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23.08.16Kommentieren

Connected Car

Ampelinfo: Audi will die Wartezeit an roten Ampeln abschaffen

Jürgen Kroder

Grüne Welle für Autofahrer: Eine neue Technologie soll das möglich machen. Doch die gute Idee besitzt noch ein paar eklatante Nachteile.


(Bild: Audi)

Smart Service: Ampelinfo soll für entspanntes Autofahren sorgen

Wer viel mit dem Auto unterwegs ist, kennt das: Man fährt durch eine Stadt, muss eigentlich dringend zu einem Geschäftstermin, doch an fast jeder Ampel steht man herum und wartet. Kostbare Zeit geht verloren, die Warterei zehrt an den Nerven und das Auto verbrennt unnötig viel Sprit. Wenn es nach Audi geht, soll das alles bald der Vergangenheit angehören.

Wie? Ampelinfo heißt die – vermeintliche – Lösung, welche im Bereich Digitalisierung bzw. Smart Services angesiedelt ist. Dahinter verbirgt sich eine Car-to-X-Anwendung, welche der deutsche Autobauer seit 2013 testet. Mit der 2017er-Generation der Audi-Modelle A4, A4 Allroad Quattro sowie Q7 soll die Technologie schrittweise eingeführt werden.

Connected Car: Grüne Welle dank Ampel-Kommunikation

Dank Ampelinfo sollen Nutzer auf der „Grünen Welle“ durch die Innenstädte fahren können. Das wird möglich, weil die Autos mit den Ampeln kommunizieren und so erfahren, wann die Lichtzeichen auf Rot oder Grün springen. Hieraus errechnet der Bordcomputer die ideale Geschwindigkeit, damit man „cruisen“ kann.

Mit dem Connected-Car-System sollen Audi-Besitzer entspannter fahren, zudem hat das System einen ökologischen Aspekt: Dadurch, dass es die Wartezeiten reduziert, könnten laut den Ingolstädtern bis zu 15 Prozent an CO2-Emissionen eingespart werden.

Die Nachteile von Audi Ampelinfo

Das alles klingt in der Theorie spannend und verlockend. Doch es gibt mehr als nur einen Wermutstropfen: Zum Beispiel ist Ampelinfo nicht überall verfügbar. Laut Presseberichten wird das System nur in fünf US-amerikanischen Regionen nutzbar sein. Ob und wann es für den deutschen Markt kommt, ist aktuell noch nicht bekannt.

Es gibt nämlich ein großes Problem: Damit bei Ampelinfo die Autos mit den Ampeln kommunizieren können, müssen die Verkehrsleitsysteme geeignet und die entsprechenden Infrastrukturen vorhanden sein. Ein großer Haken! Audi führe deswegen schon intensive Gespräche mit den Betreibern, welche die Verkehrsinfrastruktur bereitstellen.

Ein weiteres Manko betrifft die Nutzer des vernetzten Autos: Wer Ampelinfo einsetzen will, muss das Connect Prime Infotainment Paket von Audi kaufen. Die Nutzung kostet für ein halbes Jahr knapp 200 US-Dollar.

Erneut merkt man: Die Digitalisierung der Automobilindustrie schreitet voran. Das Connected Car mit seinen Smart Services kann für eine bequemere und ökologischere Mobilität sorgen. Damit das aber funktioniert, müssen auf verschiedenen Ebenen neue Strukturen geschaffen werden. Das geht eben nicht von heute auf morgen.

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