat über die Samsung-Roadshow berichten).

Zum Schluss die drei wichtigen CeBIT-Trends, und was tatsächlich dahinter steckt:

Tablets für alle! In der Flut der verschiedenen Brettspiele für den Anwender kann man leicht die Übersicht verlieren, aber das macht nichts. Ich würde sowieso mit dem Kauf noch warten, bis die Tablets sich bewährt haben und sowohl Betriebssystem als auch optimale Größe herauskristallisiert haben. Argumente haben ja alle für ihre Geräte, die Praxis wird es zeigen. Dass die Firmen selbst noch nicht wissen, wo es hingeht, zeigt sich an Asus, die schon mal präventiv für jeden möglichen Anwenderwunsch gleich vier Geräte auf den Markt werfen. Fest steht auf jeden Fall: wer ein wenig mehr will als nur Gucken und Lesen braucht einen Stift, es sei denn man war früher Meisterfingermalfarbenmaler.

3D ist out. Es tut mir leid, das zu sagen, aber kein Hype ist so verpufft wie die 3D-Welle. Die paar Monitore, Tablets und Handys mit 3D auf der Messe entlockten einem eher ein Grinsen denn eine echte Begeisterung. Das liegt daran, dass keiner auf Dauer eine Brille tragen will, und sei sie noch so leicht, und dass die übrigen Alternativen noch arg unfertig wirken. Hält man die brillenlosen Geräte nur ein wenig falsch oder steht man falsch vor einem Monitor, ist es nämlich vorbei mit der Raumillusion. Solange nicht jemand mit nem vernünftigen Holodeck um die Ecke kommt, wird das nichts mit 3D.

Die Wolke ist ein Luftschloss. Wir haben ja bereits über die Schwierigkeiten berichtet, den permanenten Zugang zum Internet immer und überall zu gewährleisten, zudem weiß niemand, was mit den Daten geschieht, die ich auf der fremden Serverfarm speichere. Selbst mit Steve Balmer himself als Torwächter ist das noch arg unsicher.

Auf die Messe kommen eisige Zeiten zuFür problematisch halte ich, dass für das wichtigste Problem immer noch keine Lösung gefunden ist: die Geräte so bedienerfreundlich zu gestalten, dass wirklich jeder damit umgehen kann und man nicht durch kryptische Fehlermeldungen rausgeworfen wird. Erste Ansätze gab es nur am Rand am Stand von msi und auf dem Tablet von Fujitsu, sowie auf einem Gerät, das während der CeBIT auf der anderen Seite des Globus vorgestellt wurde - wie zum Trotz hatte Apple den Termin ja mitten in die Messewoche gelegt (ich denke übrigens, das war eher ignorant als absichtlich).

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