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04.07.17Kommentieren

IT-Security

Neuer Malware-Report: Weniger, aber bessere Schadsoftware im Umlauf

Jürgen Kroder


(Bild: Pixabay)

Es gibt im Vergleich zu den vergangenen Jahren weniger Malware. Dafür verbreitet sich diese effektiver - auch auf Systemen, die bislang als relativ sicher galten.

Security Report 2016/2017: Das steht drin

Das Computer von Schadsoftware betroffen und im schlimmsten Fall lahmgelegt werden können, ist keine neue Erkenntnis. Doch in den letzten Jahren werden die Angriffe durch sogenannte Cyberkriminelle zunehmend härter, sie betreffen auch im großen Stil ganz sensible Systeme. Zum Beispiel griffen in jüngster Zeit verschiedene Ransomware-Attacken die Hardware-Ausstattung von Versicherungen, Krankenhäusern und Atomkraftwerken an. Das Institut AV-Test zeigt in seinem neuen Sicherheitsreport, wo die Schwachstellen lauern und wie die Entwickler von Malware vorgehen.

Der „Security Report 2016/2017“ beginnt mit einer positiven Feststellung: AV-Test verzeichnet einen Rückgang bei der Entwicklung von Schadsoftware. Erkennungssysteme wie Virenscanner oder Security-Suiten mussten im letzten Jahr weniger Malware-Samples aufspüren und abwehren, im Schnitt waren es 350.000 neue Schadprogramme pro Tag. Doch die gute Nachricht ist keine: Die Quantität hat laut den deutschen Security-Experten zwar abgenommen, dafür nahm die Qualität zu.


(Bild: AV-Test)

Apple und Android sind nun auch im Visier der Cybergangster

Die Entwickler von Malware widmen sich zunehmend besseren und effektiveren Methoden, um beispielsweise mit Ransomware Geld zu erpressen. Zudem verlagern sich die Tätigkeiten der „Cybergangster“ auf neue Betriebssysteme. Dazu AV-Test: „Die Menge des ausschließlich für Windows-Systeme programmierten Schadcodes nimmt ab. Im Vergleich zum Vorjahr steigt deren Anzahl um knapp 10 Prozent, während die Anzahl reiner Windows-Schädlinge um knapp 13 Prozent sinkt“.

Das bedeutet: Windows bleibt mit 70% das Betriebssystem, das am meisten attackiert wird, doch macOS bzw. OS X und Android geraten deutlicher ins Visier. Die Entwickler von Schadsoftware veröffentlichten in den letzten Jahren extrem viel Malware für Smartphones und Tablets, die mit dem Google-OS laufen. Auch macOS sei „keine sichere Bank“: Die Anzahl der Schädlinge für das Apple-System sei „explosionsartig“ angestiegen. „Die ruhigen Zeiten für Apple-Nutzer sind spätestens jetzt vorbei“, so AV-Test.


(Bild: AV-Test)

Wie gelangt Schadsoftware auf die Computer?

Die größte Gefahrenquelle sind immer noch verseuchte E-Mails. Die Spam-Nachrichten beinhalten gefährliche Anhänge oder Links, worüber Trojaner ins System eingeschleust werden. Die meisten dieser Mails mit inkludiertem Schadcode werden aus Indien, Amerika und Vietnam versendet (jeweils rund 12% „Marktanteil“), aber auch Deutschland ist in der Top 10 der Spam-Versender zu finden (Platz 8, 3%).

Zudem werden die privaten Rechner und Unternehmenssysteme über Webseiten infiziert – einerseits über präparierte Seiten, andererseits über gekaperte Seiten. Zudem bedienen sich die Cybergangster gängiger Marketing-Tools, indem sie beispielsweise auf beliebten Webseiten Anzeigenplätze buchen und darin Schadcodes verstecken.

Auch das Internet der Dinge ist in Gefahr

Mit der zunehmenden Digitalisierung von Produkten und Geschäftsabläufen wächst das Internet of Things (IoT) und parallel dazu die Attacken auf dieses Internet der Dinge. Das größte Problem hierbei ist: Die IoT-Technik entwickelt sich immens schnell und dringt in weite Bereiche unseres Lebens vor, dabei wird die Sicherheit leider vernachlässigt. „Security by Design? Fehlanzeige!“, heißt es zusammengefasst in dem Report.

Ein Problem beim Internet of Things ist nicht nur die schwelende Gefahr durch Cyberattacken, sondern auch der Umgang mit den Nutzerdaten: Diese sind teilweise unzureichend geschützt. Oder die Daten werden sogar von den IoT-Herstellern selbst „versilbert“, indem sie an Werbenetzwerke verkauft werden. 

Wie kann man sich schützen?

IT-Security darf kein Thema sein, dass besonders Unternehmen „so nebenher“ betreiben. Die Systeme müssen von Profis überwacht und geschützt, auch die Mitarbeiter müssen für die Gefahren sensibilisiert werden. Wie Sie sich beispielsweise gegen Erpresser-Trojaner schützen können, erklärt Ihnen unser Ratgeber „So verhindern und entfernen Sie Ransomware“.

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