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14.05.12Leser-Kommentare

Build The Enterprise: Ingenieur will in 20 Jahren das Raumschiff Enterprise startklar haben

Auf der Website "Build The Enterprise" finden sich detaillierte Pläne für eine Idee, die auf den ersten Blick nach totalem Nonsense klingt: Das Raumschiff "Enterprise" aus Star Trek in einer funktionierenden Form nachbauen. Zeithorizont: 20 Jahre. Auf dem zweiten Blick ergibt die Idee sogar Sinn.

In Form und Größe entspräche die reale Enterprise dem Vorbild, aber innen wäre viele anders. (Quelle: BuildTheEnterprise.org)Auf dem Höhepunkt des Weltraum-Wettlaufs zwischen den USA und der UdSSR schien alles möglich. Innerhalb kürzester Zeit war nicht nur der erste Satellit im Erdorbit, sondern auch der erste Mensch im Weltraum und schließlich der erste Mensch auf dem Mond. Wäre das Rennen in dieser Geschwindigkeit fortgesetzt worden, hätten wir heute mindestens feste Stationen auf Mond und Mars.

Stattdessen aber ist das Space Shuttle in Rente geschickt. Ein bemannter Flug zum Mars ist in weite Ferne gerückt. Die einst antreibende Nation USA gibt das Geld inzwischen anderweitig aus – allein der Verteidigungsetat hat sich nach den Anschlägen vom 11. September 2001 von rund 370 Milliarden US-Dollar auf derzeit knapp 700 Milliarden US-Dollar erhöht.

Und nun kommt jemand daher, der sich selbst "BTE Dan" nennt, und schlägt vor, das Raumschiff "Enterprise" aus Star Trek zu bauen. Auf seiner Website "Build The Enterprise" zeigt er im Detail auf, die wie das Gefährt in 20 Jahren startklar sein könnte. Dabei dient die bekannte Form aber eher dazu, Aufmerksamkeit zu erregen. Denn im Innern ist das Schiff komplett anders aufgebaut.

Natürlich hätte diese reale Enterprise beispielsweise keinen Warp-Antrieb. Nach den Plänen auf der Website wäre ein 1,5-GW-Kernreaktor die Energiequelle und ein Ionen-Antrieb würde für den Vortrieb sorgen. Das Schiff wäre damit in drei Tagen beim Mond und in neunzig Tagen beim Mars. Als weitere denkbare und sinnvolle Missionen werden auf der Website aufgeführt: ein Besuch bei der Venus, die Erkundung des Asteroidengürtels und das Aussetzen einer Sonde beim Jupitermond Europa, unter dessen Eiskruste Wissenschaftler einen Ozean vermuten.

Die "Untertassensektion" würde einen Ring beherbergen, der durch seine stete Drehung eine erdähnliche Gravitation erzeugt:

Nach den Plänen von "BTE Dan" wäre diese Enterprise nicht nur ein Raumschiff, sondern zugleich eine Raumstation. Sie könnte Menschen und Material von Planet zu Planet bringen und auf diese Weise Sonden und Erkundungsroboter über das Sonnensystem verteilen.

Gebaut würde die Enterprise komplett im Erdorbit. Und nach den Plänen könnte alle 33 Jahre eine weitere Enterprise gebaut werden – eine pro Generation. Jede neue würde von den technischen Fortschritten seit der letzten profitieren und die älteren Modelle könnten aufgerüstet werden, bis sie letztlich außer Dienst gestellt werden.

Man solle ihm nachweisen, dass sich diese Enterprise nicht bauen ließe, schreibt "BTE Dan" auf der Website selbstbewusst. Und wahrscheinlich ist die technische Machbarkeit auch gar nicht das zentrale Problem. Die Frage ist eher: Sind genügend Staaten auf der Welt motiviert genug, ein solches Projekt zu finanzieren und zu unterstützen? Auf der Website wird vorgerechnet, dass die USA das Projekt sogar leicht selbst finanzieren könnten und es prozentual gesehen weniger kosten würde als das Apollo-Programm.

Eine andere Frage: Ist es wirklich sinnvoll, Größe und Design der Enterprise aus der Serien und den Filmen zu übernehmen? Wäre es nicht sinnvoller, sich an einem anderen, passenderen Design zu versuchen? "BTE Dan" meint, der Aufbau der fiktiven Enterprise habe sich als nützlich und sinnvoll herausgestellt.

Letztlich zeigt diese radikale und verblüffende Idee aber vor allem eines: Mit unseren technischen Möglichkeiten könnten wir heute sehr viel mehr als wir derzeit tun. Die Prioritäten liegen nur woanders. Und wer weiß, ob aus diesen hochfliegenden Plänen von "BTE Dan" am Ende nicht zumindest eine neue Bewegung wird, die ruhenden Weltraumpläne der Menschheit wieder hervorzuholen.

via Nils Hitze auf Google+

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Kommentare

  • Florian

    14.05.12 (11:19:55)

    Beschleunigen !

  • Hans

    14.05.12 (12:20:25)

    ein 1,5 GW Kernreaktor in die Umlaufbahn zu schiessen stellt ein erhebliches Risiko dar. Bislang gehen die (zivilisierten) Nationen nicht auf so grosse gesammelte Stücke nuklear Energie im Weltraum ein, weil das Risiko eines Unglücks beim Überbringen einer solchen Masse von radioaktiven Materialien von der Erde nach ausserhalb der Erde einfach zu groß ist. Deshalb werden bei solchen Testsachen siehe Projekt Prometheus und SNAP auch nur geringfügige Mengen verwendet. Denn bei einem Unglück würde das radioaktive Material in der gesammten Erdathmosphäre verteilt werden. Die Folgen dessen wären unvorstellbar katastrophal. Somit schlicht und ergreifend: "nicht durchführbar" Es sei denn wir setzen wirklich *alles* aufs Spiel...

  • iwanitoo

    14.05.12 (12:22:02)

    Faszinierend! ;-)

  • HansWied

    14.05.12 (16:23:48)

    Energie ;)

  • Thomas Meyer

    14.05.12 (17:44:52)

    Juhu, endlich! Safran Cochrane betritt die Welt. Beam me up, ich komme sofort mit!!

  • Markus

    14.05.12 (18:31:09)

    Hans, wir würden das Dingen nicht hochsciessen, sonder da oben bauen ;-)

  • mawa

    14.05.12 (19:34:29)

    Das ganze Projekt ist so wie dargestellt Käse und mit den heutigen Mitteln nicht zu realisieren. Das fängt schon beim Zusammenbau an, der ähnlich wie die ISS im Weltraum erfolgen muss. Für ein so großes Objekt benötigen wir dann eine Werft im Orbit, die auch erst einmal gebaut werden muss. Das Zweite ist seine künstliche Schwerkraft, das funktioniert so nur in der SciFi des Ings. so wie er es uns präsentieren will. In der realen Welt ist dieses so nicht durchführbar. Die Grenze setzt hierbei der menschliche Organismus, der es mit schnellen Drehungen nicht wirklich gut mag. Ein Ereignis wird sein, dass die Besatzung reihenweise am Kotzen ist, da sich der Gleichgewichtssinn destabilisiert. Der Gleichgewichtssinn sitzt im Innenohr, bei einer derartigen Rotation wird denn jede Bewegung quer zu Rotationsachse ein Problem. Das Ohr Apropos Rotationsgeschwindigkeit, auch dieser sind Grenzen gesetzt, was mit einer Vergrößerung des Rotationsradius einhergeht. Geht man bei 1g und einer Rotationszeit von 3min aus, bleiben ca. 3KM Radius übrig, was 6KM Durchmesser entspricht. Das Ganze wäre also eher etwas für eine ausgewachsene Raumstationen als für ein Raumschiff. drg-gss Alleine das sind zwei Punkte, die sich in 20 Jahren nicht ändern werden. Alleine der Aufbau einer Weltraumwerft wird sicherlich seine 20 Jahre dauern. Wie lange hat eigentlich der Aufbau der ISS gedauert? Zu dem anderen Quatsch wie Ionenantrieb kann ich nur den Kopf schütteln, auch das ist so wie es dargestellt wir Mumpitz. Ein Reaktor alleine reicht hier nicht, es braucht auch noch eine Masse, die man ionisieren und abgeben kann. Der Vorteil ist, dass ein Ionenantrieb dauerhaft betrieben werden kann. Das muss er aber auch, da die Antriebskraft gering ist und sich die Geschwindigkeit des Vehikels langsam aufbaut. Auf die gleiche Weise wird gebremst, also auf der haben Strecke zum Mars wird der "Umkerschub" eingelegt und gehofft, dass keine Allvögel den Weg kreuzen. Ionenantrieb Interessant ist der Abschnitt, wo es um die Sonde Deep-Space 1 geht. Sie brauchte 18 Monate für 5000 Kilometer. Wer jetzt denkt, aber die Enterprise hat doch einen viel stärkeren Antrieb, sollte auch bedenken, das sie eine wesentlich höhere Masse, als die Sonde haben wird. Der letzte Punkt, der mich stört, ist der, dass man dem Ing. beweisen soll, dass es nicht möglich ist. Das ist es bereits, denn wenn es möglich gewesen wäre, hätte sie schon jemand gebaut. Jetzt möge er uns bitte beweisen, dass das doch möglich ist. Am besten finanziert über Kickstarter. Ich bin ja dafür, erst einmal mit einem kleinen Weltraumhafen/Werft anzufangen und mit dem Welraumaufzug weiter zu machen. Danach richten wir dann eine Station auf dem Mond ein und organisieren einen Pendelverkehr für den Abbau von Helium III auf dem Mond. Selbst die SciFi von Frank Schätzing ist reeller als der Stuss dieses Fantasten. Vorausgesetzt wir lösen das Problem mit den Weltraum-Nazis auf der dunklen Seite des Mondes.

  • Sven

    14.05.12 (23:46:20)

    Geht nicht? Gibt es nicht! Wer "geht nicht" sagt, der hat es nie versucht und hat schon vorher aufgegeben. Wenn ich aussuchen könnte ob ich 500 Milliarden Euro den Banken hinten rein blase damit sie weiter zocken können, oder wie endlich in Technologie für die Raumfahrt investieren damit wir von der Erde weg kommen, wäre die Entscheidung schnell gefällt. Das Projekt mit Kickstarter finanzieren? Stell das nicht so einfach als lächerliche Idee hin, da könntest du sehr schnell böse hinfallen. Ich kann mir sehr gut vorstellen das es enorm viele gibt die das unterstützen würden, und an Freiwilligen für die Startversuche wird es nicht mangeln, garantiert nicht. Nicht reden, machen! mfg Sven

  • mawa

    15.05.12 (09:26:08)

    Dann mach es und melde dich freiwillig für den ersten Startversuch. Sorry, aber das Projekt ist in allen Belangen Wahnsinn und nicht in 20 Jahren durchführbar. Die technischen Ansätze sind falsch und als Grundlage wird ein SciFi Raumschiff präsentiert. Es handelt sich eher, um eine Investment Idee um Geld einzusammeln, so etwas kann nur von einem Banker kommen. Da kannst Du denen das Geld auch gleich in den Hintern schieben. Der beste Beweis ist die geplante Erzeugung künstlicher Schwerkraft. Der Teil ist so ausgelegt, dass sr jedem einleuchtet. Den jeder hat am Strand schon mal sein Eimerchen herumgeschleudert und sich gewundert, warum der Sand nicht rausfällt. Auch wird das Prinzip in vielen Romanen beschrieben, so kommt es jedem logisch vor. In der Praxis ist es aber aus den oben genannten Gründen nicht für ein Raumschiff tauglich. Damit Menschen damit leben können, müssen entsprechende Bedingungen eingehalten werden und das macht den Radius extrem groß. Vor ca. 20 Jahren konnte ich mich im Rahmen eines fiktiven Projektes mit so etwas beschäftigen. Es ging darum, ob man ein Habitat (Raumstation) für Menschen im Orbit errichten könnte und wie dieses aussehen könnte. Also um den mechanischen und elektrischen Aufbau, Selbstversorgung und Lebenserhaltungssystem. Am Anfang waren wir auch von dieser Idee begeistert. Aber bei näheren Überlegungen und Berechnungen sind wird dann auf einen Radius von >10KM gekommen bei einer Schwerkraft von ca. 0,6G. Die Rotation schafft teilweise größere Probleme, als sie löst. Aber für eine Raumstation wäre es eventuell machbar, für ein Raumschiff eher weniger. Ein weiteres Problem liegt in der Auswuchtung der Scheibe, sonst taumelt dein Raumschiff mehr durch das All, als es fliegt. Das kann man aber durch eine dynamische Gewichtsverlagerung in den Griff bekommen und bei entsprechender Kontrolle sogar für bedingte Beschleunigung verwenden. Ein viel größeres Problem ist der Gyroskopeffekt. Die Präzession wird es schwer machen, das Raumschiff in der Achse zu kippen. Die notwendigen Kräfte werden enorm sein. Nimm dir mal eine Flex und kippe diese bei laufender Scheibe über die Achse, dann merkst Du, was ich meine. Je größer der Radius und die Masse umso größer ist der Effekt. Gyroskope werden in Satelliten auch zur Stabilisierung verwendet. Für eine Raumstation kann das für die Stabilität von Vorteil sein, für ein Raumschiff, das flexibel sein muss, ist das alles ein großer Nachteil. Wikipedia Gyroskop Mein Vorschlag ist weiterhin erst einmal den ersten Schritt zu tun. Der Vorschlag mit dem Weltraumaufzug und der Raumstation war ernst gemeint, die Idee ist gut 10 Jahre alt und wird sicherlich innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre auch realisiert. Erster Test des Weltraumaufzugs Wenn dieser Schritt getan ist, können wir uns um den Bau eines überdimensionalen Raumschiffs kümmern. Vorher werde ich in so etwas kein Geld investieren. Auch nicht über Kickstarter.

  • CASSINI

    17.05.12 (14:55:15)

    Vielleicht sollte man den Gravitationsring an anderer Stelle verbauen und in die Untertassensektion passender Weise einen 3fachen Neutronenbeschleuniger siehe CERN einbauen um Speed zu machen!!!

  • Guenther Schulz

    08.07.13 (07:00:23)

    Die idee einer realen Enterprise hatte schon die Nasa!Ja,die Enterprise soll gebaut werden! Die Form des schiffes ist genial! Man hat eine Shuttelrampe und platz fuer genugvandere sachen! Das Schff ist universal nutzbar! Ubd biite nehmt auch den Namen!

  • Jupp

    30.08.13 (21:58:42)

    Die Erde ist die einzige, die wir haben. Alles (erreichbar) andere da draußen ist das Tödlichste, das Du Dir vorstellen kannst. Wir sollten also unsere Kräfte auf den Erhalt oder die Verbesserung der Umwelt konzentrieren. Scheiß auf Enterprise! Im Kino gerne, aber in Realita braucht's Wichtigeres.

  • Hego

    13.04.14 (13:37:38)

    theoretisch ist dass moglich dass geld ist nur dass problem

  • Der Ben

    25.06.14 (22:23:43)

    Die Idee is fake, bin zwar kein star trek fan, weiß aber dass das schiff keine 900m lang is sondern eher um die 300 - 350m als is es ziemlich unwarscheinlich das das echt is und dieser eimer is für Ionenantrieb auch nicht geeignet, bei höheren g-kräften würd doch der "hals" sofort abbrechen. von den "gondeln" reden wir erst gar nicht.

  • Guenther Schulz

    17.09.14 (13:22:11)

    Ich würde mich als Capt. melden! Uniform hab ich schon!

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