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13.08.10Leser-Kommentare

Beratung: Lohnt sich eine SSD?

Welchen Vorteil hat eigentlich eine SSD gegenüber einer herkömmlichen Festplatte? Eine kleine Beratung mit Videos.

Supertalent SSD - Teuer, aber sehr schnell (Bild:Supertalent)

Solid State Disks (SSD), meistens basierend auf Flashspeicher, sind die Zukunft der Speichersysteme, darüber besteht eigentlich kein Zweifel. Noch aber hat die Harddisk auf Grund ihres Preises und der höheren verfügbaren Speichermenge die Nase deutlich vorne, aber das wird sich schnell ändern. 1-Terabyte SSD gibt es bereits, der Markt für SSD in den Größen 128 GB, 256 GB und 512 GB wächst so rasant, dass die Preise, eben noch astronomisch hoch, schnell fallen. Aber lohnt sich ein Umstieg jetzt schon?Der größte Vorteil einer SSD liegt in der Geschwindigkeit, mit der Daten gelesen und geschrieben werden können. Man könnte jetzt sehr viele Zahlen zitieren und vergleichen, aber dieses - zugegeben nicht ganz uneigennützige - Video eines SSD-Herstellers zeigt die Vorteile mehr als deutlich:

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Ebenfalls interessant: Der Vergleich mit einer schnellen 7200 rpm-HDD. Hier sieht man die Leistung einer SSD auf einem älteren Dell-Rechner, der versucht, das nicht eben für seine rasende Boot-Geschwindigkeit bekannte Windows XP hoch zu fahren:

<object width="450" height="362"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Dt6VbOY3xE0?fs=1&amp;hl=de_DE" />

<param name="allowFullScreen" value="true" />

<param name="allowscriptaccess" value="always" />

<embed src="http://www.youtube.com/v/Dt6VbOY3xE0?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="450" height="362" /></object>

Beide Videos belegen, dass man einiges an Zeit spart. Das gilt sowohl für die Boot-Sequenz, aber vor allem auch beim Start von großen Programmen, oder wenn man umfangreiche Datenmengen abspeichern, bzw. kopieren möchte. Der Faktor 3 ist da noch niedrig angesetzt.

Ein weiterer Vorteil des SSD ist, dass sie ohne bewegliche Teile arbeitet, also etwas weniger schnell kaputt gehen kann. Auch ist der Energieverbrauch einer SSD etwas kleiner, und leiser ist sie auch noch.

Doch es gibt nicht nur Vorteile. Zum einen "vergisst" die SSD Daten nach rund 10 Jahren. Während man eine steinalte Harddisk auch nach langer Zeit wieder an einen Rechner anschliessen kann um Daten zu extrahieren, können die auf einer SSD gelagerten Daten verschwinden. Ein weiterer Nachteil liegt in den Schreibzyklen. Moderne Festplatten haben einen (fast) unbegrenzten Schreibzyklus, das bedeutet, man kann sie beliebig oft beschreiben und löschen.

Die Hersteller der Festspeicher garantieren meist rund 100.000 Schreibzyklen pro Flashzelle. Das würde bedeuten, dass eine Zelle, ähnliches einem Block auf der Festplatte, nach dieser Zeit ihr "Gedächtnis" verliert, also unbrauchbar ist. Das Solid State Drive würde nach und nach immer mehr seiner Kapazität verlieren, bis sie praktisch nutzlos ist. Weswegen Serverhersteller lange auf den Einsatz von SSDs verzichtet haben, da dort oft schreibintensive Datenbanken gehostet werden. Allerdings hat sich in Tests gezeigt, dass einzelne SSDs mittlerweile bis zu 5 Millionen Zyklen durchhalten. Das reicht dann schon für ein paar Jahrzehnte Lebenzeit.

Lohnt sich der Umstieg?

Da gibt es ein klares: Jein. Ja, der Umstieg lohnt sich für alle jene, die es sich leisten können und die oft und viel mit speicherintensiven Dingen wie Photoshop oder Videoeditierprogrammen arbeiten. Hier ist der Vorteil nicht von der Hand zu weisen. Für den "normalen" Benutzer dagegen lohnt sich der Umstieg noch nicht. Wer mehr oder weniger ausschließlich mit Office-Anwendungen und im Internet hantiert, der wird vom Geschwindigkeitsgewinn kaum etwas merken. Und dafür sind die neuen Platten dann doch noch zu teuer, denn für ein 60-GB-Laufwerk muss heute immer noch mindestens 150 Euro auf den Tisch legen.

Welches Festspeicherlaufwerk soll man kaufen?

Bei der Frage nach dem SSD-Produkt, das empfohlen werden kann, ist auf die Schreib/Lesegeschwindigkeit zu achten. Je billiger das Drive, desto langsamer ist es meist. Wenn man ein SSD findet, bei dem ungefähr 90MB/s Schreiben und 55MB/s Lesen angegeben werden, ist das zwar immer noch schneller als eine herkömmliche Harddisk, aber vernünftige SSD schaffen, grob gesagt, 200 MB/s Lesen und 150 MB/s Schreiben (Maximalwerte). Je größer das angeschaffte SSD sein soll, desto schneller sollte es auch sein, damit der Geschwindigkeitsvorteil nicht verloren geht.

Die Preise sind aber weiterhin gesalzen. Eine kleines "Schnäppchen" ist die Samsung PM800 mit 126GB für 270 Euro. Auch die Samsung PM800 mit 256GB ist ein gutes Angebot, auch wenn der Preis von 595 Euro erst einmal etwas abschreckt.

Unter 100 Euro findet man nur kleine, 32 GB große Festplatten. Die werden gerne als Systemplatte eingesetzt, weil sie das Betriebssystem schneller booten. Aber da würde ich doch lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen, um 64 GB zu installieren. Vor allem bei Windows, das sich im Laufe der Zeit gerne mal etwas mehr Datenspeicher nimmt, zum anderen kann man dann auch die "dicken" Programme wie Dreamweaver oder Photoshop unterbringen. Eine brauchbare Variante ist da die Samsung PM800 für nicht ganz so schmerzhafte 151 Euro.

Kommentare

  • Hannes

    13.08.10 (12:02:30)

    Vielleicht sollte man noch dazu sagen, dass Windows 7 eine Trim-Funktion implemeniert hat, welche die Lebensdauer der SSD verlängert. OSX hat diese Funktion nicht, deshalb wird in Foren oft zu den Intel-SSD geraten, da diese ohne diesen Befehl erfahrungsgemäß am Wenigsten an Geschwindigkeit verlieren.

  • Sebastian

    13.08.10 (14:03:08)

    Mich verwundert der Test der MacBooks Pro. Ich habe nur ein MacBook - kein Pro. Aber auch 2,4 GHz und bin überrascht wie langsam der Pro hier läd. Mein Rechner startet genauso schnell wie der mit der SSD. So langsam wie der mit der HDD habe ich noch nie einen Mac booten gesehen. Meine Vermutung hier ist, die Platte ist randvoll und es kann nichts zwischengelagert werden. Da wurde mein Mac auch mal langsamer, aber nicht so wie in dem Vergleich. Meine Vermutung hier wurde extra nachgeholfen ;)

  • Josef

    13.08.10 (14:34:19)

    Ich habe insgesamt 6 SSDs verbaut von Runcore, SuperTalent und Corsair und ich möchte als Arbeitsplatte nichts mehr anderes haben. Die haben jeden Rechner nochmal ordentlich Schub gegeben und laufen ohne jegliche Fehler fast rund um die Uhr durch. Man sollte aber Testberichte dazu lesen und sich vor allem die 4k Werte ansehen, die sind entscheidend. Die maximal Lese- und Schreibgeschwindigkeit alleine sagt nicht sehr viel aus.

  • klaus

    13.08.10 (14:57:56)

    @sebastian der gedanke kam mir auch sofort, das da was nicht ganz flott ist. mein macbook pro (2,26ghz, 2gb ram, 10.6.3) brauch vom powertaste drücken bis fertig gebootet auch nur eine halbe minute. habe allerdings auch eine schnelle samsung HM500JI drin, nicht die langsame original.

  • Don Dahlmann

    13.08.10 (19:03:15)

    Das liegt wohl daran, dass die Tester die Rechner so eingestellt haben, dass beim Bootvorgang fünf Adobe Produkte automatisch geladen werden.

  • Christian

    14.08.10 (00:40:20)

    Zwischen-/verständnisfrage: Was hat es mit den 4k-Werten auf sich? Inwiefern sind die entscheidender als Lese-/Schreibgeschwindigkeiten?

  • Michael

    14.08.10 (12:56:23)

    Hallo, bin auch am überlegen ob ich mir eine SSD anschaffen soll. Allerdings möchte ich eher eine kleinere Platte (128GB o.ä). Darauf ist dann natürlich nicht für alles Platz. Reicht es wenn ich auf die Platte einfach nur das BS installiere und Programme,Daten,etc auf meinen älteren Speichermedien ablege? Viele Grüße

  • Ben

    14.08.10 (15:00:13)

    Schneller ? auf meinem asus eeePC T91tablet hat die 32er SSD eine geradezu unerhörte Langsamkeit zu bieten (WinXP). Hat jmd. einen tipp, oder liegts an veralteter SSD?

  • Manuel

    14.08.10 (16:06:32)

    Ist nicht vielleicht die CPU der Flaschenhals? In der c't wurden kürzlich SSDs getestet und sie kamen zum Schluss dass sich der Einsatz in Rechnern mit Atom-CPU meist nicht lohnt.

  • Josef

    14.08.10 (18:06:41)

    @Christian 4 k Wert ist die kleinste Einheit das heißt kleine Dateien werden am schnellsten geladen je höher dieser Wert ist und mit kleinen Dateien arbeitet ja der User. Große Dateien hin und her schieben macht man zwar auch, aber beim booten des OS sind es überwiegend kleine Dateien. Das mit der Atom CPU stimmt aber nur bedingt. Ich kann jedem nur empfehlen die Seiten von JKK zu besuchen und sich dort mal darüber zu informieren. Der SSD Experte schlechthin aus meiner Sicht. http://jkkmobile.blogspot.com

  • Sebastian

    16.08.10 (10:33:53)

    So siehts halt genau bei mir auch aus - jedoch mit einer normalen 2,5" HDD.

  • Sebastian

    16.08.10 (10:35:23)

    Der Bootvorgang der 5 Adobe Produkte passiert aber erst nach dem Desktop-Screen. Und selbst mit diesem Bootvorgang ist mein Rechner schneller. Daher Marketing-Fake (wie immer).

  • Olaf

    11.11.10 (14:50:49)

    Hallo Michael, Reicht es wenn ich auf die Platte einfach nur das BS installiere und Programme,Daten,etc auf meinen älteren Speichermedien ablege? Ja, reich vollkommen aus, habe ein WIN7 System mit einer 60 GB OCZ Vertex 2 Ex gebastelt ( Kostet z.Z. mit Versand um die 100 €) Ich kann nur sagen, das ist der Hammer :-) Einige Tips, worauf man bei einer SSD Installation achten sollte, stehen hier: http://www.pc-experience.de/wbb2/thread.php?threadid=30040 Danach rennt das Ding wie Hölle:-) mfg Olaf

  • Simon

    02.02.11 (10:37:01)

    Bei meinem Vaio TZ bräuchte ich eine 1,8" SSD mit ZIF-Schnittstelle. Bei der Vaio-Serie ist zudem Windows 7 nicht lauffähig. Also je nach System auch mal weniger lohnenswert.

  • Matthias

    21.08.11 (16:36:29)

    Das stimmt so nicht. Während des Bootvorgangs werden die Programme bereits gestartet. Der Rest, der dann erscheint ist nur noch die Oberfläche. Alle rechenintensiven Vorgänge sind zu diesem Zeitpunkt bereits zum größten Teil abgeschlossen.

  • SSD in HP Probook

    03.10.11 (09:09:26)

    Hier hab ich nen guten Artikel der ein Vor und Nachher Vergleich macht mit SSD in einem HP Probook...

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