Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

14.10.14

Carl Zeiss VR One: VR-Brille für 99 Euro! Konkurrenz für Gear VR?

Das Unternehmen Carl Zeiss bringt bereits dieses Jahr mit der VR One eine preisgünstige VR-Brille ins Rennen. Im Visier hat der Hersteller Konkurrenten wie Samsung Gear VR, aber so gesehen auch Googles Pappbastelei Cardboard oder Durovis Dive und Co.

VR zum Niedrigpreis. (Foto: Carl Zeiss) VR zum Niedrigpreis. (Foto: Carl Zeiss)

Erstaunlich ist schon im Vorfeld der kommunizierte Preis von 99 Euro. Für diesen soll man eine hochwertige VR-Apparatur für den Kopf erhalten. Doch letztlich reden wir nicht über komplexe Technologie, denn im Inneren steckt auch hier ein Smartphone. Zwei Modelle der VR One sind zum Start geplant - eines mit Einschub für das iPhone 6 und eines für das Samsung Galaxy S5. Ohne Telefon gibt’s also auch kein VR-Erlebnis.

 

Side-by-Side

Technisch basiert die VR One auf dem Side-by-Side-Verfahren. Das Display des iPhone 6 oder Galaxy S5 präsentiert jedem der beiden Augen ein eigenständiges Bild, so entsteht eine räumliche Tiefe beim Betrachter. Der Grundgedanke ist an sich Basis für nahezu alle aktuellen VR-Brillen - von besagter Gear VR bis hin zur Oculus Rift und vielen anderen Lösungen aus sämtlichen Preisklassen. Carl Zeiss möchte zum Verkaufsstart passende Apps anbieten, die nicht nur 3D-Filme und 3D-Bilder ermöglichen, sondern auch Augmented Reality-Spielereien. Praktisch könnte hierbei die abgedunkelte Front der VR One sein, denn dadurch ist der Zugriff auf die Smartphones-Kameras auf der Rückseite sichergestellt. Im besten Fall muss man so die Brille nicht abnehmen, um sich zu orientieren.

Dennoch: Auch VR One verlässt sich quasi komplett auf die Hardware der Smartphones. Die Displays bringen hochauflösendes Vergnügen, die Sensoren ermöglichen ein Headtracking. Bedauerlich ist außerdem, dass bisher nur zwei mobile Geräte unterstützt werden, bei Erfolg könnten weitere Modelle folgen. Hier sind allerdings nur Telefone mit Displays zwischen 4,7 und 5,2 Zoll geeignet, „Riesen“ wie das Samsung Galaxy Note 4 kommen also nicht infrage. Praktisch: Kleine, rund 10 Euro teure Schienen sind nötig, um andere Smartphones mit der VR One zusammen zu bringen. Diese sollen später angeboten werden, sofern das Interesse besteht.

Und sonst?

Carl Zeiss verspricht dank eigener Linsen einen Betrachtungswinkel von 100 Grad, eine gute Verarbeitung, ein stabiles Gehäuse aus Polycarbonat und einen ansprechenden Preis. Das Anpassen der Brille an die eigenen Augen sei angeblich auch nicht nötig. Das klingt gut - übrigens auch für Brillenbesitzer. Die Unity 6-Engine unterstützt die VR One bereits - praktisch für Entwickler. Ein SDK ist ferner geplant.

Mit Linsen von Carl Zeiss. (Foto: Carl Zeiss) Mit Linsen von Carl Zeiss. (Foto: Carl Zeiss)

Wer die VR One vorbestellt, zahlt 99 Euro und erhält die Brille bereits zu Weihnachten 2014. Dennoch bleiben viele Fragen: Inwieweit hebt sich die Brille von den Mitbewerbern ab? Was taugen die Apps? Kann wirklich ein glaubwürdiges VR-Erlebnis entstehen? Und ist die VR One nicht womöglich doch recht happig? Aktuell sehe ich jedenfalls noch keine gravierenden Unterschiede zu einer halb so teuren Durovis Dive, die ja sogar viele weiteres Smartphones unterstützt.

Weitere Details und die Möglichkeit, die VR One vorab zu ordern, erhält man auf der offiziellen Webseite . Ein tumblr-Blog wurde von Carl Zeiss auch schon eingerichtet.

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer