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13.08.10

Beratung: Lohnt sich eine SSD?

Welchen Vorteil hat eigentlich eine SSD gegenüber einer herkömmlichen Festplatte? Eine kleine Beratung mit Videos.

Solid State Disks (SSD), meistens basierend auf Flashspeicher, sind die Zukunft der Speichersysteme, darüber besteht eigentlich kein Zweifel. Noch aber hat die Harddisk auf Grund ihres Preises und der höheren verfügbaren Speichermenge die Nase deutlich vorne, aber das wird sich schnell ändern. 1-Terabyte SSD gibt es bereits, der Markt für SSD in den Größen 128 GB, 256 GB und 512 GB wächst so rasant, dass die Preise, eben noch astronomisch hoch, schnell fallen. Aber lohnt sich ein Umstieg jetzt schon?Der größte Vorteil einer SSD liegt in der Geschwindigkeit, mit der Daten gelesen und geschrieben werden können. Man könnte jetzt sehr viele Zahlen zitieren und vergleichen, aber dieses - zugegeben nicht ganz uneigennützige - Video eines SSD-Herstellers zeigt die Vorteile mehr als deutlich:

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Ebenfalls interessant: Der Vergleich mit einer schnellen 7200 rpm-HDD. Hier sieht man die Leistung einer SSD auf einem älteren Dell-Rechner, der versucht, das nicht eben für seine rasende Boot-Geschwindigkeit bekannte Windows XP hoch zu fahren:

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Beide Videos belegen, dass man einiges an Zeit spart. Das gilt sowohl für die Boot-Sequenz, aber vor allem auch beim Start von großen Programmen, oder wenn man umfangreiche Datenmengen abspeichern, bzw. kopieren möchte. Der Faktor 3 ist da noch niedrig angesetzt.

Ein weiterer Vorteil des SSD ist, dass sie ohne bewegliche Teile arbeitet, also etwas weniger schnell kaputt gehen kann. Auch ist der Energieverbrauch einer SSD etwas kleiner, und leiser ist sie auch noch.

Doch es gibt nicht nur Vorteile. Zum einen "vergisst" die SSD Daten nach rund 10 Jahren. Während man eine steinalte Harddisk auch nach langer Zeit wieder an einen Rechner anschliessen kann um Daten zu extrahieren, können die auf einer SSD gelagerten Daten verschwinden. Ein weiterer Nachteil liegt in den Schreibzyklen. Moderne Festplatten haben einen (fast) unbegrenzten Schreibzyklus, das bedeutet, man kann sie beliebig oft beschreiben und löschen.

Die Hersteller der Festspeicher garantieren meist rund 100.000 Schreibzyklen pro Flashzelle. Das würde bedeuten, dass eine Zelle, ähnliches einem Block auf der Festplatte, nach dieser Zeit ihr "Gedächtnis" verliert, also unbrauchbar ist. Das Solid State Drive würde nach und nach immer mehr seiner Kapazität verlieren, bis sie praktisch nutzlos ist. Weswegen Serverhersteller lange auf den Einsatz von SSDs verzichtet haben, da dort oft schreibintensive Datenbanken gehostet werden. Allerdings hat sich in Tests gezeigt, dass einzelne SSDs mittlerweile bis zu 5 Millionen Zyklen durchhalten. Das reicht dann schon für ein paar Jahrzehnte Lebenzeit.

Lohnt sich der Umstieg?

Da gibt es ein klares: Jein. Ja, der Umstieg lohnt sich für alle jene, die es sich leisten können und die oft und viel mit speicherintensiven Dingen wie Photoshop oder Videoeditierprogrammen arbeiten. Hier ist der Vorteil nicht von der Hand zu weisen. Für den "normalen" Benutzer dagegen lohnt sich der Umstieg noch nicht. Wer mehr oder weniger ausschließlich mit Office-Anwendungen und im Internet hantiert, der wird vom Geschwindigkeitsgewinn kaum etwas merken. Und dafür sind die neuen Platten dann doch noch zu teuer, denn für ein 60-GB-Laufwerk muss heute immer noch mindestens 150 Euro auf den Tisch legen.

Welches Festspeicherlaufwerk soll man kaufen?

Bei der Frage nach dem SSD-Produkt, das empfohlen werden kann, ist auf die Schreib/Lesegeschwindigkeit zu achten. Je billiger das Drive, desto langsamer ist es meist. Wenn man ein SSD findet, bei dem ungefähr 90MB/s Schreiben und 55MB/s Lesen angegeben werden, ist das zwar immer noch schneller als eine herkömmliche Harddisk, aber vernünftige SSD schaffen, grob gesagt, 200 MB/s Lesen und 150 MB/s Schreiben (Maximalwerte). Je größer das angeschaffte SSD sein soll, desto schneller sollte es auch sein, damit der Geschwindigkeitsvorteil nicht verloren geht.

Die Preise sind aber weiterhin gesalzen. Eine kleines "Schnäppchen" ist die Samsung PM800 mit 126GB für 270 Euro. Auch die Samsung PM800 mit 256GB ist ein gutes Angebot, auch wenn der Preis von 595 Euro erst einmal etwas abschreckt.

Unter 100 Euro findet man nur kleine, 32 GB große Festplatten. Die werden gerne als Systemplatte eingesetzt, weil sie das Betriebssystem schneller booten. Aber da würde ich doch lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen, um 64 GB zu installieren. Vor allem bei Windows, das sich im Laufe der Zeit gerne mal etwas mehr Datenspeicher nimmt, zum anderen kann man dann auch die "dicken" Programme wie Dreamweaver oder Photoshop unterbringen. Eine brauchbare Variante ist da die Samsung PM800 für nicht ganz so schmerzhafte 151 Euro.

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