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25.01.12Kommentieren

Basteln mit Bensch: Speicherupgrade für das MacBook Air (2010/2011)

Der interne Speicher in Apples MacBook Air ist offiziell nicht aufrüstbar. Offiziell geht allerdings bei Macs noch vieles nicht, was inoffiziell wunderbar funktioniert. So hat es denn auch bei den MacBook Airs der Jahrgänge 2010 und 2011 nicht lange gedauert, bis der Hardwarespezialist OWC ein SSD-Upgrade auf den Markt brachte. Wir haben die rund USD 1'150 teure 3G Mercury Aura Pro Express in seiner 180GB Ausführung getestet.

Speicherbaustein und Werkzeuge (Bild: bbl)Other World Computing bietet die auf der SandForce DuraClass Technologie basierenden Upgrades in zwei Versionen an: Für das MacBook Air 2010 und 2011 gibt es die Ausführung mit SATA 2.0 Schnittstelle (3 Gbit/s) und nur für das MacBook Air 2011 auch in SATA 3.0 (6 Gbit/s). Die Speicherkapazitäten beim Mercury&nsbp;Aura Pro Express 3G betragen 180, 240 oder satte 480 GB; das 6G gibt’s derzeit mit 120, 240 und 480 GB. OWC berichtet von Leseraten knapp unter 200 MB/s und Schreibraten von knapp 180 MB/s für den langsameren Chip, während die 6G-Variante mehr als doppelt so schnell arbeiten soll. Wir haben mit QuickBench selber ein paar Messwerte ermittelt, welche in der Bildstrecke nachzulesen sind. Tatsächlich arbeitet auch die langsamere 3G-Variante bei grösseren Dateien mit Schreibraten von über 210MB/s und Leseraten von über 260MB/s. Beim Härtetest mit einer 1 GB grossen Datei erzielt der OWC Chip gar 271 MB/s Lese- und 216 MB/s Schreibrate. Im direkten Vergleich dazu leistet der ab Werk gelieferte 64GB Chip von Toshiba lediglich eine Leserate von 215 MB/s und eine Schreibrate von 186 MB/s. Das Upgrade von OWC ist damit 16 bis 26% schneller als der von Apple verbaute Speicher. Und das in der langsameren 3G-Version.

 

Cleveres Management auf Hardwareebene

Anders als zahlreiche andere Solid State Disks verfügt das SandForce Chipset über plattform- und softwareunabhängiges Speichermanagement. Die gefürchtete Ermüdung durch wiederholtes Lesen/Schreiben soll der Chipsatz von sich aus minimieren, indem er immer wieder andere Speicherblöcke verwendet. Zudem verschiebt er die gespeicherten Daten regelmässig auf dem Speicher, was Datenkorruption verhindern soll. Schliesslich wird auch die «garbage collection» vom Chip selber gehandhabt. All dies geschieht wie erwähnt unabhängig vom verwendeten Betriebssystem und hängt deshalb auch nicht davon ab, ob das System TRIM Support bietet. Das ist insbesondere für Mac OS X User nützlich, da Lion nur eingeschränkten TRIM Support anbietet. Zu guter Letzt verfügen die Disks über rund 7% Overprovisioning. Das bedeutet, dass ein Teil des effektiv vorhandenen Speichers reserviert ist, um defekte Blöcke in Zukunft ersetzen zu können. Daher rühren auch die etwas seltsam anmutenden Speichergrössen. Das von uns getestete Modell mit 180 GB ist in Wahrheit also eine 192-GB-Platte mit 12 GB Speicherreserve inklusive.

Einbau ist ein Kinderspiel

Der Einbau der Mercury Aura Pro Express SSD ist, wie man sich das von OWC mittlerweile gewohnt ist, ziemlich einfach. Die nötigen Werkzeuge liefert der Hersteller gleich mit – Apple verwendet beim MacBook  Air einmal mehr einen speziellen Schraubenkopf, der im normalen Haushalt nicht gebräuchlich ist. Für einen kleinen Aufpreis kann man sich mit der Bestellung der Mercury Aura Pro auch gleich noch ein externes USB oder FireWire Gehäuse für den alten Speicherriegel mitliefern lassen. Dank USB 3.0 beiziehungsweise FireWire 800 holt man so aus der recycelten Harddisk auch extern flotte Geschwindigkeiten heraus.

Einmal geöffnet, reichen beim MacBook Air ein paar Handgriffe, um die ab Werk verbaute «Harddisk» gegen den neuen Chip auszutauschen. Wie immer gilt es dabei ein paar grundsätzliche Vorsichtsmassnahmen zu beachten. OWC stellt auf ihrer Website Montagevideos zur Verfügung, so dass es auch für einen kompletten Laien kein Problem sein sollte, die wenigen Schritte erfolgreich nachzuvollziehen. Wir haben am Ende dieses Postings eine kurze Fotostrecke mit den wichtigsten Schritten für Euch zusammengestellt.

Wer seine bestehenden Daten nicht verlieren möchte und auf den Kauf eines externen Gehäuses verzichtet hat, kommt nicht umhin, die alte Installation mittels eines vorher erstellten Backups wieder aufzuspielen. Es gibt viele Möglichkeiten, naheliegend ist wohl das Backup über Apples Timemachine, welche mittlerweile eine Mehrheit der Mac User zu Hause im Einsatz haben dürfte. Noch einfacher geht es mit dem allseits beliebten CarbonCopyCloner von Bombich Software.

Die Mercury Aura Pro Express SSDs sind bisher die einzigen Speicher-Upgrades für die MacBook Airs der Jahre 2010 und 2011 (sowohl 11“ als auch 13“) und können lediglich online bezogen werden.

Die Preise variieren zwischen USD 265,00 US für das 3G-Modell mit 180 GB und knapp USD 1’150,00 für das 6G-480-GB-Modell. Bei letzterem ist es fraglich, ob sich ein Upgrade lohnt, das unter Umständen mehr kostet, als der Computer selber. Die Preise für Solid State Disks sind allerdings in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken und so kann man wohl auch bei OWC damit rechnen, dass die Speicherkapazitäten in Zukunft wachsen und die Preise abnehmen werden.

Unser Fazit

Wer mit seinem MacBook Air in Sachen Leistung noch vollumfänglich zufrieden ist, sich aber für unterwegs etwas mehr Speicher leisten möchte, ist mit den SSD-Upgrades von OWC bestens bedient. In den kleineren Speicherkapazitäten stehen Preis und Leistung in einem guten Verhältnis, die Lieferung ist unkompliziert und der Einbau dank mitgeliefertem Werkzeug kinderleicht. Empfehlenswert.

Speichererweiterung leicht gemacht

Die Verpackung enthält nebst dem Speichermodul auch gleich das nötige Werkzeug. (Bild: bbl)

Mit dem Pentalobe-­Schraubenzieher lässt sich das MacBook Air fachgerecht öffnen. (Bild: bbl)

Das Innere des MacBook Air präsentiert sich aufgeräumt und schlicht. (Bild: bbl)

Das alte Modul wird nach dem Lösen der Halteschraube vorsichtig entfernt… (Bild: bbl)

... und das neue Modul eingesetzt. Deckel drauf, zuschrauben, Job done. (Bild: bbl)

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