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04.01.16

Ratgeber

Das richtige Smartphone fürs Business: Das müssen Sie beachten

Hunderte Smartphones und Mobiltelefone tummeln sich auf dem Markt. Doch welches ist der geeignete Begleiter für den Arbeitsalltag oder die Mitarbeiter? Mit diesen Tipps finden Sie das richtige Mobiltelefon für die eigenen Zwecke.


Junger Unternehmer mit Smartphone (Bild: Fotolia.com)

Das passende Smartphone für den Einsatz im Unternehmen

Noch bevor man sich für ein konkretes Smartphone-Modell oder eine -Reihe (z.B. iPhone) entscheidet, ist eine Vorauswahl sinnvoll. Es gibt verschiedene wichtige Kriterien, die man beachten sollte. Dazu gehört unter anderem das verwendete Betriebssystem.

Das Betriebssystem

Aktuell dominieren drei mobile OS (Operating System) den Markt, jedes besitzt seine Eigenheiten und Stärken. Bevorzugt man Apples Mac-Rechner und arbeitet womöglich schon auf diesen, ist der Griff zu einem Apple-Telefon mit iOS, also das iPhone, durchaus naheliegend. Denn der Konzern aus Cupertino versteht es wie kaum ein anderer, seine Geräte so eng miteinander zu verknüpfen.

Mehr Flexibilität bietet Android von Google. Das mittlerweile am weitesten verbreitete Betriebssystem für mobile Devices harmoniert sehr gut mit Windows-, MacOSX- und Linux-Rechnern, ist überaus vielseitig und in den aktuellen Versionen komfortabel zu bedienen.

Microsoft befindet sich mit Windows Mobile noch weit hinter iOS und Android – speziell was das Angebot an Anwendungen (Apps) betrifft. Aber: Gerade diejenigen, die mit Windows 10 an Laptop und Desktop arbeiten, erhalten ebenfalls ein optimales Zusammenspiel zwischen Smartphone und Computer.

Eine grundsätzliche Empfehlung kann man gerade beim OS nicht geben, da dies auch sehr vom persönlichen Empfinden abhängig ist. Aber: Bei Android bekommt man die größte Auswahl an Smartphone-Modellen zahlloser Hersteller – von Sony, über Samsung bis hin zu LG, Huawei, HTC und vielen weiteren.

Mobiltelefone mit iOS gibt es ausschließlich von Apple, ein Großteil der Windows-basierten Geräte stammt von Microsoft. In beiden Fällen ist die Anzahl erhältlicher Modelle sehr überschaubar. Das kann freilich auch als Vorteil gesehen werden.

Die richtige Größe

Das offensichtlichste Merkmal eines Smartphones ist heutzutage wohl am ehesten die Größe. Während früher Handys mit 2 Zoll Bild-Diagonale zum Standard gehörten, sind wir längst bei 5 Zoll und mehr angelangt.

Beachten sollte man vor allem: Ab zirka 5,5 Zoll könnte die Bedienung mit einer Hand schwierig bis unmöglich werden. Sogenannte Phablets mit 6 Zoll setzen schon zwei Hände voraus. Dafür hat man andererseits alle Notwendigkeiten im Blick und kann ggf. sogar produktiv Notizen verfassen. Vorausgesetzt, die Bildauflösung ist zufriedenstellend.

Als kleine Orientierung: Man sollte Mobiltelefone mit einer HD-Auflösung oder besser favorisieren. Auch bei Displaygrößen um die 5 Zoll erzeugen 1920 x 1080 Pixel (Full HD) ein schärferes Resultat. Aktuelle Top-Geräte verfügen sogar über Quad HD bzw. 4K, was für den Arbeitsalltag nicht zwingend erforderlich, aber durchaus ein „nice to have“ sein kann.

Abraten möchten wir generell von Displays mit weniger als vier Zoll und entsprechend niedrigen Bildauflösungen. So macht das Arbeiten keine Freude, zumal wir in diesem Bereich ohnehin über Geräte im Niedrigpreissegment reden. Diese besitzen oftmals schlechte Displays mit wenig zufriedenstellender Helligkeit oder starken Reflexionen bei Sonnenlicht.

Das Innenleben

So schön es sein mag, sich jedes Jahr ein neues Smartphone zulegen zu wollen – es kann kostspielig werden, vor allem wenn mehrere Mitarbeiter mit den aktuellsten Modellen versorgt werden sollen. Besser ist es, nachhaltiger zu denken.

Wie wäre es, gleich zu leistungsstarken Mobiltelefonen zu greifen, die auch länger als zwei Jahre noch aktuell und schnell genug sind? Für 2016 empfehlen sich fraglos Smartphones mit 2GB Arbeitsspeicher und mehr, beim Speicherplatz sollten es mindestens 32GB sein. Optional wäre noch ein (microSD-)Speicherkartenslot zum nachträglichen Aufrüsten des Speichers.

Etwas schwieriger wird es bei der Wahl des Prozessors. Unbedingt sollte man zu einem Quadcore-Chip greifen, also einer CPU mit vier Rechenkernen. Top-Geräte werden bereits mit Octacore-Lösungen versehen, meist handelt es sich hierbei um zwei Vierkernprozessore, die abhängig vom Bedarf eingeschaltet und hochgetaktet werden.

Aus unserer Erfahrung möchten wir vor allem die System-on-a-Chip-Lösungen (SoC) der Hersteller Qualcomm (Snapdragon-Reihe), Samsung (Exynos) und Huawei (Kirin) empfehlen. Tendenziell abraten wollen wir von Prozessoren aus dem Hause MediaTek oder Rockchip. Diese sind nicht pauschal schlecht, es mangelt aber meist an guten Treibern und einer ausreichenden Performance, mit der man längere Zeit zufrieden ist.


(Bild: Qualcomm)

Eine Ausnahme stellt Apple dar: Die aktuellen iPhone-Modelle sind bezogen auf das technisch Mögliche vielleicht nicht auf der Höhe der Zeit, der Hersteller aber legt überaus viel Wert auf ein optimales Zusammenspiel zwischen Hardware und Betriebssystem.

Da genügen Dualcore-Prozessor und weniger Arbeitsspeicher als im Android- und Windows-Sektor durchaus. Erkauft wird dies übrigens auch mit niedriger aufgelösten Displays.

Weitere technische Merkmale

Connecitivty ist ein wichtiges Schlagwort. Das Schöne: Fast alle aktuellen Mobile Devices setzen auf Funktionen, die man schlicht erwartet. Um WIFI (Internet über WLAN-Netze) und Bluetooth (Verbinden mit Freisprecheinrichtung, externen Lautsprechern etc.) muss man sich nicht sorgen.

Fast schon zu einer Selbstverständlichkeit und wirklich wichtig ist die Unterstützung für LTE. Das schnelle Internet (4G) sollte jedes Smartphone besitzen, das man heutzutage kauft. Der Standard LTE Cat 4 unterstützt Raten bis zu 150 MBit/Sekunde.

Near Field Communication (NFC) ist sicherlich ein spannendes Element, aber in Europa noch kein allzu großes Thema. Dabei eignet es sich perfekt zum bargeldlosen Bezahlen, was in den kommenden Jahren weiter an Relevanz gewinnt. NFC sollte unserer Auffassung nach noch nicht das Kaufargument für ein Smartphone sein.

Anders sieht es bei den integrierten Kameras aus. Die Frontkamera muss schon über 2 Megapixel Auflösung verfügen – das ermöglicht solide Videotelefone. Bei 5 Megapixeln auf der Vorderseite kann man qualitativ sehr gute Konferenzen auch unterwegs durchführen.

Die Rückseitenkamera sollte man auf keinen Fall unterschätzen. Gerade dann, wenn man häufiger mal einen Schnappschuss schießt, in den sozialen Netzwerken aktiv ist oder Kollegen mit Fotos von Baustellen einen Überblick verschaffen möchte, kann eine gute Cam eine Bereicherung sein. Hier raten wir zu mindestens 8, besser 12 Megapixel (oder mehr). Ein LED-Blitz sollte unbedingt mit dabei sein.

Hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich: Bildstabilisator  und diverse Bearbeitungsmodi. Hersteller bewerben gerne mal schnelle Auslösezeiten und überragende Blenden (zum Beispiel F1.9). Das ist oftmals nicht nur Werbung, sondern in der Praxis bei bestimmten Tätigkeiten sehr hilfreich. Ist der Foto-Aspekt ein relevanter fürs Business, sollte man unbedingt zu einem Telefon greifen, das in diesem Segment etwas zu bieten hat. Meist bewegt man sich hier in der mittleren oder oberen Preisliga.

Sollte Sicherheit wichtig sein: Einige Smartphones bieten einen Fingerabdruck-Scanner, ein paar wenige sogar eine Aktivierung über einen Iris-Scanner (Augen). Das Verschlüsseln von Daten erfolgt auf Wunsch über zusätzliche Apps, die für an sich jedes Betriebssystem erhältlich sind.

Das Gehäuse

Die Optik eines Smartphones ist nicht nur ein netter Bonus oder – im Fall eines iPhones oder Samsung Galaxy S6 Edge zum Beispiel – so etwas wie Prestige. Ein Gehäuse kann auch für die Arbeit von Bedeutung sein. Muss das Handy etwas aushalten, ist Aluminium statt Plastik durchaus ratsam. Für zusätzliche Stabilität sorgt beispielsweise das Gorilla Glass zum Schutz des Displays, das Hersteller häufig verbauen.

Wer häufig in Kontakt mit Wasser und Schmutz kommt, gerade in anfertigenden Betrieben, sollte sich im Klaren darüber sein, dass Feuchtigkeit und Feinstaub Gift für ein Smartphone sind. Es ist daher ratsam, entweder gleich zu einem robusten Outdoor-Smartphone – gerne auch Rugged Phones genannt – zu greifen. Alternativ sollte man explizit auf IP65/68-Zertifizierungen achten. Halten sich Smartphone an diese Standards, garantiert der Hersteller einen entsprechenden Schutz.

Im Zweifelsfall sollte man vor dem Erwerb eines Telefons darauf achten, welches Smartphone-Zubehör erhältlich ist: Ansprechende Schutzhüllen, sinnvolle Displayfolien, Kabel, Adapter und was man ggf. noch benötigen kann, hat nicht jeder Anbieter parat.

Noch etwas?

So unterschiedlich wie die potentiellen Einsatzgebiete, so verschieden sind auch die Prioritäten, die man selbst setzt. Wir können an dieser Stelle also nur einige Aspekte nennen, die beim Kauf berücksichtigt werden sollten.

Unabdingbar ist allerdings ein Aspekt: die Akkulaufzeit. Gewöhnen sollte man sich daran, dass ein Smartphone – egal in welcher Preisklasse – meist keine zwei Tage durchhält. Das ist der verwendeten Technik geschuldet, denn das hochauflösende Display und ein potenter Prozessor fordern Energie ein. Geht’s ausschließlich um die möglichst lange Erreichbarkeit, könnte ein gutes, altes Feature Phone völlig ausreichen. Günstig und Laufzeiten von gerne mal einer Woche sind auch heutzutage möglich, man verzichtet dann auf allerlei Spielereien wie Apps, LTE-Internet, Videotelefonie und dergleichen.

Trotzdem: Dank cleverer Stromsparmodi, Schnellladefunktionen und energieeffizienter Display-Technologie verbessert sich der „Hunger“ moderner Telefonie fortlaufend. Wenn möglich, sollte man sich im besten Fall für wechselbare Akkus und mindestens 2000 mAh, besser 2500mAh entscheiden. Umso mehr, umso besser.

Möchten Sie konkrete Modellvorschläge? Dann sollten Sie unseren Ratgeber für Business-Smartphones nicht verpassen!

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