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21.11.15Leser-Kommentar

Beddit: Bessere Träume? Der Schlaf-Tracker im Praxistest!

Alles kann man heutzutage verbessern. Auch den eigenen Schlaf. Das verspricht zumindest der Sleep Tracker von Beddit. Für den Praxistest haben wir…uns viele Tage ins Bettchen gelegt.

Da steckt der Sensor drin. (Foto: Sven Wernicke) Da steckt der Sensor drin. (Foto: Sven Wernicke)

Der Grundgedanke ein reizvoller und spannender: Mittels eines dünnen Bandes, das unter dem Bettlaken platziert wird, werden Informationen gesammelt. Diese dienen dazu, das eigene Schlafverhalten kennenzulernen, es zu verstehen und womöglich zu verbessern. Doch funktioniert das wirklich?

 

Erster Eindruck: Klingt alles sinnvoll

Der Hersteller achtet schon einmal darauf, dass man das Gefühl erhält, ein wertiges Produkt erworben zu haben. Bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 149,99 Euro ist das sicherlich auch angebracht. In der hübschen Verpackung offenbart sich sofort der eigentliche Sensor. Das ist ein rund 65 Zentimeter langes, sehr robustes Band, an dessen Ende sich ein winziger Plastikkasten befindet. Dieser wird mittels eines USB-Kabels sowie eines beiliegenden Netzteils mit Strom versorgt. Kontinuierlich übrigens, was bedeutet: Eine freie Steckdose sollte sich in der Nähe des Bettes befinden. Zusätzlich entdeckt man in der Verpackung ein ausführliches Handbuch. Zwar mit zu kleiner Schrift, es werden dafür immerhin alle relevanten Schritte erklärt, die zu Beginn vonnöten sind.

Das ist drin. (Foto: Sven Wernicke) Das ist drin. (Foto: Sven Wernicke)

Der Sensor ist für eine Person gedacht, ihr platziert diesen bei einem Doppelbett also auf eurer Seite oder auf der eures Partners bzw. eurer Partnerin. Für einen stabilen Halt sorgt eine Klebefläche, ihr heftet Beddit direkt auf die Matratze und legt das Bettlacken darüber. Wichtig ist die Position: Es wird geraten, den Sensor dort anzubringen, wo sich beim Schlafen euer Brustbereich befindet. Was wiederum nicht optimal ist: Ihr könnt zwar die Klebestelle später durch eine neue austauschen, dem Lieferumfang liegt aber kein Ersatz bei. Und schon beim zweiten Mal Abziehen von der Matratze haftete Beddit nicht mehr so gut – wenig schön.

Ist diese erste Hürde genommen, schließt ihr den Sensor an die Steckdose an, was mir persönlich wenig Kopfschmerzen bereitet. Klar fließt hier Strom durch den Sensor und ihr liegt stundenlang auf ihm. Trotzdem sorgt das Netzteil dafür, dass keine lebensbedrohlichen Werte in die Nähe eures Körpers kommen. Ein Akku und ein interner Speicher, der die Daten 1x am Tag zum Mobiltelefon schickt, hätte es aber sicherlich auch getan. Apropos: Für die Verwendung wird ein Smartphone bzw. Tablet mit iOS oder Android benötigt. Ich nutzte mein iPhone 5, auf dem ich die kostenlose Beddit-App installierte. Nach dem ersten Start dieser gibt’s einige Erklärungen und eine Schritt-für-Schritt-Einrichtung. Wer möchte, kann Resultate auch an Apple Health oder Google Fit (Android) senden – praktisch.

Sensor-Band mit der eigentlichen Technik. (Foto: Sven Wernicke) Sensor-Band mit der eigentlichen Technik. (Foto: Sven Wernicke)

Alles in allem ist der Ersteindruck von Beedit positiv. Ganz glücklich bin ich mit der Klebelösung nicht, da sie sich nicht dazu eignet, häufiger mal das Bett bzw. die Matratze zu wechseln oder den Sensor regelmäßig mit anderen Familienmitgliedern zu verwenden. Aber sonst wirkt das Konzept logisch und gut durchdacht.

Die ersten Nächte

Die Beddit-App muss vor dem Schlafengehen gestartet werden, Bluetooth vom Mobiltelefon oder Tablet soll aktiviert sein. Denn über Funk nimmt der Sensor Kontakt zum mobilen Gerät auf. Die ersten Tage verwendete ich die sogenannte „Smart Messung“. Sobald ihr euch ins Bett legt, schaltet sich der Sensor automatisch ein. Das klappt sehr gut, doch schnell war klar: Diese Funktion frisst erstaunlich viel Energie vom Akku meines iPhone 5. Alternativ könnt ihr das „Schlafengehen“ manuell einschalten, kurz darauf stellt ihr bei Bedarf noch die Weckzeit ein. Tja, und dann geht’s ans Schlafen….

Smartes Wecken. (Foto: Screenshot / Sven Wernicke) Smartes Wecken. (Foto: Screenshot / Sven Wernicke)

Beddit ist in der Lage, eure Bewegungen im Schlaf wahrzunehmen, genauso eure Herzfrequenz, die Atemfrequenz und dank des Mikrofons des Smartphones euer Schnarchen. Ferner finden Umgebungsgeräusche, Licht sowie die Einschlaf- und Tiefschlaf- Phase Berücksichtigung - teils abgeleitet aus den Ergebnissen, die die Sensoren liefern.

Die aktuelle Beddit 2.0-App ist in der Tat sehr aufschlussreich. Ihr könnt euch in Echtzeit beim Liegen im Bett Herztätigkeit, Atmung und Bewegung darstellen lassen, interessanter sind zweifelsohne die gesammelten Werte im Laufe der Tage und Wochen. Dauer bis zum Einschlafen, die Effizienz eures Schlafs, die Wachphasen in der Nacht, die Dauer des Schnarchens, die Herzschlag-Frequenz und die reale Schlafzeit werden beispielsweise präsentiert. Dazu gesellen sich nach und nach Tipps, die ich persönlich jetzt nicht ganz so aufregend finde. Denn wenn mir mitgeteilt wird, dass die Schlafeffizienz zu niedrig sei, möchte ich schon gerne wissen, was ich dagegen tun kann. Trotzdem: Hin und wieder serviert euch die App gute Hintergrunddetails. Und ihr könnt prima mit den Vortagen vergleichen sowie daraufhin selbst ableiten, was ihr womöglich an eurer Lebensweise verbessern solltet.

Kurze Informationen und Tipps. (Foto: Screenshot / Sven Wernicke) Kurze Informationen und Tipps. (Foto: Screenshot / Sven Wernicke)

Wirklich gravierende Ungenauigkeiten sind mir nicht aufgefallen, obwohl ich mir schon die Frage stelle, wie präzise die Werte letztlich sind. Die angegebenen Wachphasen erstaunen mich sehr, da ich an sich schon glaube, in dieser Zeit tatsächlich zu schlafen. Unabhängig davon sorgte Beddit in den ersten Tagen für minimalen Stress – zumindest einen subjektiv empfundenen. Ich verspürte das Gefühl, mich im Halbschlaf richtig positionieren zu müssen, damit der Sensor ja korrekt funktioniert. Dies gibt sich zum Glück recht schnell, war aber doch recht unangenehm.

Eine Sache sei noch erwähnt: Beddit weckt euch dank einer Smart-Funktion ungefähr zu der Uhrzeit, die ihr gewählt habt. Der Grundgedanke: Ihr sollt nicht aufwachen, wenn ihr euch in einer Tiefschlafphase befindet. Das klappte nicht immer perfekt, zusammengefasst jedoch gut. Und es ist wohl auch die Funktion, die ich mittlerweile am meisten an diesem Sensor schätze.

Fazit: Weniger, als gedacht

So recht weiß ich nicht, was ich ursprünglich vom Beddit Sleep Tracker erwartete. Vielleicht ein Gadget, das mir aktiv dabei hilft, angenehmer zu schlafen? Vermutlich bekomme ich auch nach einigen Wochen des Testens einfach zu wenige Hilfen und Ratschläge, die aus mir einen besseren Schläfer (also bezogen aufs Schlafen – ihr versteht schon) machen. Bezogen auf das, was das Gerät bieten möchte, gibt es eigentlich wenig zum Nörgeln, abgesehen vom recht hohen Preis. Die gesammelten Werte sind sehr aufschlussreich und ergänzen auf Wunsch Apple Health und Google Fit. Die komplette Lösung wirkt durchdacht und die App lässt sich gut bedienen.

Lohnt sich schon... (Foto: Sven Wernicke) Lohnt sich schon... (Foto: Sven Wernicke)

Ich für meinen Teil kann euch den Beddit Sleep Tracker empfehlen, wenn ihr genau so etwas sucht. Der smarte Wecker ist eine tolle Sache, die Fakten und Statistiken immer wieder interessant. Als weniger optimal empfinde ich das Klebeband, mit dem der Sensor seine Flexibilität im Alltag verliert. Stört euch das nicht und seid ihr bereit, knapp 150 Euro zu zahlen, erhaltet ihr hier ein stimmiges Produkt für einen vielleicht und hoffentlich guten Schlaf.

Weitere Details erhaltet ihr direkt beim Hersteller.

Kommentare

  • itom

    21.11.15 (17:54:39)

    kann ich empfehlen wenn ihr so etwas sucht , Das ist ja putzig ausgedrückt.... wenn man so etwas sucht und noch mehr dazu haben würde ,dann ist man mit dem Microsoft Band besser dran ;-)

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