Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

12.09.13Leser-Kommentare

Bryx: Zwei arbeitslose Raketenwissenschaftler entwickeln smarte Lego-Steine

Wie wäre es mit Arduino-kompatiblen Lego-Steinen, die man per Smartphone kontrollieren kann? Genau das wollen "Bryx" sein, die aktuell auf Kickstarter nach Unterstützern suchen.

Bryx: Lego-kompatibel, per Arduino programmierbar und via Bluetooth 4.0 fernsteuerbar. Bryx: Lego-kompatibel, per Arduino programmierbar und via Bluetooth 4.0 fernsteuerbar.

Daniel McShan aus Littleton, Colorado, kennt sich aus mit Raketenwissenschaft – und das nicht etwa im sprichwörtlichen, sondern im wortwörtlichen Sinne. Er war an der Planung und Umsetzung robotischer Missionen zum Mars ebenso beteiligt wie an Projekten der bemannten Raumfahrt. Kürzungen in diesem Bereich aber haben ihn arbeitslos gemacht und nun bastelt er gemeinsam mit einem ebenfalls arbeitslosen Kollegen an etwas Neuem: smarten Lego-Steinen.

Genauer gesagt geht es um eine modulare Plattform, die sich via Arduino programmieren lässt, die man per Smartphone fernsteuern kann und die kompatibel zu Lego ist. Alle bisher vorgestellten Bryx haben das 2x4-Format. Sie lassen sich auf diese Weise einfach zusammenstecken und ihre jeweiligen Funktionn kombinieren. Zudem kann man sie auf diese Weise natürlich in Lego-Modelle integrieren.

Fünf Varianten haben die beiden Raketenwissenschaftler für den Anfang vorgesehen:

  • BRYXlite: ein einfaches RGB-Statuslicht, das als Standalone-Baustein gedacht ist. Man kann es beispielsweise in den Computer stecken und sich bei bestimmten Ereignissen wie einer neuen E-Mail per Blinken informieren lassen. Er erinnert damit an den Blink von ThingM. Natürlich kann man ihn auch via Netzteil per Steckdose mit Strom versorgen und somit beispielsweise als Nachtlicht verwenden.
  • mcuBRYX: ein ATMEGA328 Microcontroller mit RGB-LED. Das eigentliche Gehirn eines Bryx-Projekts.
  • BRYXel: eine programmierbare RGB-LED.
  • usbBRYX: Wird benötigt, wenn man den mcuBRYX via Computer und Arduino-Entwicklungsumgebung programmieren möchte und dient derzeit auch als Stromversorgung.
  • bt40BRYX: Dieser Baustein stellt Bluetooth 4.0 zur Verfügung, so dass sich das ganze System via iPhone/iPad und entsprechend ausgestattete Android-Geräte steuern lässt.

Sollte das Kickstarter-Projekt erfolgreich verlaufen, wird das Geld nicht nur die Produktion der ersten Bausteine verwendet, sondern auch für die Entwicklung weiterer Modell. Dazu gehören Ideen wie ein Lautsprecher, ein Motor für Fahrzeugmodelle, Servos für Roboter, Sensoren und ein Akku-Bryx.

Preise und Lieferbarkeit

In großer Offenheit erklären die Bryx-Macher dabei auf ihrer Kickstarter-Projektseite, dass sie zwar Software für Raumschiffe entwerfen und testen können, sich aber nicht mit der Herstellung tausender Lego-Steine auskennen. Dafür haben sie sich mit entsprechenden Firmen zusammengetan, die die Machbarkeit einer Massenproduktion bestätigt hätten.

Gut einen Monat haben sie noch Zeit, ihr Mindestziel von 100.000 US-Dollar zu erreichen. Wer sich für Bryx interessiert, kann aktuell ein "Early Bird Special" bekommen: das BRYXlite für 15 US-Dollar. Allerdings kommen noch 10 US-Dollar Versand hinzu, so dass sich alles auf umgerechnet rund 19 Euro summiert. Aufgrund von Kickstarters strengen Regeln bei Hardware-Projekten kann man nicht mehrere auf einmal kaufen. Dafür gibt es dann aber verschiedene Pakete, die gleich mehrere Bausteine enthalten. Das komplette "Hacker Package" kostet inklusive Versand umgerechnet rund 82 Euro. Im Januar 2014 soll ausgeliefert werden.

Weitere Informationen hier auf der Kickstarter-Projektseite zu Bryx.

Jetzt stelle ich mir abschließend nur noch die Frage, ob man einen Lego-Stein einfach so nachahmen darf. Denn auf der Kickstarter-Seite ist nirgends die Rede davon, dass die Bryx-Macher das mit dem Hersteller abgeklärt hätten...

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

  • Peter

    12.09.13 (08:13:24)

    Ja, kann man. Siehe die diversen Nachbauten wie die von Megablocks. Vermutlich ist der strikte Geschmacksmusterschutz abgelaufen.

  • Olaf Barheine

    12.09.13 (09:43:23)

    Und demnächst ein Computer in jedem siebten Ei. Noch gar nicht solange her, da haben wir damit unsere Scherze gemacht. Wenn jetzt noch Bausteine mit Sensoren und Aktoren für allerlei Aufgaben von Temperaturmessung bis Ventilsteuerung kommen, wird das richtig interessant.

  • James Kane

    12.09.13 (12:25:53)

    Ich hatte mir schon lange die Möglichkeit gewünscht meine Lego Modelle mit etwas mehr funktionalität auszustatten z.B. Lego Eisenbahn mit Computer Steuerung für Weichen und Loks, StarWars Raumschiffe mit Ton- und Lichteffecten. Fehlen nur noch Sensoren für Temperatur, Licht, Ton, Fernsteuerung, etc.

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer