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30.07.13

BMW i3: Kein Elektroauto für die Massen, aber ein Ausrufezeichen

BMW hat mit dem i3 ein stark motorisiertes Elektroauto mit einer dafür zufriedenstellenden Reichweite vorgestellt. Das allerdings hat seinen Preis: Mit 35.000 Euro wird der i3 kein Schnäppchen und damit auch keinen Durchbruch für Elektroautos bringen.

i3: BMWs Elektroauto

Eins ist klar: Sie meinen es ernst. Für mehrere Stunden gestern bestand die Website des Automobilherstellers BMW nur aus einer Seite, die direkt die Präsentation des neuen i3 einband. Links zu anderen Modellen, Services, Jobs, Händlern - für ein paar Stunden schlicht ausgeblendet. Am i3 und der so genannten Elektro-Revolution aus dem Hause der Münchner kam keiner vorbei.

"Electrifying" nennt der Autobauer das neue Vehikel passend in seiner Werbung. Auto wie Kampagne richten sich an junge Familien, zukunftsorientierte junge Großstädter. Ab rund 35.000 Euro allerdings geht es für den Stadtwagen erst los. Der Hersteller mag das wenig finden, für den Durchschnittsverdiener aber ist das viel. Eine Revolution in Sachen Elektromobilität ist das damit leider nicht. Aber es mutet elegant an.

[photos title"BMW i3 - Elektroauto geplant für die Masse"]

 

Über das Design mag man streiten - der i3 ist in meinen Augen weder Hingucker noch irgendeiner Form hässlich. Ohnehin wird es mehr auf die inneren Werte ankommen und die Fragen: Wie schnell komme ich damit vorwärts und wie weit bringt mich der Akku?

Was den eDrive-Elektromotor angeht, hat sich BMW wahrlich nicht lumpen lassen: 170 PS (125 kW) bringt dieser mit. Von 0 auf 60 km/h beschleunigt der i3 in vier Sekunden, von null auf 100 km/h in 7,2 Sekunden. An der Ampel also wird man von Benzinern nicht abgehängt. Die Höchstgeschwindigkeit ist von Haus aus auf 150 km/h begrenzt. Der Motor ist - wie bei den meisten Elektroautos - nahezu lautlos.

Die Reichweite? Laut BMW zwischen 130 und 160 Kilometern, bei besonders energiesparendem Fahren dürften auf 200 Kilometer drin sein. An Schnellladestationen sollen sich 80 Prozent des 22-kWh-Akkus in einer halben Stunde wieder aufladen lassen, zu Hause dauert es mit 6 bis 8 Stunden erheblich länger. Mit einem Range Extender im Heck, einen Zweizylinder-Benzinmotor, der den Akku während der Fahrt auflädt, soll sich die Reichweite verdoppeln. Hierfür verlangt BMW allerdings auch 5.000 Euro mehr. Ein Akku-Wunder ist der i3 damit zwar nicht, aber für genannte Geschwindigkeit und Beschleunigung kann sich das sehen lassen.

Die Karosserie des i3 besteht aus Karbon-Fasern, das gesamte Verhikel wiegt knapp unter 1,2 Tonnen. Die Inneneinrichtung wie die Sitze sind aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt, die Produktion in Deutschland soll mit Strom aus Windkraft gespeist werden. In den Scheinwerfern stecken energiesparende LEDs, die Sitzheizung soll effektiver wärmen und kühlen als bisherige Klimaanlagen. Ganz öko also. Weil sich der Motor unter der Karosserie befindet, hat BMW den Innenraum komplett neu eingerichtet, etwa die Mittelkonsole verschwinden lassen.

Dass inzwischen übliche Elemente wie Navigationssysteme extra kosten, macht den i3 natürlich nicht erschwinglicher. Es klingt nach einem starken Elektroauto mit einer ausreichenden Reichweite für den Stadt- und Überlandverkehr. Ein Auto für die Massen ist der i3 aber nur bedingt. Und selbst für die potentere BMW-Kundschaft ist das Elektromodell etwas zu teuer, um nur als Versuchsmodell zu dienen. Immerhin: Elektroautos sind auch in der gehobeneren Klasse möglich, das dürfte BMW mit dem i3 beweisen. Der "Volkswagen" der Elektroautos allerdings bleibt wohl der Renault Zoe, der mit seinem 58-PS-Motor rund 170 Kilometer Reichweite erreicht und dabei ab etwa 22.000 Euro zu haben ist.

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